Trump ersetzt Stabschefin Wiles durch Hardliner Stephen Miller
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 21:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNeue Machtverteilung im Weißen Haus
- Stephen Miller ist 41 Jahre alt und war zuvor stellvertretender Stabschef im Weißen Haus.
- Susie Wiles ist 69 Jahre alt und war die erste Frau in diesem Amt.
- Die Republikaner verloren bei den Kongresswahlen ihre Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus.
US-Präsident Donald Trump ersetzt wenige Tage nach der Niederlage der Republikaner bei den Midterms seine Stabschefin Susie Wiles durch den bisherigen Vize Stephen Miller. Miller ist als Hardliner und zentraler Architekt von Trumps harter Migrationspolitik bekannt, während Wiles ihren Posten verlässt.
Trump begründet Wechsel mit Veränderung
Trump sagte vor Journalisten am Weißen Haus, er habe eine Änderung vornehmen wollen. Wiles habe großartige Arbeit geleistet, aber manchmal müsse man im Leben Dinge verändern; Miller sei von Beginn an an seiner Seite gewesen und ein guter Mann.
Republikaner verlieren beide Mehrheiten
Bei den Kongresswahlen verloren die Republikaner ihre Mehrheiten im Senat und im Repräsentantenhaus an die Demokraten. Trump hatte die Wahlen zu einer Abstimmung über seine Politik gemacht.
Nach dem Ergebnis begannen in der Republikanischen Partei Auseinandersetzungen über die künftige Ausrichtung. Zugleich wurde darüber spekuliert, ob Trump sein Kabinett und seinen Machtzirkel umbauen würde.
Wiles bleibt Trump politisch verbunden
Wiles soll nach ihrem Ausscheiden im politischen Umfeld Trumps bleiben. Sie hatte am Donnerstagabend ihren Rücktritt eingereicht; Medienberichten zufolge war sie zuvor wegen der Wahlniederlage kritisiert worden.
Miller prägt Trumps Migrationspolitik
Der 41-jährige Miller gehört zu den wenigen Beratern, die Trumps erste Amtszeit vollständig überstanden haben. Während der Präsidentschaft Joe Bidens bereitete er Trumps erneuten politischen Anlauf mit vor, schrieb Reden und gilt als intellektueller Ursprung vieler seiner politischen Positionen.
In Trumps zweiter Amtszeit fiel Miller vor allem mit umstrittenen Aussagen zu Migration und zum Geburtsrecht auf. Das harte Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE, bei dem auch zwei US-Bürger getötet wurden, trug dazu bei, dass Trumps Politik in den vergangenen Monaten unpopulärer wurde.
Demokraten kündigen Untersuchungen an
Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia kündigte weitere Untersuchungen gegen Miller wegen der Einwanderungspolitik an. Garcia dürfte im neugewählten Repräsentantenhaus den Vorsitz im einflussreichen Aufsichtsausschuss übernehmen.
Als Stabschefin organisierte Wiles den Regierungsalltag des Präsidenten. Die 69-jährige Strategin galt als loyal und diskret, war zuvor unter anderem Trumps Wahlkampfmanagerin und hatte im Frühjahr ihre Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht.
Die Personalentscheidung fällt wenige Tage nach einer schweren Niederlage der Republikaner bei den Zwischenwahlen. Trump hatte die Kongresswahlen zu einer Abstimmung über seine Politik gemacht; mit dem Verlust der Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus steht seine Partei nun vor einer Neuordnung ihrer politischen Strategie.
Stephen Miller steht für eine deutlich härtere politische Linie als die bisherige Stabschefin Susie Wiles. Als enger Berater Trumps prägte er bereits in dessen erster Amtszeit Reden und politische Konzepte und gilt insbesondere bei Migration als zentraler Ideengeber. Seine Beförderung gibt der Einwanderungs- und Abschiebepolitik im Weißen Haus zusätzliches Gewicht.
Signal an Partei und Regierung
Der Wechsel betrifft nicht nur die Organisation des Regierungsalltags. Der Stabschef koordiniert den Zugang zum Präsidenten, bündelt politische Vorhaben und vermittelt zwischen Weißem Haus, Ministerien und Kongress. Mit Miller übernimmt diese Schlüsselrolle ein Vertrauter, der für konfrontative Rhetorik und eine harte Umsetzung der Trump-Agenda steht.
Für die Republikaner verschärft sich damit die Frage, ob sie auf eine Kurskorrektur oder auf eine noch konsequentere Umsetzung der bisherigen Politik setzen. Zugleich dürfte die neue Machtkonstellation die Auseinandersetzungen mit dem demokratisch kontrollierten Kongress und mögliche Untersuchungen zur Einwanderungspolitik beeinflussen.
Wiles bleibt im politischen Umfeld
Wiles’ Ausscheiden beendet ihre Funktion im engsten Machtzentrum, bedeutet aber nicht ihren vollständigen Rückzug aus Trumps politischem Umfeld. Ihre bisherige Rolle war von Loyalität, Diskretion und organisatorischer Kontrolle geprägt. Der Wechsel zu Miller markiert deshalb vor allem eine veränderte politische Akzentsetzung im Weißen Haus.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
stern: „Donald Trump: Stabschefin Susie Wiles verliert ihren Posten“ (06.11.2026)
Der Beitrag bestätige den Wechsel von Susie Wiles zu ihrem bisherigen Stellvertreter Stephen Miller und ordne ihn zeitlich in die Niederlage der Republikaner bei den Midterms ein. Im Mittelpunkt stehe die personelle Konsequenz im engsten Machtzirkel des Weißen Hauses.
n-tv: „Trumps Stabschefin Susie Wiles verliert ihren Posten“ (06.11.2026)
Der Bericht bestätige ebenfalls Millers Nachfolge und nenne den 9. November 2026 als Beginn seiner Amtszeit. Anders als der stern-Beitrag hebe er zudem hervor, dass Wiles künftig für Trumps politische Organisation tätig sein solle.
Beide Beiträge stimmten beim Personalwechsel und seinem Zusammenhang mit der Wahlniederlage überein. Der konkrete Zuschnitt von Wiles’ künftiger Aufgabe und die politischen Folgen von Millers Amtsantritt blieben offen.
