Papst Leo XIV, Lungenkrebs

Papst Leo XIV.: Lungenkrebs bleibt lokal begrenzt

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 22:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Gewebeproben nach der Operation in Rom zeigen einen lokal begrenzten Tumor. Die behandelnden Ärzte sehen deshalb keine Notwendigkeit für eine weitere Krebstherapie – nun rückt die geplante Südamerikareise in den Blick.

Leos Befund und nächste Termine

  • Die Ärzte bestätigten ein lokal begrenztes Lungenadenokarzinom beim 71 Jahre alten Papst.
  • Der Tumor saß im unteren Lappen des rechten Lungenflügels, der operativ entfernt wurde.
  • Für Anfang November ist eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru geplant.
Die Ärzte haben gute Nachrichten zum Gesundheitszustand des Papstes bekanntgegeben. (Archivbild) - Bild: Gregorio Borgia/AP/dpa

Ärzte bestätigen begrenzten Tumor bei Papst Leo

Der Lungenkrebs bei Papst Leo XIV. hat nach Angaben seiner Ärzte nicht gestreut. Untersuchungen des bei einer Operation entfernten Gewebes aus der Lunge bestätigten, dass die Erkrankung lokal begrenzt war; eine weitere Therapie ist nach der onkologischen Beurteilung nicht erforderlich.

Gewebeproben schaffen Klarheit

Dem 71 Jahre alten Kirchenoberhaupt war am Dienstag vergangener Woche der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt worden. In dem Gewebe befand sich ein bösartiger Tumor.

Die behandelnden Ärzte Luigi Carbone und Stefano Margaritora teilten mit, die endgültigen histologischen Befunde und die molekularbiologischen Untersuchungen seien ausgewertet und dokumentiert. Die Ergebnisse bestätigten ein Lungenadenokarzinom und eine lokal begrenzte Erkrankung.

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Keine weitere Krebstherapie nötig

Nach dem 90-minütigen Eingriff war zunächst offen, ob der Papst krebsfrei ist. Mit der nun veröffentlichten ärztlichen Einschätzung entfällt eine zusätzliche Behandlung; vorgesehen bleibt die medizinische Nachsorge.

Leo konnte am Samstag die Gemelli-Klinik im Nordwesten Roms verlassen. Einen Tag später sprach er das traditionelle Angelus-Gebet vom Fenster des Apostolischen Palastes aus vor Zehntausenden Gläubigen.

Südamerikareise bleibt im Blick

Für Anfang November ist eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru geplant. Ein behandelnder Arzt hatte bereits erklärt, aus medizinischer Sicht spreche nichts gegen den Trip.

Offen ist, ob das sportliche Programm an den Zustand des Papstes angepasst wird. Zum Reiseplan gehört Cusco in den peruanischen Anden auf 3.400 Metern Höhe; die dünnere Luft kann insbesondere bei Lungenkranken Atemprobleme und Höhenkrankheit begünstigen.

Leo spricht öffentlich über seine Erkrankung

Vor eineinhalb Wochen hatte Leo beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz überraschend von einem Knoten in seiner Lunge berichtet. Mit der Bekanntgabe setzte er ein Zeichen für einen offenen Umgang mit gesundheitlichen Problemen, der bei Päpsten früher nicht selbstverständlich war.

Leo XIV. heißt bürgerlich Robert Francis Prevost und ist 71 Jahre alt. Bei seiner Wahl vor eineinhalb Jahren galt der US-Amerikaner als Papst, der die katholische Kirche voraussichtlich über längere Zeit führen würde.

Die Mitteilung der behandelnden Ärzte beendet die zentrale Ungewissheit nach dem Eingriff: Der Tumor war auf das entfernte Lungengewebe begrenzt. Damit entfällt nach ärztlicher Einschätzung eine zusätzliche Krebstherapie; vorgesehen bleibt jedoch die medizinische Nachsorge.

Bei einem Lungenadenokarzinom hängt die weitere Behandlung unter anderem davon ab, ob sich Tumorzellen über den ursprünglichen Herd hinaus ausgebreitet haben. Die nun genannten histologischen und molekularbiologischen Befunde sind deshalb für die Einschätzung des Krankheitsstadiums entscheidend. Die Operation hat den unteren Lappen des rechten Lungenflügels entfernt.

Reisepläne unter medizinischer Beobachtung

Für den Vatikan hat die Nachricht auch organisatorische Bedeutung. Leo XIV. kann seine öffentlichen Aufgaben voraussichtlich ohne eine unmittelbar anstehende weitere Therapie planen. Ob die Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru tatsächlich im vorgesehenen Umfang stattfindet, hängt dennoch von seiner Belastbarkeit und der ärztlichen Nachsorge ab.

Besonders der geplante Aufenthalt in Cusco stellt eine zusätzliche körperliche Herausforderung dar. Die Stadt liegt auf rund 3.400 Metern Höhe; dünnere Luft kann bei Menschen mit eingeschränkter Lungenfunktion Atembeschwerden begünstigen. Der Papst war erst wenige Tage nach der Operation aus der Gemelli-Klinik entlassen worden und hatte anschließend wieder öffentlich das Angelus-Gebet gesprochen.

Offener Umgang mit der Erkrankung

Die öffentliche Kommunikation des Vatikans folgt einem vergleichsweise transparenten Muster: Leo XIV. hatte selbst über den in seiner Lunge entdeckten Knoten informiert, während Päpste ihren Gesundheitszustand früher häufig weniger offenlegen ließen. Für die katholische Kirche reduziert der aktuelle Befund den unmittelbaren Druck auf das päpstliche Terminprogramm, ersetzt aber nicht die laufende Kontrolle.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDF: „Krebs bei Papst Leo hat nicht gestreut“ (21.10.2026)

Der Beitrag bestätigt die lokal begrenzte Erkrankung und verweist auf die Mitteilung der behandelnden Ärzte. Im Mittelpunkt steht damit wie bei der dpa-Meldung der medizinische Befund; die weitere Planung des päpstlichen Alltags bleibt nachgeordnet.

Euronews: „Im Papamobil: Papst Leo XIV kehrt nach Lungen-OP zurück“ (21.10.2026)

Der Bericht hebt neben der bestätigten Diagnose eines Lungenadenokarzinoms vor allem die Rückkehr des Papstes in die Öffentlichkeit hervor. Damit setzt er einen anderen Schwerpunkt als die ärztliche Bewertung der nicht erforderlichen weiteren Therapie.

Beide Beiträge stimmen beim lokal begrenzten Befund überein. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Perspektive: Während ZDFheute die medizinische Erklärung in den Vordergrund stellt, betont Euronews Leos öffentliche Rückkehr; offen bleibt die konkrete Ausgestaltung des geplanten Reiseprogramms.

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