RAF Fairford, Terrorverdacht

RAF Fairford: Terrorverdächtiger soll selbst Polizei gerufen haben

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 04:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach der Festnahme von fünf Männern nahe der US-Luftwaffenbasis RAF Fairford gibt es neue Angaben zum Ablauf des Polizeieinsatzes. Ein Verdächtiger soll selbst den Notruf gewählt haben, bevor eine Anwohnerin die Polizei alarmierte.

  • Einer der Verdächtigen soll selbst die Polizei gerufen und den mutmaßlichen Anschlag vereitelt haben. (Archivbild) - Bild: Ben Birchall/PA Wire/dpa
    Einer der Verdächtigen soll selbst die Polizei gerufen und den mutmaßlichen Anschlag vereitelt haben. (Archivbild) - Bild: Ben Birchall/PA Wire/dpa
  • Der US-Militärstützpunkt spielt eine Rolle im Iran-Krieg. (Archivbild) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
    Der US-Militärstützpunkt spielt eine Rolle im Iran-Krieg. (Archivbild) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa
Einer der Verdächtigen soll selbst die Polizei gerufen und den mutmaßlichen Anschlag vereitelt haben. (Archivbild) - Bild: Ben Birchall/PA Wire/dpa Der US-Militärstützpunkt spielt eine Rolle im Iran-Krieg. (Archivbild) - Bild: Alastair Grant/AP/dpa

Einer der fünf unter Terrorverdacht nahe der US-Luftwaffenbasis RAF Fairford festgenommenen Männer soll selbst die Polizei gerufen und damit möglicherweise eine geplante Tat vereitelt haben.

Polizei war offenbar schon vor Ort

Nach bisherigen Angaben hatte eine Anwohnerin am frühen Sonntagmorgen den Notruf gewählt, nachdem sie drei Lieferwagen und eine Gruppe maskierter Männer nahe des Stützpunkts gesehen hatte. Nach Informationen der britischen Tageszeitung „The Times“ soll die Polizei zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits vor Ort gewesen sein, weil einer der Verdächtigen fast eine Stunde zuvor angerufen habe.

Motiv des Anrufs bleibt offen

Die Ermittler konzentrieren sich dem Bericht zufolge unter anderem auf die Frage, ob die fünf Männer im Auftrag des Iran gehandelt haben oder andere Motive hinter dem Geschehen standen. Warum der Verdächtige selbst die Polizei verständigte, war zunächst ebenfalls unklar.

Kein funktionsfähiger Sprengsatz gefunden

Die fünf Männer waren in der Nacht zum Sonntag nahe RAF Fairford aufgegriffen worden. Sie stehen im Verdacht, eine terroristische Tat vorbereitet und gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben.

Der Leiter der britischen Anti-Terror-Einheit, Laurence Taylor, erklärte am Dienstag, es seien keine improvisierten Sprengsätze gefunden worden. Die Polizei habe jedoch Benzin als Brandbeschleuniger sichergestellt.

Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Polizei um britische Staatsbürger im Alter von 23 bis 25 Jahren mit Wohnsitz in London. Sie wurden inzwischen unter Auflagen freigelassen.

Ein Ermittlungsfall mit internationalem Bezug

RAF Fairford ist ein britischer Militärflugplatz in Gloucestershire, den die US-Luftwaffe nutzt. Der Stützpunkt besitzt deshalb über die unmittelbare lokale Bedeutung hinaus strategisches Gewicht. Von Fairford aus operierten US-Flugzeuge auch im Zusammenhang mit dem Konflikt mit Iran.

Die Ermittlungen richten sich nach Angaben der britischen Polizei nicht nur auf einen möglichen Verstoß gegen Terror- und Sprengstoffgesetze. Geprüft wird auch, ob ein ausländischer Staat oder andere Akteure hinter dem Geschehen stehen könnten. Eine solche Prüfung ist angesichts der militärischen Nutzung des Standorts und der aktuellen Spannungen im Nahen Osten politisch besonders sensibel.

Was bislang feststeht

Die fünf Verdächtigen sind britische Staatsbürger im Alter von 23 bis 25 Jahren und stammen aus London. Sie wurden nach ihrer Festnahme unter Auflagen freigelassen; die Ermittlungen laufen weiter. Zugleich hat die Polizei klargestellt, dass kein funktionsfähiger improvisierter Sprengsatz gefunden wurde, sondern Benzin als Brandbeschleuniger sichergestellt worden sei.

Für die Bevölkerung vor Ort bleibt damit vor allem die Frage offen, was die Männer tatsächlich vorhatten und welche Bedeutung der Anruf eines Verdächtigen hatte. Die unterschiedlichen Hinweise zum Ablauf erklären, warum die Behörden vor voreiligen Schlussfolgerungen warnen und die möglichen Motive zunächst breit untersuchen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Landwirtin machte Polizei offenbar auf mutmaßliche Terroristen aufmerksam“ (28.09.2026)

Der Bericht schildere, eine Landwirtin habe nach der Beobachtung von Transportern und maskierten Männern den Notruf gewählt. Er hebe zudem hervor, dass die fünf Verdächtigen unter Auflagen freigelassen worden seien und mehrere Spuren geprüft würden; der Bericht behandle damit vor allem die Rolle der Anwohnerin und mögliche Sicherheitslücken.

DER SPIEGEL: „Marco Rubio spricht von »ausländischem Akteur« hinter möglichem Anschlag“ (29.09.2026)

Der Artikel berichte, US-Außenminister Marco Rubio sehe die Handschrift eines ausländischen Akteurs. Er bestätige die Festnahmen und die Freilassung unter Auflagen, setze den Schwerpunkt jedoch auf die geopolitische Dimension; zugleich bleibe offen, welcher Akteur gemeint sei.

Beide Berichte bestätigten den Ermittlungsstand und die fortbestehenden offenen Fragen. Während der erste Beitrag den Ablauf vor Ort und die Wahrnehmung der Anwohnerin betone, rücke der zweite die mögliche internationale Dimension in den Mittelpunkt.

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