Donald Trump, US-Kongresswahl

Trump stellt Kongresswahl infrage und droht Demokraten mit Ermittlungen

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 08:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der US-Präsident fordert Ermittlungen gegen Demokraten und greift in das noch offene Senatsrennen in Alaska ein. Zugleich sorgt sein Angebot an UFC-Chef Dana White für neue Unsicherheit über die Besetzung des Sprecherpostens im Weißen Haus.

Trumps Vorgehen nach dem Wahlausgang

  • Trump wies Justizminister Todd Blanche an, Ermittlungen gegen demokratische Politiker aufzunehmen.
  • Im Alaska-Rennen führt die Demokratin Mary Peltola knapp vor dem republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan.
  • Der Sprecherposten im Weißen Haus ist seit Wochen unbesetzt, nachdem Katie Zacharia das Amt aufgegeben hatte.
  • Trump will Ermittlungen des Justizministeriums gegen Politiker der Demokraten. (Archivbild) - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa
  • Dana White (r) führt die Kampfsport-Liga UFC. (Archivbild) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
  • Trumps neuer Stabschef Stephen Millier gilt als zentraler Architekt der Politik von Massenabschiebungen. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa
Trump will Ermittlungen des Justizministeriums gegen Politiker der Demokraten. (Archivbild) - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa Dana White (r) führt die Kampfsport-Liga UFC. (Archivbild)  - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa Trumps neuer Stabschef Stephen Millier gilt als zentraler Architekt der Politik von Massenabschiebungen. (Archivbild) - Bild: Alex Brandon/AP/dpa

Trump verschärft den Konflikt mit den Demokraten

US-Präsident Donald Trump schürt Zweifel am Ausgang der von seinen Republikanern haushoch verlorenen Kongresswahl und droht den siegreichen Demokraten wegen möglicher Untersuchungen gegen seine Verbündeten. Über Truth Social wies er Justizminister Todd Blanche an, Ermittlungen gegen demokratische Politiker aufzunehmen, und stellte zugleich den Vorsprung der Demokraten infrage.

Ermittlungsdrohung gegen politische Gegner

Trump bezeichnete die angekündigten Untersuchungen gegen ihn und Mitglieder seiner Regierung als „Erpressung“. Demokratische Senatoren hatten in den vergangenen Tagen unter anderem die mit der Trump-Familie verbundene Digitalwährungsfirma World Liberty Financial sowie Geldgeber für den Ballsaal am Weißen Haus zur freiwilligen Beantwortung von Anfragen bis zum 4. Januar aufgefordert.

Trump behauptete, demokratische Politiker hätten republikanischen Geldgebern mit Gefängnis gedroht. Die künftige demokratische Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat könnte ab Januar Untersuchungen gegen Trump und sein Umfeld vorantreiben.

Streit um den Senatssitz in Alaska

In Alaska forderte Trump, den republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan im noch offenen Rennen um einen Senatssitz zum Sieger zu erklären. Auf dem Stimmzettel stand auch der unabhängige Kandidat Dan J. Sullivan, wodurch die Trump-Regierung bereits vor dem Wahltag auf eine mögliche Verwechslungsgefahr hingewiesen hatte.

Ein Richter wies den Versuch zurück, in die Wahl einzugreifen. Aktuell führt die Demokratin Mary Peltola knapp vor Dan Sullivan.

Miller übernimmt zentrale Funktion

Nach der Wahlniederlage hatte Trump zunächst erklärt, das Ergebnis zu akzeptieren und mit den Demokraten zusammenarbeiten zu können. Am Freitag machte er jedoch den rechten Hardliner Stephen Miller zum Stabschef, der als Architekt seiner Politik der Massenabschiebungen gilt.

White soll Sprecher des Weißen Hauses werden

Trump erklärte außerdem, er habe dem Kampfsport-Unternehmer Dana White den seit Wochen unbesetzten Posten als Sprecher des Weißen Hauses angeboten. White soll das Angebot nach einem Bericht des Senders CNN abgelehnt haben; das Promiportal TMZ berichtete dagegen, White wolle sich am Montag mit Trump im Oval Office treffen.

Trump sagte, White solle Kämpfer der UFC als „Assistenten“ mitbringen, um das Weiße Haus vor den „wahnsinnigen Linken“ zu schützen. White veröffentlichte ein Bild von sich am Podium des Briefing-Raums mit dem Text: „Auf zu einem neuen Kapitel.“

Kurze Amtszeit der Vorgängerin

Die im Oktober eingesetzte Katie Zacharia gab das Sprecheramt nach wenigen Tagen wieder auf. Sie hatte nur eine kurze Pressekonferenz abgehalten und war dabei mit Unsicherheit aufgefallen.

Trumps Reaktion verbindet mehrere Konfliktlinien, die für die bevorstehende Arbeit des Kongresses entscheidend sind. Die Demokraten werden ab Januar beide Kammern kontrollieren und damit ihre Ausschüsse für Vorladungen, Dokumentenanforderungen und Untersuchungen gegen den Präsidenten und sein Umfeld nutzen können.

Trump stellt diese angekündigte Kontrolle als politischen Druck auf seine Unterstützer dar. Seine Anweisung an Justizminister Todd Blanche verschärft den Konflikt, weil sie die Strafverfolgungsbehörden unmittelbar in die Auseinandersetzung mit der künftigen Kongressmehrheit zieht. Die Vorwürfe gegen Geldgeber und die Reaktion auf das knappe Rennen in Alaska erweitern den Streit über die Auszählung hinaus.

Folgen für den Kongress

Die personelle Entscheidung für Stephen Miller signalisiert zugleich eine harte politische Linie nach der Wahlniederlage. Für die Demokraten dürfte die Kontrolle beider Kammern die Möglichkeit schaffen, Untersuchungen institutionell voranzutreiben; für Trumps Lager steigt damit der Druck, Vorwürfe und Gegenmaßnahmen politisch zu bündeln.

Der vakante Sprecherposten steht daneben für Trumps ungewöhnlichen Umgang mit öffentlicher Kommunikation. Das Angebot an Dana White zeigt, dass Loyalität, Prominenz und direkte Reichweite in der Regierungsdarstellung eine große Rolle spielen sollen. Ob White das Amt übernimmt, bleibt nach den unterschiedlichen Darstellungen offen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Midterms: Trump stellt Wahlergebnis infrage und droht Demokraten“ (08.11.2026)

Der Beitrag bestätigt Trumps Zweifel am Wahlausgang, seine Ermittlungsanweisung und den Streit um Alaska. Einen Schwerpunkt setzt er auf die künftigen Untersuchungsmöglichkeiten der demokratischen Kongressmehrheit und die unterschiedlichen Darstellungen zum möglichen Posten für Dana White.

Deutschlandfunk: „UFC - Trump will Kampfsportverbandschef Dana White als Pressesprecher“ (08.11.2026)

Der Deutschlandfunk konzentriert sich auf das Angebot an den UFC-Präsidenten und nennt die von Trump gewünschten Kämpfer als mögliche Berater. Anders als der ZDF-Bericht behandelt der Beitrag vor allem die Kommunikationsrolle und die Vakanz im Weißen Haus.

Einigkeit besteht über Trumps Ermittlungsdrohung und das Angebot an White. Unterschiede ergeben sich vor allem beim Schwerpunkt: Der ZDF-Bericht ordnet die Kongresskontrolle ein, während der Deutschlandfunk die Personalfrage beleuchtet.

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