Papst Leo XIV. muss wegen Lungenknoten operiert werden
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 13:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWSOperation in Rom steht bevor
- Leo XIV. teilte beim Sonntagsgebet im Vatikan mit, dass Ärzte einen Knoten in seiner Lunge entdeckt hätten.
- Der 71-jährige Papst soll in den nächsten Tagen in der Gemelli-Klinik in Rom operiert werden.
- Nach dem Eingriff ist nach Angaben aus dem Vatikan eine Erholungszeit von etwa einer Woche vorgesehen.
Papst Leo XIV. muss sich anderthalb Jahre nach seiner Wahl wegen eines entdeckten Knotens in der Lunge operieren lassen.
Papst gibt Befund selbst bekannt
Der gebürtige US-Amerikaner informierte die Gläubigen beim Sonntagsgebet auf dem Petersplatz überraschend über den Eingriff. Er sagte, der Knoten befinde sich im Anfangsstadium und sei gut lokalisiert.
Nach den Worten des Papstes hielten die Ärzte eine Operation für angebracht. Weitere Einzelheiten zu dem Befund wurden zunächst nicht bekannt.
Diagnose bleibt zunächst offen
Ein Lungenknoten kann verschiedene Ursachen haben. Möglich sind unter anderem zurückliegende Entzündungen oder Infekte, gutartige Wucherungen, Lungenkrebs oder Metastasen eines Tumors an anderer Stelle.
Ob das Gewebe gutartig oder bösartig ist, lässt sich häufig erst durch eine Gewebeprobe oder die operative Entfernung klären. Ärzte beschreiben einen einzelnen Knoten normalerweise nicht mit einem Krankheitsstadium; möglicherweise verwendete Leo den Ausdruck allgemein für einen kleinen oder früh entdeckten Befund.
Reise nach Südamerika geplant
Leo XIV., der mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost heißt, führt die katholische Kirche seit Mai des vergangenen Jahres. Als erster Papst aus den USA steht er an der Spitze von weltweit rund 1,4 Milliarden Katholiken.
Für den kommenden Monat ist eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru geplant. In Peru war Prevost viele Jahre als Missionar und Bischof tätig und besitzt auch die peruanische Staatsbürgerschaft.
Bislang ohne bekannte Beschwerden
Seit seiner Wahl waren keine gesundheitlichen Probleme des Papstes bekanntgeworden. Er hielt sich mit Tennis, Schwimmen und regelmäßigen Übungen fit und absolvierte zuletzt bei einer Frankreich-Reise ein mehrtägiges Programm ohne erkennbare Schwächen.
Leo XIV. machte zudem mit einem Lehrschreiben zur Künstlichen Intelligenz und politischen Positionen auf sich aufmerksam. Unter anderem rief er zu diplomatischen Lösungen für Kriege auf, mahnte einen humanen Umgang mit Flüchtlingen an und kritisierte die Todesstrafe.
Ein Befund mit vielen möglichen Ursachen
Ein „Knoten“ in der Lunge beschreibt zunächst einen auffälligen Gewebebereich, aber keine fertige Diagnose. Als Ursachen kommen unter anderem abgeheilte Infektionen, gutartige Veränderungen oder ein Tumor infrage. Entscheidend sind deshalb Größe, Lage, Wachstum und das Ergebnis einer Gewebeuntersuchung.
Die Ankündigung des Papstes lässt offen, welcher Befund konkret vorliegt. Auch die Formulierung, der Knoten befinde sich „im Anfangsstadium“, ist medizinisch nicht eindeutig: Stadien werden üblicherweise bei diagnostizierten Erkrankungen wie Krebs verwendet, nicht bei einem isolierten Lungenknoten. Die geplante Operation soll den Befund entfernen und zugleich die Grundlage für eine genaue Untersuchung schaffen.
Bedeutung für Vatikan und Reiseplan
Für den Vatikan ist die offene Mitteilung bemerkenswert, weil der Gesundheitszustand von Päpsten früher häufig stärker abgeschirmt wurde. Leo XIV. hat seit seiner Wahl ein hohes öffentliches Arbeitspensum absolviert und zuletzt eine Südamerika-Reise für den kommenden Monat geplant.
Ob der Eingriff diese Reise verändert, hängt vom Operationsverlauf, dem Genesungsbedarf und dem Ergebnis der Untersuchung ab. Die angekündigte Erholung von etwa einer Woche deutet zunächst auf einen begrenzten unmittelbaren Ausfall hin; über die längerfristige Belastbarkeit des 71-Jährigen sagt sie jedoch nichts aus.

