Straße von Hormus, Tankerangriff

Tanker in Straße von Hormus angegriffen: Maschinenraum beschädigt

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 10:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein Tanker ist in der Straße von Hormus von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Der Kapitän meldete Schäden am Maschinenraum, Verletzte gab es nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde nicht.

Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bleibt gefährlich. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bleibt gefährlich. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa

In der Straße von Hormus ist erneut ein Tanker unter Beschuss geraten und am Maschinenraum beschädigt worden.

Unbekanntes Projektil trifft Schiff

Das meldete die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf den Kapitän des Tankers. Demnach wurde das Schiff von einem unbekannten Projektil getroffen.

Verletzte gab es laut der UKMTO-Meldung nicht. Weitere Angaben zum Schiff, zur Flagge oder zum möglichen Angreifer wurden zunächst nicht gemacht.

Meerenge als Konfliktpunkt

Die Straße von Hormus ist an ihrer engsten Stelle nur 35 bis 40 Kilometer breit. Die wichtige Wasserstraße für den weltweiten Energiehandel ist im Iran-Krieg zum zentralen Konfliktpunkt zwischen Iran und den USA geworden.

Seit Beginn des Krieges Ende Februar behindert der Iran den Verkehr dort mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe weitgehend. Auch das US-Militär griff zivile iranische Schiffe an.

Wiederholte Angriffe auf Frachtschiffe

In der Meerenge kam es zuletzt regelmäßig zu Beschuss. Der jüngste Vorfall erhöht damit den Druck auf die Schifffahrt in einer Route, die für den internationalen Energiehandel von großer Bedeutung ist.

Geografisches Nadelöhr

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist an ihrer engsten Stelle nur etwa 35 bis 40 Kilometer breit. Damit konzentriert sich ein großer Teil des Schiffsverkehrs auf einen räumlich begrenzten Korridor, in dem Angriffe, Drohungen oder Kontrollen den internationalen Handel unmittelbar beeinträchtigen können.

Die Meerenge ist im Iran-Krieg zum zentralen Konfliktpunkt zwischen Iran und den USA geworden. Seit Beginn des Krieges Ende Februar wird der Verkehr durch iranische Drohungen und Angriffe weitgehend behindert; auch das US-Militär griff zivile iranische Schiffe an. Die Verantwortung für den aktuellen Beschuss des Tankers ist in der dpa-Meldung nicht zugeordnet.

Folgen für Energie und Schifffahrt

Für die globale Energieversorgung ist die Route besonders bedeutend, weil sie den Seetransport aus dem Persischen Golf bündelt. Wiederholte Angriffe erhöhen für Reedereien das Risiko von Schäden, Verzögerungen und steigenden Versicherungs- und Transportkosten. Diese Belastungen können sich über die Energiemärkte auch auf Treibstoffpreise und damit auf Haushalte und Unternehmen auswirken.

Für die Besatzung des nun getroffenen Tankers wurden keine Verletzten gemeldet. Der Schaden am Maschinenraum zeigt jedoch, dass bereits ein einzelner Treffer die Weiterfahrt und die Sicherheit des Schiffs gefährden kann. Entscheidend für die weitere Entwicklung sind daher die Häufigkeit neuer Vorfälle, die Reaktion der Konfliktparteien und die Frage, ob der Schiffsverkehr in der Meerenge weiter eingeschränkt wird.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Briten melden Beschuss zweier Tanker in Straße von Hormus“ (03.10.2026)

Der Bericht bestätige den Beschuss zweier Tanker durch unbekannte Geschosse und hebe hervor, dass es weder Verletzte noch Umweltschäden gegeben habe. Anders als die dpa-Meldung stelle er mehrere Vorfälle zusammen und berichte zudem von einem Brand, einem Stromausfall sowie behördlichen Untersuchungen.

Deutschlandfunk: „Zwei Tanker in Straße von Hormus unter Beschuss geraten“ (04.10.2026)

Der Beitrag bestätige den Angriff auf zwei Tanker und die fehlenden Verletzten sowie den fehlenden Ölaustritt. Er betone zugleich, die Herkunft der Tanker und die Identität der Angreifer seien offen, formuliere aber als Einschätzung, der Iran dürfte verantwortlich sein.

Medienübergreifend bestehe Einigkeit über neue Angriffe auf Tanker und das Ausbleiben von Verletzten; unterschiedliche Schwerpunkte lägen bei der Zahl der Vorfälle, den Schäden und der Bewertung der mutmaßlichen Verantwortung.

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