Trump und Epstein: Demokraten fordern Sonderermittler
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 19:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWSUS-Kongress vor möglichen Untersuchungen
- Demokratische Abgeordnete im Justizausschuss fordern einen unabhängigen Sonderermittler zu Trumps Epstein-Verbindungen.
- Die Zwischenwahlen finden in gut einer Woche statt; Trump steht selbst nicht auf dem Stimmzettel.
- Die Republikaner halten derzeit knappe Mehrheiten in beiden Kongresskammern.
Demokraten verlangen Sonderermittler zu Trumps Epstein-Verbindungen
Demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus fordern einen unabhängigen Sonderermittler, der Verbindungen von Präsident Donald Trump zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein untersuchen soll. Ein Bericht von Mitarbeitern des Justizausschusses kommt zu dem Schluss, immer mehr Beweise legten dar, Trump sei Mitte bis Ende der 1990er Jahre aktiv an Epsteins sexuellem Missbrauch junger Frauen beteiligt gewesen.
Bericht setzt Trump unter Druck
Trump kannte Epstein einst gut, weist aber sowohl eine Beteiligung an dessen kriminellen Machenschaften als auch Kenntnis von Epsteins Taten zurück. Die Veröffentlichung des Berichts fällt in die Endphase des Wahlkampfs vor den US-Zwischenwahlen.
In gut einer Woche wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner ihr Parlament. Trump selbst steht nicht auf dem Stimmzettel, die Midterms gelten jedoch auch als Abstimmung über die Politik des Präsidenten.
Streit über die Epstein-Akten
Der Umgang mit der Affäre hatte Trump in seiner zweiten Amtszeit wiederholt Kritik eingebracht. Im Präsidentschaftswahlkampf hatte er die Freigabe der Akten versprochen, sich nach Amtsantritt aber lange dagegen gewehrt.
Erst unter erheblichem Druck aus Öffentlichkeit und Parlament wurden einige Unterlagen veröffentlicht. Kritiker bemängelten anschließend, geschwärzte Passagen schützten nicht nur Opfer, sondern auch mutmaßliche Mittäter.
Epsteins Kontakte zur US-Elite
Epstein, ein vermögender Finanzier aus New York, hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Er soll Minderjährige unter anderem in New York und Florida selbst missbraucht haben.
Ein früheres Gerichtsverfahren und ein späteres erneutes Aufrollen des Falls führten nicht zu einer abschließenden Aufklärung. Epstein starb 2019 in seiner Gefängniszelle, bevor es zu einer weiteren Verurteilung kommen konnte.
Seine Kontakte in die amerikanische und internationale High Society lösten immer wieder Fragen nach möglichen Verbindungen prominenter Personen aus. Auch Trumps Name geriet dabei mehrfach in den Fokus.
Demokraten setzen auf den Kongress
Die Chancen für die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers durch die aktuelle US-Regierung werden in dem Bericht als gering eingeschätzt. Deshalb appellieren die Demokraten an den Kongress, seine Gesetzgebungs- und Kontrollbefugnisse für die weitere Aufarbeitung zu nutzen.
Die Republikaner halten derzeit knappe Mehrheiten in beiden Parlamentskammern. Sollten die Demokraten diese Mehrheiten bei den Kongresswahlen ändern, könnten sie Untersuchungen gegen Trump und seine Politik einleiten und den Epstein-Komplex erneut aufgreifen.
Die Forderung nach einem Sonderermittler fällt in eine politisch besonders aufgeladene Phase. Die Zwischenwahlen am 3. November entscheiden darüber, ob die Republikaner ihre knappen Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat behaupten können. Für die Demokraten geht es damit nicht nur um Gesetzgebung, sondern auch um die Fähigkeit, die Regierung zu kontrollieren und Untersuchungen einzuleiten.
Der Epstein-Komplex berührt dabei mehrere Ebenen: den Umgang mit Opfern sexuellen Missbrauchs, die Transparenz staatlicher Akten und die Frage, ob einflussreiche Personen unabhängig von ihrem politischen Amt untersucht werden. Trumps frühere Bekanntschaft mit Epstein und der Streit über die Veröffentlichung der Unterlagen haben das Thema wiederholt in die politische Debatte gerückt.
Wahlkampf mit institutionellen Folgen
Sollten die Demokraten nach den Wahlen eine Kammer oder beide Kammern kontrollieren, könnten sie ihre Untersuchungs- und Kontrollbefugnisse umfassender nutzen. Das würde den politischen Druck auf die Regierung erhöhen und könnte neue Anhörungen oder Aktenanforderungen ermöglichen. Die Forderung nach einem unabhängigen Ermittler zeigt zugleich, dass die Demokraten den Kongress als zentralen Hebel der weiteren Aufarbeitung betrachten.
Für die Öffentlichkeit steht neben der parteipolitischen Auseinandersetzung die Transparenz der veröffentlichten Dokumente im Mittelpunkt. Entscheidend bleibt, welche Unterlagen zugänglich werden, wie der Schutz der Opfer gewährleistet wird und ob sich aus den Akten belastbare Hinweise für weitere Ermittlungen ergeben.
