Paraguay, Santiago Peña

Paraguay: Präsident Santiago Peña tritt für Stabilität zurück

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 17:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Santiago Peña hat sein Amt als Präsident Paraguays niedergelegt. In einer Fernsehansprache begründete er den Schritt mit dem Interesse an der Stabilität des Landes.

Paraguays Präsident zieht Konsequenzen

  • Santiago Peña erklärte seinen Rücktritt in einer Fernsehansprache.
  • Der Präsident begründete den Schritt mit dem Interesse an der Stabilität Paraguays.
  • Die Erklärung erfolgte im Zusammenhang mit einer schweren Krise der Regierung.
Paraguays Präsident Santiago Peña tritt zurück. (Archivbild) - Bild: Heather Khalifa/FR172147 AP/AP/dpa

Paraguays Präsident Santiago Peña tritt zurück

Paraguays Präsident Santiago Peña hat seinen Rücktritt erklärt. In einer Fernsehansprache sagte er, er tue dies im Interesse der Stabilität seines Landes.

Rücktritt inmitten einer politischen Krise

Die Erklärung Peñas erfolgt während einer schweren politischen und finanziellen Krise in Paraguay. Im Zentrum steht der Zusammenbruch der Ueno Bank, der nach Berichten über den unmittelbaren Vorgang hinaus erheblichen Druck auf die Regierung ausgelöst hat.

Bankenkrise belastet Regierung

Die Bank wurde unter staatliche Aufsicht gestellt und ein Liquidationsverfahren eingeleitet. Tausende Kunden suchten den Zugang zu ihren Konten, während die Opposition politische Verantwortung verlangte.

Amtsenthebung stand im Raum

Nach Angaben von Euronews hatte die Abgeordnetenkammer auf Antrag von 35 Abgeordneten eine außerordentliche Sitzung zur Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Peña angesetzt. Dafür wären 53 Stimmen im Unterhaus und anschließend eine Zustimmung von zwei Dritteln des Senats erforderlich gewesen.

Folgen reichen in die Wirtschaft

Die Krise traf auch den Handel: Der Verband der Importeure und Händler meldete einen Rückgang der Umsätze in großen Handelsketten um 35 Prozent. Zugleich ordneten Ermittler die Festnahme von acht Spitzenmanagern der Bank an.

Der Rücktritt fällt in eine akute politische und finanzielle Krise Paraguays. Auslöser war der Zusammenbruch der Ueno Bank, die nach Angaben von Euronews unter staatliche Aufsicht gestellt und liquidiert wurde. Der Vorgang betrifft Millionen Kunden sowie öffentliche Mittel und hat dadurch eine Bedeutung, die über ein einzelnes Bankproblem hinausgeht.

Besonders schwer wiegt der Vertrauensverlust in die Finanzaufsicht und die politische Verantwortung der Regierung. Gegen Präsident Santiago Peña war bereits ein Amtsenthebungsverfahren beantragt worden; zugleich standen der Zentralbank und dem Management des Instituts juristische Konsequenzen bevor. Der Rücktritt soll nach Peñas Erklärung die Stabilität des Landes sichern, beendet die institutionelle Krise aber nicht automatisch.

Folgen für Staat und Bevölkerung

Für die Bevölkerung steht vor allem der Zugang zu Ersparnissen und laufenden Zahlungen im Mittelpunkt. Ein gesetzlicher Garantiefonds soll Einlagen bis zu einer festgelegten Grenze absichern. Zugleich zeigen die gemeldeten Einbrüche im Handel, wie schnell ein Bankenproblem auf den Binnenkonsum und damit auf die Realwirtschaft durchschlagen kann.

Politisch kommt es nun auf die verfassungsrechtlich vorgesehene Nachfolge und auf die Aufarbeitung der Bankenkrise an. Entscheidend sind dabei die Sicherung der Kundengelder, die Klärung der Verantwortung von Aufsicht und Bankführung sowie die Wiederherstellung des Vertrauens in Paraguays Finanzsystem.

Euronews: „Ueno Bank kollabiert: Polit-Beben setzt Präsident Peña in Paraguay unter Druck“ (05.11.2026)

Der Artikel stellte den Rücktritt in den Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Ueno Bank, dem Zugriff vieler Kunden auf ihre Konten und dem politischen Druck auf Peña. Als weiterer Schwerpunkt würden die Liquidation des Instituts, Ermittlungen gegen Bankmanager und ein beantragtes Amtsenthebungsverfahren genannt.

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