Donald Trump, CNN

Trump TV startet: US-Präsident verbannt CNN aus Weißem Haus

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 16:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Präsident Donald Trump verschärft seinen Konflikt mit CNN, MS NOW und Politico. Die ausgeschlossenen Medien klagen, mehrere Fernsehsender stoppen aus Protest ihre Pool-Berichterstattung – während das Weiße Haus mit „Trump TV“ ein eigenes Angebot startet.

  • Drei Medienhäuser klagen gegen ihren Ausschluss vom Weißen Haus.  - Bild: Jose Luis Magana/AP/dpa
    Drei Medienhäuser klagen gegen ihren Ausschluss vom Weißen Haus. - Bild: Jose Luis Magana/AP/dpa
  • Trump wirft dem weltbekannten Sender CNN Verbreitung von «Fake News» vor. (Archivbild) - Bild: Anna Ringle/dpa
    Trump wirft dem weltbekannten Sender CNN Verbreitung von «Fake News» vor. (Archivbild) - Bild: Anna Ringle/dpa
  • Kritiker werfen Trump gezielte Einschüchterung der Presse vor. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
    Kritiker werfen Trump gezielte Einschüchterung der Presse vor. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Kritische Berichte mag Trump nicht - Huldigungen sind ihm lieber. (Archivbild) - Bild: Rod Lamkey/AP/dpa
    Kritische Berichte mag Trump nicht - Huldigungen sind ihm lieber. (Archivbild) - Bild: Rod Lamkey/AP/dpa
Drei Medienhäuser klagen gegen ihren Ausschluss vom Weißen Haus.  - Bild: Jose Luis Magana/AP/dpa Trump wirft dem weltbekannten Sender CNN Verbreitung von «Fake News» vor. (Archivbild) - Bild: Anna Ringle/dpa Kritiker werfen Trump gezielte Einschüchterung der Presse vor. (Archivbild) - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Kritische Berichte mag Trump nicht - Huldigungen sind ihm lieber. (Archivbild) - Bild: Rod Lamkey/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump verschärft seinen Konflikt mit CNN, MS NOW und Politico: Die ausgeschlossenen Medien klagen gegen den Entzug ihrer Zugänge zum Weißen Haus, während mehrere Fernsehsender ihre gemeinsame Begleitung von Trump-Terminen stoppen.

Betroffene Medien ziehen vor Gericht

CNN, MS NOW und das Nachrichtenportal Politico wollen ihre Plätze im Weißen Haus zurückerlangen. Sie reichten bei einem Gericht in Washington einen Eilantrag ein und erklärten, das Verbot bedrohe die Pressefreiheit sowie das Recht der Öffentlichkeit auf unabhängigen Journalismus.

Trump hatte den drei Medien am Freitag mit sofortiger Wirkung den Zugang zur Regierungszentrale entzogen. Er warf ihnen vor, Falschnachrichten zu verbreiten. Am Samstag blieb Journalisten der betroffenen Häuser nach deren Angaben der Zutritt zum Gelände verwehrt.

TV-Pool stellt Begleitung ein

Der Streit wirkt sich auf die organisierte TV-Berichterstattung über den Präsidenten aus. ABC, CBS, CNN, NBC und Fox News gehören zu einem Pool, der Trumps Termine im Rotationsprinzip begleitet und das dabei produzierte Material auch anderen Medien zur Verfügung stellt.

CNN hätte Trump am Montag auf seiner Reise nach New York zur Generalversammlung der Vereinten Nationen begleiten sollen. Weil dies ausblieb, erhielten andere Medien vom TV-Pool kein Videomaterial. Das Weiße Haus verbreitete stattdessen Aufnahmen vom Abflug von Trumps Hubschrauber über den eigenen YouTube-Kanal.

Auch Fox News protestiert

In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten die fünf Sender, die Öffentlichkeit habe ein grundlegendes Interesse an unabhängigen Informationen über die Regierung. Keine Regierung solle eine Nachrichtenorganisation einschränken, nur weil sie deren Berichterstattung missbillige.

Auch die New York Times und die Washington Post solidarisierten sich mit den ausgeschlossenen Medien. Beide kündigten an, am Montag auf die Veröffentlichung von Fotos aus Auftritten des Präsidenten zu verzichten.

Weißes Haus startet „Trump TV“

Mitten in dem Streit ging am Montagabend ein eigener Online-Kanal des Weißen Hauses auf Sendung. „Trump TV“ zeigte zunächst Reden des Präsidenten sowie Übungen der US-Streitkräfte. Eigene Produktionen oder journalistische Inhalte waren zunächst nicht zu sehen.

Nach Angaben des Weißen Hauses soll der Stream rund um die Uhr laufen und vergangene Höhepunkte, Ankündigungen sowie aktuelle Nachrichten aus der Regierung zeigen. Trump traf am Dienstag bei den Vereinten Nationen in New York auf CNN und sagte zu dem Sender: „Ihr solltet nicht hier sein.“

Trump greift Medien scharf an

Auf Truth Social schrieb Trump, das Weiße Haus gehe nicht gegen die freie Presse vor, sondern gegen „FAKE NEWS“, die sich in den USA „wie Krebs“ ausgebreitet hätten. Zudem bezeichnete er die Medien als Gefahr für die nationale Sicherheit.

Trump drohte, das Zugangsverbot auf weitere Medien auszuweiten. Wie lange die Sperre gegen CNN, MS NOW und Politico gelten soll, ist offen. In den USA ist die Pressefreiheit im ersten Zusatzartikel zur Verfassung geschützt.

Ein Konflikt mit institutionellen Folgen

Der Streit geht über die Frage einzelner Akkreditierungen hinaus. Im Zentrum steht der Zugang unabhängiger Medien zu einem Präsidenten, dessen öffentliche Termine für die politische Berichterstattung von zentraler Bedeutung sind. Das im Weißen Haus übliche Pool-Prinzip soll sicherstellen, dass auch bei begrenztem Platz und hohen Reisekosten Bildmaterial für mehrere Redaktionen verfügbar bleibt.

Der gemeinsame Protest der großen Fernsehsender ist deshalb besonders bedeutsam: Er betrifft nicht nur die ausgeschlossenen Medien, sondern die praktische Organisation der Berichterstattung über Regierungshandeln. Wenn kein Sender einen Termin begleitet, fehlen anderen Redaktionen Bilder und unmittelbare Eindrücke. Das kann die journalistische Kontrolle erschweren, während staatlich produzierte Aufnahmen stärker an Bedeutung gewinnen.

Gerichtliche und politische Dimension

Die Klage von CNN, MS NOW und Politico verlagert den Konflikt nun auf die Justiz. Entscheidend wird sein, ob die Regierung den Zugang zu einem begrenzten Pressebereich nach inhaltlichen Kriterien beschränken darf oder ob sie dabei die verfassungsrechtlich geschützte Pressefreiheit verletzt. Eine schnelle gerichtliche Entscheidung könnte für die weitere Akkreditierungspraxis im Weißen Haus richtungsweisend werden.

Für das Publikum entsteht zugleich eine klare Trennlinie zwischen journalistischer Berichterstattung und staatlicher Kommunikation. Der neue Kanal kann Reden, Regierungsankündigungen und Bilder liefern, ersetzt aber zunächst keine unabhängige Auswahl, Einordnung und kritische Prüfung. Bei internationalen Auftritten Trumps, etwa vor den Vereinten Nationen, betrifft der Zugangsstreit daher auch die weltweite Wahrnehmung amerikanischer Politik.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ntv: „Weißes Haus antwortet im Medienstreit mit "Trump TV"“ (22.09.2026)

Der Bericht hebt hervor, der neue Stream solle rund um die Uhr Reden, Regierungsankündigungen und Militärbilder verbreiten; eigene journalistische Inhalte seien zunächst nicht zu sehen. Anders als die dpa-Meldung konzentriere sich der Artikel stärker auf die Funktion des Kanals als staatliches Kommunikationsangebot und ergänze, dass das Weiße Haus bereits zuvor Livestreams von Trumps Auftritten angeboten habe.

tagesschau.de: „Nach Rauswurf durch Trump - Sender schränken Berichterstattung ein“ (21.09.2026)

Der Bericht bestätige den Ausschluss von CNN, MS NOW und Politico, die anschließende Klage sowie den gemeinsamen Protest von ABC, CBS, NBC und Fox News. Einen anderen Schwerpunkt setze er auf das Pool-Prinzip und die mögliche schnelle Befassung eines Gerichts; offen bleibe damit vor allem, wie lange die Zugangssperre bestehen werde und welche rechtlichen Grenzen für die Regierung gelten würden.

Beide Berichte bestätigten die Eskalation zwischen dem Weißen Haus und den betroffenen Medien. Während ntv den Aufbau von „Trump TV“ als unmittelbare Kommunikationsreaktion beschreibe, rücke tagesschau.de die Solidarität der Sender und die gerichtliche Auseinandersetzung in den Vordergrund.

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