Jemen, Saudi-Arabien

Saudi-Koalition greift im Jemen an - Sorge vor Eskalation

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 04:20 Uhr | dpa.de

Neue Attacken auf Öltanker im Roten Meer lassen die Sorge vor einer Ausweitung des Iran-Konflikts wachsen. Wie wird US-Präsident Trump weiter vorgehen?

  • Erneut wurde ein Schiff im Roten Meer attackiert. (Archivbild) - Bild: Abdulnasser Alseddik/AP/dpa
    Erneut wurde ein Schiff im Roten Meer attackiert. (Archivbild) - Bild: Abdulnasser Alseddik/AP/dpa
  • Laut Trump sind die USA weiter im Gespräch mit dem Iran.  - Bild: Rod Lamkey/AP/dpa
    Laut Trump sind die USA weiter im Gespräch mit dem Iran. - Bild: Rod Lamkey/AP/dpa
  • Anwohner berichteten von Luftangriffen und Explosionen in der Umgebung des Hafens Hudaida. (Archivbild) - Bild: ---/XinHua/dpa
    Anwohner berichteten von Luftangriffen und Explosionen in der Umgebung des Hafens Hudaida. (Archivbild) - Bild: ---/XinHua/dpa
  • Die Huthi-Miliz ist ein wichtiger Verbündeter des Irans. (Archivbild) - Bild: Osamah Yahya/ZUMA Press Wire/dpa
    Die Huthi-Miliz ist ein wichtiger Verbündeter des Irans. (Archivbild) - Bild: Osamah Yahya/ZUMA Press Wire/dpa
  • Der Konflikt um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild) - Bild: Wen Xinnian/Xinhua/dpa
    Der Konflikt um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild) - Bild: Wen Xinnian/Xinhua/dpa
Erneut wurde ein Schiff im Roten Meer attackiert. (Archivbild) - Bild: Abdulnasser Alseddik/AP/dpa Laut Trump sind die USA weiter im Gespräch mit dem Iran.  - Bild: Rod Lamkey/AP/dpa Anwohner berichteten von Luftangriffen und Explosionen in der Umgebung des Hafens Hudaida. (Archivbild) - Bild: ---/XinHua/dpa Die Huthi-Miliz ist ein wichtiger Verbündeter des Irans. (Archivbild) - Bild: Osamah Yahya/ZUMA Press Wire/dpa Der Konflikt um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild) - Bild: Wen Xinnian/Xinhua/dpa

Infolge des Konflikts zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus spitzt sich auch die Lage im Roten Meer zu. Nach einem erneuten Angriff auf ein Schiff flog eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe im Jemen. Es seien «legitime militärische Ziele» der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz in der jemenitischen Provinz Hudaida attackiert worden, schrieb Koalitionssprecher Turki al-Maliki auf X.

Huthi-nahe Medien hatten zuvor Angriffe in der Hafenstadt Hudaida gemeldet. Einrichtungen der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft in Hudaida sowie die Insel Kamaran seien getroffen worden. Andere Berichte sprachen auch von Angriffen auf den Hafen, was Al-Maliki verneinte. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur jedoch von mehreren Luftangriffen und Explosionen in der Umgebung des Hafens. Flammen und dichte Rauchwolken seien aufgestiegen, hieß es. Ein den Huthi nahestehender Fernsehsender bezeichnete die Angriffe als «saudi-arabische Aggression».

Wieder Angriff auf Schiff im Roten Meer

Zuvor war es im Roten Meer erneut zu einem Angriff auf ein unter saudi-arabischer Flagge fahrendes Schiff gekommen. Dabei sei der Rumpf der «NCC Masa» leicht beschädigt worden, berichtete die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle in der Verkehrsbehörde. In der Nacht zum Donnerstag war bereits der saudi-arabische Öltanker «Encelia» angegriffen worden. Die schiitischen Huthi reklamierten zwei Angriffe auf Öltanker des sunnitischen Königreichs für sich.

Die Saudi-Koalition wirft der Miliz «maritimen Terrorismus» vor. Der Konflikt zwischen den Huthi und der Regionalmacht hatte sich zuletzt erneut zugespitzt. Die Huthi hatten am Montag eine «Blockade» für saudi-arabische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem benachbarten Königreich, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Zum erneuten Angriff auf ein Schiff äußerte sich die Miliz zunächst nicht. 

Mit der Verhängung einer Blockade gegen saudi-arabische Öllieferungen durch das Rote Meer und dem Beschuss von Schiffen wollen die Huthi einen zweiten Seeweg praktisch abschneiden: die Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean verbindet und zusammen mit der Straße von Hormus zu den weltweit wichtigsten Schifffahrtswegen zählt. 

Während die Straße von Hormus im Osten der Arabischen Halbinsel liegt, wo es im Iran-Krieg wiederholt zu Angriffen auf Öltanker und andere Handelsschiffe kommt, liegt Bab al-Mandab («Tor der Tränen» oder «Tor der Klagen») im Westen der Halbinsel. Durch diese Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Sie hat als Umgehungsroute für die Straße von Hormus etwa bei saudi-arabischen Ölexporten zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Sorge vor Ausweitung des Iran-Kriegs

Die Huthi-Miliz kontrolliert im Jemen vor allem den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus können sie mit ihren Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen. Es besteht daher die Sorge, dass die Huthi im Falle einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg zwischen Washington und Teheran mit ihren Angriffen den Schiffsverkehr durch den Suezkanal zum Erliegen bringen könnten. 

Die Miliz hatte Saudi-Arabien Anfang des Monats vorgeworfen, den Flughafen der Hauptstadt Sanaa angegriffen zu haben, um die Ankunft eines iranischen Flugzeugs zu verhindern. Saudi-Arabien erklärte, die Miliz habe später das Königreich attackiert. Die Angriffe waren die ersten größeren Kampfhandlungen zwischen den Saudis und den Huthi seit Inkrafttreten einer Waffenruhe 2022. 

Bislang keine politische Lösung in Sicht

Die Schiitenmiliz hatte 2014 schrittweise den Norden und weitere Landesteile des Jemens förmlich überrannt und das arme Land auf der Arabischen Halbinsel in einen Bürgerkrieg gestürzt. Saudi-Arabien bekämpft die Miliz zusammen mit Jemens international anerkannter Regierung. Bemühungen um eine politische Lösung scheiterten bisher. 

Sollte es zu neuen schweren Kämpfen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi kommen, könnte sich der Iran-Krieg auf das saudi-arabische Königreich ausweiten. Das wiederum würde womöglich auch dazu führen, dass Pakistan - das bisher als Vermittler im Iran-Krieg auftritt - ebenfalls in den Konflikt hineingezogen wird. Pakistan unterhält seit dem vergangenen Jahr ein Militärbündnis mit Saudi-Arabien.

US-Präsident Donald Trump hatte den Huthi und ihrem Verbündeten Iran am Donnerstag mit Vergeltung gedroht, falls die Miliz erneut Schiffe angreift. «Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren», teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Er kündigte «schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst» an. 

Trump: Sind mit Iran weiter im Gespräch

Einen Tag darauf sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus, dass die USA derzeit weiter Gespräche mit dem Iran führten. Dabei ließ er offen, ob es sich um direkte Gesprächskanäle handelt oder das Ganze über Vermittler läuft. Man spreche mit unterschiedlichen Personen, sagte Trump bloß.

Nach Informationen des «Wall Street Journals» ist Trump in den vergangenen Tagen zunehmend skeptisch geworden, ob Verhandlungen mit dem Iran wirklich zu einem dauerhaften Frieden führen können. Die US-Zeitung zitierte einen ranghohen Regierungsbeamten, wonach Trump der Ansicht sei, dass der Iran nur militärische Gewalt verstehe. Der Präsident sehe außer der Fortsetzung der Luftangriffe kaum gute Optionen.

Die USA hatten gemeinsam mit Israel Ende Februar den Krieg begonnen, in dessen Verlauf erhebliche Spannungen zwischen den Verbündeten zutage traten. Am Dienstag wird Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen.

de | ausland | 69865455 |