RAF Fairford: USA ziehen alle Bomber nach Anschlagsdrohung ab
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 14:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das Pentagon hat nach einem Sicherheitsvorfall am US-Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford in Großbritannien alle dort stationierten Langstreckenbomber in die Vereinigten Staaten zurückbeordert.
Alle Bomber wieder in den USA
„Wir können nun bestätigen, dass alle US-Bomber, die auf dem Stützpunkt RAF Fairford stationiert waren, wieder an ihre Heimatstützpunkte in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt sind“, teilte ein Beamter des US-Verteidigungsministeriums mit. Zuvor hatte das Pentagon aus Gründen der operativen Sicherheit keine Bewegungen der Streitkräfte in Echtzeit kommentiert.
Die britische Regierung erklärte am Montag, der Stützpunkt sei sicher. Zugleich verwies ein Sprecher auf bewährte Verfahren zum Schutz britischer und ausländischer Militärbasen. Zu militärischen Operationen anderer Staaten äußere sich die Regierung nicht.
Neue Drohungen gegen den Stützpunkt
Nach Informationen der New York Times gaben neue Drohungen gegen RAF Fairford den Ausschlag für den überraschenden Abzug. Demnach lagen Hinweise auf einen vom Iran unterstützten Anschlag vor, berichtete die Zeitung unter Berufung auf zwei US-Beamte. Das Pentagon äußerte sich dazu nicht weiter.
Die US-Streitkräfte hatten im März zusätzliche Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt, um im Krieg gegen den Iran flexibler agieren zu können. Nach Angaben der New York Times starteten einige Maschinen samt Besatzungen bereits, während Tankflugzeuge für die Unterstützung über dem Atlantik noch vorbereitet wurden.
Festnahmen nahe RAF Fairford
Ende September waren fünf Männer nahe dem Stützpunkt festgenommen worden. Gegen sie wird wegen des Verdachts ermittelt, eine terroristische Tat vorbereitet und gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben. Sie wurden inzwischen unter strengen Auflagen freigelassen.
Ein sechster Verdächtiger mit iranisch-britischer Staatsbürgerschaft wurde in den folgenden Tagen ebenfalls vorübergehend festgenommen und anschließend unter Auflagen freigelassen. Der britische Premierminister Andy Burnham bestätigte Hinweise auf eine mögliche Verbindung zum Iran. US-Außenminister Marco Rubio sprach von der möglichen Beteiligung eines ausländischen Akteurs.
US-Luftwaffe bleibt einsatzbereit
Dem Wall Street Journal und der New York Times zufolge waren zuletzt rund zwölf B-1-Bomber in Fairford stationiert. Das Pentagon betonte, die Piloten der US-Bomberflotte mit B-1-, B-2- und B-52-Maschinen seien weiterhin bereit, präzise globale Angriffe durchzuführen.
Militärische Bedeutung des Abzugs
RAF Fairford war im Zuge des Iran-Krieges zu einem wichtigen europäischen Ausgangspunkt für US-Langstreckenbomber geworden. Die Verlegung zusätzlicher Maschinen im März sollte den Vereinigten Staaten ermöglichen, Ziele im Nahen Osten flexibler zu erreichen. Nach Angaben aus dem aktuellen Bericht befanden sich zuletzt etwa zwölf B-1-Bomber am Stützpunkt.
Der Abzug verändert vor allem die Stationierung und Logistik, nicht automatisch die Einsatzbereitschaft der US-Luftwaffe. Das Pentagon betont, dass B-1-, B-2- und B-52-Besatzungen weiterhin für globale Präzisionsangriffe bereitstünden. Die Rückkehr in die USA verlängert jedoch je nach Einsatzort die Wege und erhöht den Bedarf an Luftbetankung und vorausgeplanter Unterstützung.
Sicherheitslage in Großbritannien
Die Festnahmen Ende September und die spätere Festnahme eines britisch-iranischen Staatsbürgers haben die Sicherheitsdebatte rund um Fairford verschärft. Alle sechs Verdächtigen sind inzwischen unter Auflagen wieder frei. Britische Behörden sehen Hinweise auf eine mögliche iranische Verbindung, während Teheran eine Beteiligung zurückweist.
Für die Bevölkerung in der Umgebung bedeutet der Vorgang vor allem eine erhöhte Aufmerksamkeit von Polizei und Sicherheitsdiensten. Politisch dürfte entscheidend sein, ob die Ermittlungen konkrete Belege für einen geplanten Anschlag und eine Steuerung durch einen ausländischen Akteur ergeben. Bis dahin bleiben die Vorwürfe Gegenstand laufender Verfahren.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau.de: „Ermittlungen wegen Terrorverdacht: USA ziehen Bomber von britischem Stützpunkt ab“ (05.10.2026)
Der Bericht bestätige den vollständigen Abzug der Langstreckenbomber und ordne ihn in die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Anschlagspläne ein. Er hebe zudem hervor, dass die britischen Behörden einen möglichen Iran-Bezug sähen, Teheran eine Beteiligung aber zurückweise; offen bleibe der konkrete Zusammenhang zwischen den Ermittlungen und der militärischen Entscheidung.
n-tv: „USA ziehen alle Bomber von britischem Stützpunkt Fairford ab“ (04.10.2026)
Der Bericht bestätige ebenfalls den Abzug und stelle stärker heraus, dass die Vereinigten Staaten einen direkten Zusammenhang mit dem Terrorverdacht nicht bestätigten. Zugleich verweise er auf die Festnahmen, die Hinweise auf eine mögliche iranische Verbindung und die fortbestehende Einsatzbereitschaft der US-Bomber; damit betone er vor allem die offene Bewertung des Sicherheitsvorfalls.
Beide Berichte stimmten beim Abzug und bei den Ermittlungen überein. Unterschiede gebe es beim Schwerpunkt: Während der eine Bericht die behördlichen Angaben und den Iran-Bezug einordne, betone der andere die fehlende offizielle Bestätigung eines unmittelbaren Zusammenhangs.
