Papst Leo XIV. trifft Missbrauchsopfer in Lourdes
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 20:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWSPapst Leo XIV. ist bei seinem Frankreich-Besuch im Marien-Wallfahrtsort Lourdes mit sieben Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche zusammengekommen.
Versprechen des Papstes
Nach Angaben des Vatikans versprach Leo, sich dafür einzusetzen, «damit sich das erlittene Unrecht für andere nicht wiederholt».
Unter den Teilnehmern war Véronique Garnier. Nach dem Treffen sagte sie: «Wir hoffen, dass sich etwas ändert.»
Messe mit 150.000 Menschen
Zuvor hatte der Papst bei einer Messe unter freiem Himmel mit 150.000 Teilnehmern von «tiefen Wunden und schmerzhaften Fehltritten» gesprochen, die in der Kirche begangen worden seien.
Mehr als 200.000 Opfer seit 1950
Auch in Frankreich wurden Missbrauchsfälle durch Priester über Jahrzehnte hinweg von der katholischen Kirche unter den Teppich gekehrt. Einer unabhängigen Untersuchungskommission zufolge gab es seit 1950 mehr als 200.000 Opfer.
Abschluss der Reise in Metz
Leo hält sich seit Freitag in Frankreich auf. Letzte Station seiner Reise wird am Montag Metz sein, wo er eine Europa-Rede halten will.
Ein symbolisch wichtiger Ort
Das Treffen in Lourdes verbindet die religiöse Bedeutung des Wallfahrtsortes mit einem der schwerwiegendsten Krisenthemen der katholischen Kirche. Die Begegnung mit sieben Betroffenen steht dabei für das persönliche Leid hinter den jahrzehntelang dokumentierten Fällen sexueller Gewalt durch Geistliche in Frankreich.
Eine unabhängige Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass seit 1950 mehr als 200.000 Menschen Opfer von Missbrauch im Umfeld der Kirche geworden seien. Die Größenordnung erklärt, warum Aussagen über Aufarbeitung und Prävention an konkreten Veränderungen gemessen werden: an unabhängigen Beschwerdewegen, transparenter Anerkennung von Verantwortung und dauerhaftem Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Anspruch und Erwartungsdruck
Leo XIV. stellt die Begegnung in den Zusammenhang eines Versprechens, erlittenes Unrecht dürfe sich nicht wiederholen. Für Betroffene und ihre Angehörigen hat eine solche Zusage jedoch vor allem dann Gewicht, wenn sie mit überprüfbaren Maßnahmen verbunden wird. Dazu gehören die konsequente Aufklärung früherer Fälle, der Zugang zu Unterstützung und Entschädigung sowie klare Regeln für den Umgang mit Beschuldigten.
Die Reise führt den Papst anschließend nach Metz, wo eine Europa-Rede geplant ist. Damit verbindet der Besuch seelsorgerische, kirchenpolitische und europäische Themen. Für viele Leser ist entscheidend, ob die angekündigte Verantwortung über symbolische Gesten hinausreicht und den Schutz vor künftiger Gewalt dauerhaft verbessert.
