Papst Leo XIV. verlässt Klinik nach Lungenkrebs-Operation
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 12:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWSLeos Rückkehr in den Vatikan
- Papst Leo XIV. soll am Samstag aus der Gemelli-Klinik in Rom entlassen werden.
- Am Dienstag entfernten Ärzte den unteren Lappen seines rechten Lungenflügels.
- Der Vatikan kündigte für Sonntag ein Angelus-Gebet vom Fenster der päpstlichen Wohnung an.
Papst Leo XIV. kehrt nach Krebsoperation zurück
Papst Leo XIV. kann wenige Tage nach seiner Krebsoperation die Gemelli-Klinik in Rom verlassen und am Samstag in den Vatikan zurückkehren. Der Vatikan teilte mit, dass das Kirchenoberhaupt am Sonntag das Angelus-Gebet vom Fenster seiner päpstlichen Wohnung aus sprechen werde.
Ärzte sehen anhaltende Verbesserung
Bei dem Eingriff am Dienstag entfernten die Ärzte den unteren Lappen des rechten Lungenflügels, in dem sich ein bösartiger Tumor befunden hatte. Nach einer Blutuntersuchung und einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs stellten die Mediziner eine anhaltende Verbesserung des Gesundheitszustands fest.
Leo XIV. erhält inzwischen Physiotherapie, um die Atmung nach dem Eingriff zu unterstützen. Nach Angaben des medizinischen Bulletins kann der 71-Jährige seine normalen täglichen Aktivitäten wieder vollständig selbstständig ausführen.
Weitere Befunde entscheiden über Behandlung
Ob der Papst nach der rund 90-minütigen Operation krebsfrei ist, blieb zunächst offen. Bei dem entfernten Knoten handelte es sich um ein Lungenadenokarzinom, eine häufige Form von Lungenkrebs.
Unklar ist weiterhin, wie groß der Tumor war, ob weitere Knoten vorhanden waren und ob Lymphknoten befallen sind. Diese Befunde sind für die weitere Behandlung und die Frage entscheidend, ob eine Nachsorge ausreicht oder zusätzliche Therapien notwendig werden.
Papst telefonierte mit Putin
Am Vortag telefonierte Leo XIV. mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dabei forderte er ihn zu einem Waffenstillstand in der Frontstadt Oleschky im Süden der Ukraine auf.
Im Krankenhaus feierte der Papst zudem gemeinsam mit Beschäftigten eine Messe. Ob er im November wie geplant zu einer fast zweiwöchigen Reise nach Südamerika aufbrechen kann, hängt von den weiteren medizinischen Befunden ab.
Medizinische Einschätzung zum Lungenlappen
Der Pneumologe Jürgen Behr von der Ludwig-Maximilians-Universität München erklärte, der Verlust eines Lungenlappens gehe bei Patienten typischerweise mit einem Leistungsrückgang der Lunge von etwa 10 bis 20 Prozent einher. Im Alltag könne dies häufig kaum auffallen.
Torsten Bauer, Chefarzt der Pneumologie am Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin, sagte, bei normaler Lungenfunktion vor der Operation sei eine Beeinträchtigung des Papstes durch den entfernten Lungenlappen wahrscheinlich nicht zu erwarten.
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Die Entlassung wenige Tage nach dem Eingriff markiert vor allem einen medizinischen Zwischenstand: Der Vatikan meldet eine anhaltende Verbesserung, während die Ärzte weitere Befunde für die Beurteilung der Erkrankung benötigen. Entscheidend sind unter anderem die Eigenschaften des entfernten Tumors, ein möglicher Befall der Lymphknoten und Hinweise auf Metastasen.
Bei der Operation wurde der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt. Nach Einschätzung der in der Meldung genannten Pneumologen kann der Verlust eines einzelnen Lungenlappens bei zuvor normaler Lungenfunktion im Alltag häufig kompensiert werden. Die laufende Physiotherapie soll die Erholung der Atmung unterstützen.
Gesundheit und Amtsgeschäfte
Für den Vatikan bedeutet die Rückkehr in die päpstliche Wohnung, dass Leo XIV. seine öffentlichen Aufgaben schrittweise wieder aufnehmen kann. Das angekündigte Angelus-Gebet am Sonntag ist dabei ein sichtbares Zeichen, ersetzt aber keine medizinische Aussage über die langfristige Belastbarkeit.
Auch die politische und kirchliche Agenda bleibt von der Genesung abhängig. Das Telefonat mit Wladimir Putin und der Aufruf zu einem Waffenstillstand zeigen, dass der Papst bereits aus dem Krankenhaus heraus außenpolitische Akzente setzte. Ob die geplante Südamerikareise im November stattfinden kann, hängt von den weiteren Untersuchungen und dem Verlauf der Nachsorge ab.
