Trump und Epstein: Demokraten fordern Sonderermittler
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 19:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBericht nennt Vorwürfe und Wahltermin
- Demokratische Abgeordnete im Justizausschuss des Repräsentantenhauses fordern einen unabhängigen Sonderermittler.
- Die Zwischenwahlen finden in gut einer Woche statt, Trump selbst steht nicht auf dem Stimmzettel.
- Nach öffentlichem und parlamentarischem Druck wurden bereits einige Epstein-Akten veröffentlicht.
Demokraten verlangen Prüfung von Trumps Epstein-Verbindungen
Demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus fordern einen unabhängigen Sonderermittler zur Untersuchung von Verbindungen zwischen Präsident Donald Trump und dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Ein neuer Bericht von Mitarbeitern des Justizausschusses behaupte, es gebe zunehmend Beweise für eine aktive Beteiligung Trumps an Epsteins sexuellem Missbrauch junger Frauen in den 1990er Jahren.
Trump weist Vorwürfe zurück
Trump kannte Epstein einst gut, bestreitet jedoch sowohl eine Beteiligung an dessen kriminellen Machenschaften als auch, von Epsteins Taten gewusst zu haben. Die Demokraten begründeten ihre Forderung mit dem Bericht der Ausschussmitarbeiter.
Vorwürfe fallen in Wahlkampfphase
Die Veröffentlichung fällt in die Endphase des US-Wahlkampfs. In gut einer Woche wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner ihr Parlament; Trump selbst steht nicht auf dem Stimmzettel.
Die Zwischenwahlen gelten dennoch als Referendum über die Politik des Präsidenten. Damit erhält die Epstein-Affäre für die Demokraten zusätzliche politische Bedeutung.
Streit über freigegebene Akten
Der Umgang mit der Affäre hatte Trump in seiner zweiten Amtszeit wiederholt Kritik eingebracht. Im Präsidentschaftswahlkampf hatte er die Freigabe der Akten versprochen, sich nach seinem Amtsantritt aber lange dagegen gewehrt.
Erst unter erheblichem Druck aus Öffentlichkeit und Parlament wurden einige Dokumente veröffentlicht. Kritiker beanstandeten danach, dass geschwärzte Passagen nicht nur Opfer, sondern auch mutmaßliche Mittäter schützen könnten.
Epsteins Kontakte bleiben politisches Thema
Epstein, ein vermögender Finanzier aus New York, hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Er soll Minderjährige unter anderem in New York und Florida selbst missbraucht haben.
Epstein bekannte sich in einem früheren Verfahren in einzelnen Anklagepunkten schuldig. Nachdem der Fall später erneut aufgerollt worden war, starb er 2019 in einer Gefängniszelle, bevor es zu einer weiteren Verurteilung kommen konnte.
Wegen seiner Kontakte zur US-amerikanischen und internationalen High Society wurde wiederholt untersucht, welche prominenten Personen in seine Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten. Auch Trumps Name geriet dabei mehrfach in den Fokus.
Die Forderung nach einem Sonderermittler fällt in eine politisch besonders zugespitzte Phase. Die US-Zwischenwahlen stehen unmittelbar bevor und gelten traditionell als Stimmungstest für den Präsidenten, auch wenn Donald Trump selbst nicht zur Wahl steht.
Die Epstein-Akten haben für Trumps politische Anhängerschaft eine besondere Bedeutung. Trump hatte im Wahlkampf die Veröffentlichung der Unterlagen versprochen, geriet nach seinem Amtsantritt jedoch wegen des Umgangs mit den Dokumenten unter Druck. Die Debatte verbindet damit Fragen der Transparenz, des Opferschutzes und des Vertrauens in die Regierung.
Politische Folgen der Akten
Ein unabhängiger Ermittler könnte die Prüfung möglicher Verbindungen außerhalb der regulären politischen Zuständigkeiten vorantreiben. Für die Demokraten wäre das Thema zugleich ein Angriffspunkt gegen Trump und seine Regierung; für Republikaner birgt es die Gefahr, dass die Kontroverse die eigene Wählerschaft erreicht.
Entscheidend wäre, welche belastbaren Erkenntnisse die veröffentlichten und noch nicht zugänglichen Unterlagen enthalten. Der Fall Epstein berührt wegen seiner Kontakte zu einflussreichen Personen weit über Trump hinaus Fragen nach institutioneller Verantwortung. Im Wahlkampf dürfte deshalb nicht nur Trumps persönliche Rolle, sondern auch der Umgang der Regierung mit Transparenz und Ermittlungen im Mittelpunkt stehen.
NDR: „Welche Rolle spielen die Epstein-Akten bei den Midterms?“ (26.10.2026)
Der Beitrag ordne die mögliche Bedeutung der Epstein-Dokumente für die Zwischenwahlen ein. Er setze einen Schwerpunkt auf die politische Wirkung der noch nicht veröffentlichten Unterlagen und mögliche Folgen für Trump, während die dpa-Meldung die Forderung nach einem Sonderermittler in den Mittelpunkt stelle.
