Treffen im Oman: Abkommen zur Straße von Hormus geplant
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 14:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIm Oman soll nach iranischen Angaben am Montag ein Abkommen über neue Schiffsrouten in der Straße von Hormus unterzeichnet werden.
Treffen in Maskat
Nach Angaben aus Teheran sollen der Iran und der Oman in der Hauptstadt Maskat eine Lösung für den anhaltenden Konflikt um die Meerenge vorlegen. Auch die arabischen Golf-Anrainerstaaten sollen über die Einzelheiten informiert werden, Bahrain will das Treffen boykottieren.
Eine rasche Öffnung der Meerenge für die internationale Schifffahrt wird nach iranischer Darstellung nicht erwartet. Erst müssten demnach die USA Bedingungen akzeptieren, darunter ein Ende der Seeblockade und ein Ende militärischer Handlungen der US-Armee.
Druck auf die Ölexporte wächst
Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt zugleich angespannt. Nach iranischen Angaben wurde bei einem Angriff auf ein Containerschiff ein Mann getötet, vier Besatzungsmitglieder wurden verletzt. Die britische Behörde UKMTO berichtete von einem Feuer an Bord eines Schiffs.
Zusätzlich gerät Saudi-Arabien unter Druck, weil auch seine Ausweichroute für Ölexporte vorerst nicht nutzbar ist. Die Pipeline ans Rote Meer gilt für Riad als zentrale Alternative zur Passage durch Hormus.
Konflikt mit Folgen für die Weltmärkte
Seit mehr als einem halben Jahr belastet der Streit um den Seeweg die Region und die Energiemärkte. Die Meerenge war vor Kriegsbeginn offen, inzwischen hat die faktische Blockade Folgen für den Ölhandel und die Weltwirtschaft.
Parallel dazu bleibt auch der Jemen ein Schauplatz des Konflikts. Dort führen Angriffe der Huthi-Miliz und Gegenangriffe der Regierungstruppen weiter zu Unsicherheit, die den Verkehr am Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab zusätzlich belastet.
Regionale Eskalation mit globaler Wirkung
Die geplante Vereinbarung zu neuen Schiffsrouten in der Straße von Hormus zeigt, wie stark der Konflikt über eine regionale Machtfrage hinausreicht. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Passagen für den Öl- und Warenverkehr; jede zusätzliche Unsicherheit wirkt daher sofort auf Energiepreise, Versicherungen und Lieferketten.
Hinzu kommt, dass die Golfstaaten ihre Exporte seit längerem auf Ausweichrouten stützen müssen. Wenn eine Pipeline als Ersatzweg ausfällt oder nur eingeschränkt nutzbar ist, erhöht das den Druck auf die Märkte weiter und verringert die Puffer im Krisenfall. Für den Oman als Vermittler und Gastgeber unterstreicht das Treffen zugleich seine Rolle als diplomatischer Knotenpunkt zwischen Iran und den arabischen Nachbarn.
Politisch ist der Vorgang auch deshalb bedeutsam, weil Teheran offenbar versucht, technische und politische Ebenen zu verbinden: Neue Routen sollen nicht nur den Handel absichern, sondern zugleich Verhandlungsspielräume eröffnen. Ob daraus mehr als eine symbolische Verständigung wird, hängt davon ab, ob die Beteiligten Sicherheitsfragen, Seezugang und die Rolle externer Mächte miteinander in Einklang bringen können.
