Wolodymyr Selenskyj, Russland-Ukraine-Krieg

Selenskyj warnt vor neuem russischen Großangriff

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 19:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor einem neuen massiven russischen Luftangriff. Die ukrainischen Streitkräfte seien vorbereitet, hätten aber vor allem bei der Abwehr ballistischer Raketen zu wenig Munition.

Selenskyj hat die Bevölkerung aufgerufen, die Warnmeldungen vor Raketenangriffen zu beachten. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Selenskyj hat die Bevölkerung aufgerufen, die Warnmeldungen vor Raketenangriffen zu beachten. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor einem neuen massiven russischen Angriff aus der Luft, auf den sich die ukrainischen Sicherheitskräfte nach seinen Angaben vorbereiten.

Geheimdienstinformationen als Grundlage

In seiner abendlichen Videoansprache sagte Selenskyj, aktuelle Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass Russland einen Großangriff vorbereite. Er rief die Bevölkerung auf, Warnmeldungen vor Raketenangriffen zu beachten.

Die ukrainischen Sicherheitskräfte und die Luftstreitkräfte seien bereit zu reagieren, soweit die verfügbaren Verteidigungsmittel dies zuließen, sagte der Präsident. Damit verwies er zugleich auf den Mangel an Abwehrwaffen.

Selenskyj bittet Verbündete um weitere Hilfe

Selenskyj verband die Warnung mit der Hoffnung auf zusätzliche Unterstützung westlicher Verbündeter. Benötigt würden weitere Waffensysteme zur Verteidigung, sagte er.

Russland hat seine Angriffe auf ukrainische Städte und Ballungszentren zuletzt verstärkt und dabei Schwächen der ukrainischen Luftabwehr ausgenutzt. Besonders knapp ist nach ukrainischen Angaben die Munition für Systeme, die ballistische Raketen bekämpfen können.

Russland verstärkt Luftkrieg gegen die Ukraine

Die Warnung fällt in eine Phase, in der Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte und Infrastruktur nach den vorliegenden Berichten ausgeweitet hat. Ziele lagen zuletzt unter anderem in Odessa und Charkiw; dabei wurden Hafenanlagen, Treibstofflager, Frachtschiffe und ein Kraftwerk getroffen. Für die Bevölkerung bedeutet das, dass Luftalarme auch außerhalb der bisherigen Angriffsschwerpunkte ernst genommen werden müssen.

Besonders entscheidend ist die Belastung der ukrainischen Luftverteidigung. Drohnen können in großer Zahl eingesetzt werden, während ballistische Raketen hohe Anforderungen an Reaktionszeit, Ortung und Abfangsysteme stellen. Munitionsmangel begrenzt deshalb nicht nur die Zahl möglicher Abschüsse, sondern zwingt die Verteidiger auch zu einer Auswahl besonders gefährdeter Ziele.

Militärischer Druck und diplomatische Bemühungen

Parallel zur militärischen Eskalation laufen Bemühungen um neue Gespräche. Die Ukraine signalisiert nach den vorliegenden Angaben Bereitschaft zu einem möglichen Dreiertreffen mit den USA und Russland im Oktober. Ein Verhandlungstermin ändert jedoch kurzfristig nichts an der Gefährdungslage: Solange Angriffe andauern, bleiben Warnsysteme, Schutzräume und die internationale Lieferung von Luftverteidigung zentrale Faktoren für den Alltag.

Disclaimer...

de | ausland | 70245141 |