Riad: Huthi-Angriff auf Flughafen tötet zwölf Menschen
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 06:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einem Angriff auf den internationalen Flughafen King Khalid in Riad sind nach Angaben der staatlichen saudischen Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt worden.
Flughafenbetrieb vorübergehend eingestellt
Einige Verletzte schwebten am Morgen in Lebensgefahr. Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis machte die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz für den Angriff auf eines der Passagierterminals verantwortlich.
Der Bündnissprecher Turki al-Maliki bezeichnete die Attacke auf der Plattform X als „regelrechtes Kriegsverbrechen“ und kündigte eine entschiedene Reaktion an. Unter den Getöteten waren nach Angaben der Luftfahrtbehörde vier saudische Staatsangehörige sowie Menschen aus Bangladesch, den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Sudan und den palästinensischen Gebieten.
Trump prüft militärische Unterstützung
US-Präsident Donald Trump erklärte kurz nach dem Angriff, er prüfe, ob sich die Vereinigten Staaten den saudischen Angriffen auf die Huthi im benachbarten Jemen anschließen sollten. US-Außenminister Marco Rubio verurteilte die Attacken und erklärte, die USA stünden an der Seite Saudi-Arabiens.
Die US-Botschaft in Saudi-Arabien rief US-Bürger dazu auf, den Flughafen King Khalid und die umliegenden Gebiete zu meiden. Regierungsmitarbeiter benötigen für die Nutzung des Flughafens sowie der Flughäfen in Dschidda und Dammam eine Sondergenehmigung.
Huthi-Angriffe nehmen zu
Die Huthi hatten ihre Angriffe auf Saudi-Arabien zuletzt verstärkt. Der Flughafen King Khalid war bereits am Donnerstag attackiert worden; dabei kamen drei saudische Staatsangehörige ums Leben. Auch der Flughafen Abha im Südwesten Saudi-Arabiens wurde in derselben Woche angegriffen.
Zu der erneuten Attacke vom Samstag lag zunächst kein Bekennerschreiben der Huthi vor. Die Miliz kämpft seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die international anerkannte Regierung des Jemen, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Am vergangenen Wochenende kündigte die jemenitische Regierung eine großangelegte Offensive zur Rückeroberung von Huthi-kontrollierten Gebieten an.
Neue Gefahr für Schifffahrt
Parallel wurde in der Straße von Hormus erneut ein Tanker angegriffen. Nach Angaben der britischen Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt traf ein unbekanntes Geschoss das Schiff und löste ein Feuer aus; die Besatzung blieb demnach in Sicherheit. Wer hinter dem Angriff steckt, war zunächst unklar.
Der Iran behindert seit Beginn des Krieges den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge. Das US-Militär griff nach eigenen Angaben erneut einen zivilen Frachter an, dessen Besatzung versucht habe, die Seeblockade gegen den Iran zu durchbrechen.
Ein regionaler Krieg mit überregionalen Folgen
Der Angriff steht im Zusammenhang mit der erneuten Eskalation des Jemen-Kriegs. Die Huthi kontrollieren weite Teile des Landes und verfügen über Raketen und Drohnen, mit denen sie Ziele in Saudi-Arabien erreichen können. Saudi-Arabien unterstützt die international anerkannte jemenitische Regierung militärisch und greift seinerseits Stellungen der Huthi an.
Mit dem Flughafen King Khalid gerät ein ziviler Verkehrsknotenpunkt ins Zentrum der Auseinandersetzung. Wiederholte Attacken können nicht nur den Reiseverkehr in der Region beeinträchtigen, sondern auch die Sicherheitslage für ausländische Beschäftigte, Geschäftsreisende und Pilger verschärfen. Fluggesellschaften reagieren bereits mit Aussetzungen und Umleitungen.
Washington unter Entscheidungsdruck
Die angekündigte Prüfung einer möglichen US-Unterstützung für saudische Angriffe erhöht das Eskalationsrisiko. Die Vereinigten Staaten sind sicherheitspolitisch eng mit Saudi-Arabien verbunden, müssen aber zugleich vermeiden, direkt in einen weiteren regionalen Krieg hineingezogen zu werden. Jede militärische Beteiligung könnte die Huthi zu weiteren Angriffen auf Flughäfen, Energieanlagen oder Schifffahrtswege bewegen.
Für Reisende ist entscheidend, dass sich die Lage kurzfristig ändern kann. Der Flughafenbetrieb wurde vorübergehend eingestellt; zudem warnen diplomatische Vertretungen vor der Nutzung des Flughafens und der umliegenden Gebiete. Flugstatus, Sicherheitsanweisungen und Reisehinweise sollten daher unmittelbar vor einer Reise geprüft werden.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau.de: „Huthi-Miliz greift offenbar Flughafen in Riad an“ (10.10.2026)
Der Bericht bestätige den erneuten Angriff auf den Flughafen und die Behandlung mehrerer Schwerverletzter. Er setze den Schwerpunkt auf die Warnungen mehrerer Staaten vor einer Nutzung des Flughafens sowie auf die Überlegungen der US-Regierung zu einer Unterstützung Saudi-Arabiens; die spätere Opferzahl der dpa-Meldung werde darin noch nicht genannt.
Euronews: „Riyadh-Flughafen: Evakuierungen und Verletzte nach mutmaßlichem Huthi-Angriff“ (10.10.2026)
Der Artikel berichte über Evakuierungen, verletzte Passagiere und ausgefallene Flüge und ordne den Angriff in eine Serie von Attacken auf saudische Flughäfen ein. Anders als die dpa-Meldung bleibe die Zuschreibung an die Huthi dort zunächst eine Vermutung; zugleich hebe der Bericht die Auswirkungen auf den internationalen Luftverkehr hervor.
Beide Beiträge bestätigten den Angriff und die Beeinträchtigungen des Flughafenbetriebs. Sie unterschieden sich vor allem beim Zeitpunkt der Darstellung und beim Schwerpunkt: Während tagesschau.de die politische Reaktion Washingtons betone, konzentriere sich Euronews auf Augenzeugen, Evakuierungen und Flugausfälle.

