Reza Pahlavi nimmt Freiheitspreis für iranisches Volk in Frankfurt entgegen
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 04:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer im US-Exil lebende iranische Oppositionspolitiker Reza Pahlavi kommt Anfang November nach Deutschland, um in Frankfurt den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit stellvertretend für das iranische Volk entgegenzunehmen. Die FDP-nahe Stiftung würdigt damit den Freiheitswillen der Menschen im Iran, die sich nach eigener Darstellung mutig gegen das herrschende Regime stellen.
Stiftung zeichnet Engagement für liberale Bürgergesellschaft aus
Nach Angaben von Vorstandschef Steffen Saebisch zeichnet die Stiftung mit dem Preis alle zwei Jahre „herausragendes Engagement“ für eine liberale Bürgergesellschaft aus. Ziel sei es, freiheitliche Bestrebungen weltweit zu stärken und sichtbar zu machen. Im aktuellen Jahr steht dabei bewusst nicht eine Einzelperson im Mittelpunkt, sondern das iranische Volk, das nach Einschätzung der Stiftung sein Leben riskiert, um das Regime zu stürzen.
Saebisch betonte, die Stiftung ehre „den Freiheitswillen vieler Hunderttausender“, die im Iran für politische Veränderung eintreten. Pahlavi soll den Preis treuhänderisch entgegennehmen, bis er eines Tages an frei gewählte Vertreter des Landes übergeben werden kann.
Pahlavi als Treuhänder des Preises
Begründet wird die Wahl Pahlavis damit, dass er sich nicht auf eine bestimmte Staatsform für den Iran festlegt, sondern hervorhebt, das iranische Volk müsse selbst über die künftige Ordnung entscheiden. Damit wolle die Stiftung eine Persönlichkeit auswählen, die verschiedene Strömungen der Opposition ansprechen kann.
Zudem setzt sich Pahlavi nach Darstellung Saebischs dafür ein, die vom Iran ausgehenden Konflikte im Nahen Osten zu beenden. Er gilt seit Jahren als prominentes Mitglied der iranischen Opposition und lebt im Exil in den Vereinigten Staaten.
Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche
Der Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit wird am 7. November in der Frankfurter Paulskirche vergeben. Der historische Ort spielt in der deutschen Demokratiegeschichte eine besondere Rolle und dient der Stiftung wiederholt als Bühne für ihre Auszeichnungen.
Die Laudatio auf das iranische Volk hält der frühere FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai, der selbst aus dem Iran stammt. Mit seiner Rede soll die Verbindung zwischen den Erfahrungen der Menschen im Iran und der deutschen Debatte über Freiheit und Menschenrechte hervorgehoben werden.
Die Verleihung des Freiheitspreises der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit an das iranische Volk kommt in einer Phase anhaltender Spannungen zwischen der iranischen Führung und großen Teilen der Bevölkerung. Seit dem Tod von Jina Mahsa Amini im Herbst 2022 haben landesweite Proteste gegen das System der Islamischen Republik wiederholt gezeigt, wie groß der Wunsch nach politischen und gesellschaftlichen Veränderungen ist.
Opposition im Exil und Symbolik der Paulskirche
Reza Pahlavi spielt als Sohn des gestürzten Schahs eine besondere Rolle innerhalb der iranischen Opposition im Exil. Seine wiederholte Betonung, dass allein das iranische Volk über die künftige Staatsform entscheiden solle, zielt darauf, monarchistische und republikanische Strömungen der Opposition zusammenzuführen und den Fokus auf demokratische Selbstbestimmung zu legen.
Die Wahl der Frankfurter Paulskirche als Ort der Preisverleihung unterstreicht den demokratiehistorischen Anspruch des Freiheitspreises. Die Paulskirche gilt in Deutschland als Symbolort für parlamentarische Tradition und bürgerliche Freiheitsrechte. Dass dort eine Auszeichnung an das iranische Volk verliehen wird, macht deutlich, dass die Stiftung den Freiheitskampf im Iran in eine Reihe mit historischen und aktuellen Demokratiebewegungen stellt.
Signalwirkung für deutsche Iran-Politik
Für die deutsche Innen- und Außenpolitik besitzt die Ehrung vor allem eine Signalwirkung. Sie ist keine staatliche Entscheidung, zeigt aber, wie stark gesellschaftliche und parteinahe Akteure die Menschenrechtslage im Iran beobachten und bewerten. Die Laudatio eines deutschen Spitzenpolitikers mit iranischen Wurzeln macht die Verbindung zwischen der hiesigen Debatte und den Erfahrungen von Menschen mit iranischem Hintergrund deutlich.
Für Leser in Deutschland ist die Preisvergabe ein Hinweis darauf, dass der Konflikt zwischen Staatsführung und Bevölkerung im Iran langfristig angelegt ist und auch die europäische Politik weiterhin beschäftigen wird. Die Anerkennung des „Freiheitswillens vieler Hunderttausender“ betont, dass sich der Blick nicht allein auf Regierungen richtet, sondern auf diejenigen, die unter hohen Risiken für mehr Rechte und Beteiligung kämpfen.
