US-Börsen, Anleiherenditen

US-Börsen geben nach: Nasdaq 100 verliert 1,1 Prozent

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 22:31 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Steigende Renditen, wachsende Zweifel an der Wirtschaftlichkeit hoher KI-Investitionen und die angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran belasteten die Wall Street. Zugleich verteuerten sich Öl und Dollar, während Gold deutlich nachgab.

Nasdaq - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Nasdaq - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die US-Börsen haben am Montag angesichts deutlich zulegender Anleihe-Renditen und Zweifeln am KI-Boom nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 51.482 Punkten berechnet, 0,7 Prozent schwächer als am Freitag.

Technologiewerte besonders unter Druck

Der breiter gefasste S&P 500 schloss mit 7.684 Punkten 0,8 Prozent im Minus. Die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 am Ende bei 30.277 Punkten und damit 1,1 Prozent schwächer.

Viele Anleger gehen mittlerweile fest davon aus, dass die US-Notenbank Fed im Oktober die Leitzinsen weiter anhebt. Höhere Zinsen machen liquide Anlagen attraktiver und erhöhen den Druck auf Aktien, insbesondere auf Unternehmen mit hohen Erwartungen an künftige Gewinne.

Iran-Konflikt treibt Ölpreis

Vorherrschendes geopolitisches Thema blieb die angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran. Der Ölpreis reagierte darauf mit weiteren Aufschlägen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 105,80 US-Dollar, 1,4 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Die europäische Gemeinschaftswährung notierte etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1371 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8794 Euro zu haben.

Gold gibt deutlich nach

Der Goldpreis geriet stark unter Druck. Am Abend wurden für eine Feinunze 4.123 US-Dollar gezahlt, 3,8 Prozent weniger als zuvor. Das entsprach einem Preis von 116,56 Euro pro Gramm.

Der Rückgang an der Wall Street bündelt mehrere Belastungsfaktoren. Steigende Renditen machen festverzinsliche Anlagen im Verhältnis zu Aktien attraktiver und erhöhen zugleich die Finanzierungskosten für Unternehmen. Besonders empfindlich reagieren Technologiewerte, deren Bewertungen stark auf künftig erwarteten Gewinnen beruhen.

Hinzu kommt die geldpolitische Erwartung. Wenn Anleger mit einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober rechnen, verschiebt sich die Bewertung von Aktien, Anleihen, Dollar und Liquidität gleichzeitig. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag zuletzt über fünf Prozent und damit auf dem höchsten Niveau seit Juli 2007. Das erhöht den Druck auf zinssensible Wachstumswerte und erschwert die Finanzierung umfangreicher Investitionen.

Geopolitik verstärkt den Marktdruck

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran wirkt über den Energiemarkt auf die Börsen. Ein höherer Ölpreis kann die Inflation anheizen, die Gewinne energieintensiver Unternehmen belasten und den Spielraum der Notenbanken für Zinssenkungen einengen. Die Straße von Hormus ist dabei von besonderer Bedeutung, weil sie eine zentrale Route für den weltweiten Öl- und Gastransport ist.

Für Anleger und Verbraucher bleibt damit die Entwicklung an mehreren Märkten miteinander verknüpft: Aktien stehen unter Druck, während höhere Energiepreise die Kaufkraft belasten können. In dieser Woche richten sich die Blicke zudem auf US-Inflations- und Arbeitsmarktdaten, weil sie neue Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed liefern dürften.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „12:00 "Wettbewerb um Kapital ist wieder ausgebrochen"“ (28.09.2026)

Der Börsen-Liveticker beschreibt steigende Anleiherenditen, den wachsenden Finanzierungsdruck bei KI-Unternehmen und die Belastung durch höhere Ölpreise. Anders als die dts-Meldung legt der Beitrag den Schwerpunkt auf die Ursachen an den Anleihe- und Energiemärkten sowie auf die anstehenden US-Konjunkturdaten.

BR24: „Nahost-Ticker: Insider - Neue Gespräche mit USA und Iran möglich“ (28.09.2026)

Der Ticker stellt den USA-Iran-Konflikt und die Unsicherheit über die Straße von Hormus in den Mittelpunkt. Er bestätigt den Zusammenhang zwischen der offenen geopolitischen Lage und dem steigenden Ölpreis, setzt den Schwerpunkt aber auf mögliche Verhandlungen statt auf die Kursverluste an der Wall Street.

Medienübergreifend verbinden die Berichte den Marktstress mit höheren Zinsen, teurer Energie und Unsicherheit im Nahen Osten. Offen bleibt, ob neue Gespräche zwischen Washington und Teheran die Risiken für Ölversorgung und Inflation kurzfristig verringern können.

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