Krieg, Nahost

Krieg in Nahost: Steigende Zahlen bei Geiseln und Toten

26.10.2023 - 11:32:11 | dpa.de

Seit mehr als zwei Wochen hält die islamistische Hamas 224 Geiseln im Gazastreifen fest. Nun hat offenbar auch Moskau mit Hamas-Vertretern über das Schicksal der festgehaltenen Menschen gesprochen.

  • Ein israelischer Soldat inspiziert ein beschädigtes Wohnhaus in Rishon Lezion, nachdem dieses von einer Rakete aus dem Gazastreifen getroffen wurde. - Foto: Francisco Seco/AP
    Ein israelischer Soldat inspiziert ein beschädigtes Wohnhaus in Rishon Lezion, nachdem dieses von einer Rakete aus dem Gazastreifen getroffen wurde. - Foto: Francisco Seco/AP
  • Einwohner von Kfar Azza halten während einer Demonstration Plakate von israelischen Geiseln, die von militanten palästinensischen Hamas-Kämpfern festgehalten werden. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa
    Einwohner von Kfar Azza halten während einer Demonstration Plakate von israelischen Geiseln, die von militanten palästinensischen Hamas-Kämpfern festgehalten werden. - Foto: Ilia Yefimovich/dpa
'.$caption.' '.$caption.'

Die Zahl der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln ist noch höher als bisher angenommen. Der israelische Armeesprecher Daniel Hagari sagte, man habe bisher die Familien von 224 Geiseln informiert.

Dies schließt nach Militärangaben nicht vier weibliche Geiseln ein, die bisher von der im Gazastreifen herrschenden Hamas wieder freigelassen worden waren. Nach israelischen Informationen sind unter den Geiseln Bürger von 25 Staaten, darunter auch Deutsche. Die jüngste Geisel ist nach israelischen Informationen neun Monate, die wohl älteste 85 Jahre alt.

Russlands Vizeaußenminister spricht mit Hamas über Geiseln

Die russische Führung verhandelt indes eigenen Angaben zufolge in Katar mit Hamas-Vertretern über das Schicksal der von der islamistischen Palästinenserorganisation gefangen gehaltenen Geiseln. «Natürlich haben wir uns mit der politischen Führung (getroffen)», sagte Vizeaußenminister Michail Bogdanow laut russischen Nachrichtenagenturen. Ergebnisse des Gesprächs teilte er nicht mit.

Russland hat Beziehungen zur arabischen Welt, aber auch eine Vielzahl an Landsleuten, die in Israel leben. Vor diesem Hintergrund hat Moskau sich seit dem Ausbruch des Gaza-Kriegs mehrfach als Vermittler angeboten. Zugleich hat Präsident Wladimir Putin den USA die Verantwortung für das Aufflammen der Gewalt in Nahost zugeschoben und behauptet, die US-Nahostpolitik sei nicht auf die Bedürfnisse der Palästinenser eingegangen. Russland selbst wiederum wird vorgeworfen, die Eskalation in Israel auszunutzen, um von seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine abzulenken.

Terroristen hatten am 7. Oktober im Auftrag der Hamas Israel überfallen und im Grenzgebiet Massaker angerichtet. Israel hat seither mehr als 1400 Tote zu beklagen. Darunter sind auch 309 Soldaten, wie Hagari mitteilte. Fast drei Wochen nach dem Massaker gibt es nach Medienberichten immer noch Dutzende von Vermissten, deren Schicksal ungeklärt ist. Wegen des schlimmen Zustands vieler Leichen ist auch die Identifikation noch nicht abgeschlossen. Unter den Getöteten und Vermissten sind nach israelischen Angaben Bürger von mehr als 40 Ländern.

Hamas: Mehr als 7000 Palästinenser getötet

Die Zahl der getöteten Palästinenser im Gazastreifen steigt laut Hamas-kontrolliertem Gesundheitsministerium auf 7028. Es seien zudem 18.484 Menschen verletzt worden, berichtete das Ministerium in Gaza.

Wie das UN-Nothilfebüro Ocha am Morgen unter Berufung auf die von der Hamas kontrollierte Behörde weiter bekanntgab, soll es sich bei 68 Prozent der Todesopfer um Kinder und Frauen handeln. Rund 1600 Menschen in Gaza gelten demnach als vermisst. Diese Zahlenangaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos
ausland | 64121580 |

Weitere Meldungen

Netanjahu: Iran kann kein Uran mehr anreichern. Dem israelischen Ministerpräsidenten zufolge hat die gemeinsame militärische Operation bereits Ergebnisse gebracht. Seit 20 Tagen attackieren Israel und die USA den Iran mit schweren Luftangriffen. (Ausland, 19.03.2026 - 21:28) weiterlesen...

Israels Kriegsstrategie gegenüber Iran und der Hisbollah. Es gibt jedoch warnende Stimmen: Die gezielten Tötungen von Anführern könnten das System noch radikaler machen. Israels Armee greift Irans Führung unerbittlich an. (Ausland, 19.03.2026 - 04:30) weiterlesen...

Israel: Tötung jedes ranghohen Vertreters des Iran genehmigt. Verteidigungsminister Katz kündigt «bedeutende Überraschungen» im Krieg an. Ohne weitere Genehmigung darf Israels Militär künftig ranghohe iranische Vertreter angreifen. (Ausland, 18.03.2026 - 11:48) weiterlesen...

Israel: Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten getötet. Die Miliz gilt als zentral bei der Niederschlagung von Protesten im Iran. Ein Angriff in Teheran trifft laut Israel einen führenden Basidsch-Kommandeur. (Ausland, 17.03.2026 - 10:19) weiterlesen...

Militär: Israel weitet Einsatz am Boden im Libanon aus. Dazu sollten weitere Reservisten einberufen werden, sagte ein Sprecher. Israels Armee kündigt an, den Einsatz von Bodentruppen im Süden des Libanons noch weiter zu verstärken. (Ausland, 16.03.2026 - 20:58) weiterlesen...

Israel: Rafah-Übergang von Gaza nach Ägypten wird geöffnet. Die Ein- und Ausreise wird jedoch streng kontrolliert. Nach mehrwöchiger Schließung will Israel den Grenzübergang Rafah wieder für Menschen in beide Richtungen öffnen. (Ausland, 15.03.2026 - 20:04) weiterlesen...