Texas wählt James Talarico erstmals seit 40 Jahren in den Senat
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 05:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVom Lehrer zum Senator
- James Talarico ist 37 Jahre alt und arbeitete früher als Lehrer in Texas.
- Ken Paxton ist 63 Jahre alt und war zuvor Generalstaatsanwalt des Bundesstaats.
- Elon Musk stellte mehr als 150 Millionen Dollar für Paxtons Wahlkampf bereit.
Texas wählt erstmals seit fast 40 Jahren einen Demokraten
Der Demokrat James Talarico hat den Republikaner Ken Paxton im Senatsrennen im US-Bundesstaat Texas besiegt. NBC News und CBS News meldeten seinen Sieg auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen.
Demokraten gewinnen dritten Senatssitz
Die Demokraten holen damit erstmals seit fast 40 Jahren einen Senatssitz in Texas. Der Erfolg ist zugleich der dritte Sitz, den sie den Republikanern bei diesen Wahlen nach North Carolina und South Carolina abnehmen.
Im Senat in Washington werden insgesamt 100 Sitze vergeben. Für die Republikaner ist der Verlust in Texas besonders schmerzhaft, weil der Bundesstaat über Jahrzehnte als republikanische Hochburg galt.
Trump unterstützte Paxton persönlich
Der 63-jährige Paxton hatte sich in der republikanischen Vorwahl gegen den langjährigen Amtsinhaber John Cornyn durchgesetzt. Präsident Donald Trump hatte Paxton unterstützt und im Wahlkampf mehrfach für ihn geworben.
Trump trat unter anderem Anfang Oktober in San Antonio auf und forderte seine Anhänger auf, für Paxton zu stimmen. Im September veranstalteten die Republikaner zudem ihren ersten großen Parteitag vor den Zwischenwahlen im texanischen Dallas.
Musk investierte Millionen in den Wahlkampf
Auch Elon Musk griff in das Rennen ein. Der Tech-Milliardär stellte nach Angaben der Meldung mehr als 150 Millionen Dollar für Paxtons Wahlkampf bereit und wandte sich auf seiner Online-Plattform X wiederholt gegen Talarico.
Talarico nutzte Musks Engagement im Wahlkampf für einen Angriff auf seinen Gegner. Er warf Musk vor, den Senatssitz kaufen zu wollen, und stellte Texas als Bundesstaat dar, der sich nicht von einzelnen Milliardären bestimmen lasse.
Paxton war politisch umstritten
Paxton war als Generalstaatsanwalt von Texas mit Vorwürfen von Korruption und Amtsmissbrauch konfrontiert. Gegen ihn lief ein Amtsenthebungsverfahren; zudem verwiesen US-Medien wiederholt auf seine politische und persönliche Kontroversen.
Talarico, 37 Jahre alt, wurde 2018 erstmals in das Repräsentantenhaus von Texas gewählt. Im Wahlkampf versprach der frühere Lehrer, in Washington für ein bezahlbares Leben und gegen Korruption einzutreten.
Christlicher Glaube als Wahlkampfthema
Der Demokrat stellte außerdem seinen christlichen Glauben heraus. Er verband die Botschaft der Nächstenliebe mit dem Bild eines vielfältigen Texas und präsentierte sich als Politiker, der gesellschaftliche Gegensätze überwinden will.
Der Sieg Talaricos fällt in eine Zwischenwahl, die traditionell als Abstimmung über die Politik des amtierenden Präsidenten gilt. Für Texas besitzt das Ergebnis darüber hinaus eine besondere Bedeutung: Der Bundesstaat hatte seit 1988 keinen demokratischen Senator mehr gewählt und galt über Jahrzehnte als verlässliche republikanische Bastion.
Das Rennen war deshalb auch ein Test für Trumps politischen Einfluss. Der Präsident unterstützte Paxton bereits in der republikanischen Vorwahl, warb im Endspurt mehrfach persönlich für ihn und machte den Senatssitz zu einem wichtigen Bestandteil seiner Wahlkampfstrategie. Paxton war zuvor als Generalstaatsanwalt durch ein Amtsenthebungsverfahren und Vorwürfe zu Korruption und Amtsmissbrauch belastet gewesen.
Signal für die Machtverhältnisse
Mit Texas gewinnen die Demokraten nach North Carolina und South Carolina bereits den dritten Senatssitz von den Republikanern. Jeder einzelne Erfolg verändert die Ausgangslage im 100-köpfigen Senat; zusammen erhöhen die Gewinne den Druck auf die republikanische Mehrheit und auf die politische Geschlossenheit der Trump-Partei.
Für die texanischen Wähler stehen neben der Parteizugehörigkeit Themen wie Lebenshaltungskosten, Korruption und der Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt im Mittelpunkt. Talarico verband diese Botschaft mit seinem christlichen Glauben und seiner früheren Arbeit als Lehrer. Seine Wahl zeigt damit auch, dass demokratische Bewerber in konservativen Regionen nicht ausschließlich über einen Kulturkampf, sondern mit sozialen und ethischen Themen mobilisieren können.
Folgen für Trump und Texas
Der Verlust erschwert Trumps Anspruch, die republikanische Dominanz in Texas dauerhaft zu sichern. Zugleich dürfte das Ergebnis künftige Wahlkämpfe im Bundesstaat aufwerten: Parteien, Spender und Kandidaten werden Texas nun stärker als umkämpften Senatsstandort behandeln. Die konkrete Wirkung hängt davon ab, wie stabil Talaricos Bündnis über den Wahlabend hinaus bleibt und welche Mehrheiten sich im neuen Senat bilden.
