Papst Leo XIV. in Paris: Hunderttausende feiern Messe auf der Place de la Concorde
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 14:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMehrere Hunderttausend Menschen sind zu einer großen Messe mit Papst Leo XIV. auf der Place de la Concorde im Zentrum von Paris zusammengekommen.
600.000 Menschen erwartet
Das Oberhaupt der katholischen Kirche wurde nahe den Champs-Élysées von einer riesigen Menschenmenge empfangen. Zuvor war Leo XIV. unter großem Jubel im Papamobil die Champs-Élysées entlanggefahren.
Für den Gottesdienst waren nach offiziellen Angaben etwa 600.000 Teilnehmer angemeldet. Schon Stunden vor dem Beginn um 15.00 Uhr bildeten sich lange Schlangen an den Eingängen zu einem der größten Plätze von Paris.
Weiterreise nach Lourdes
Der in den USA geborene Papst hält sich seit Freitag zu seinem ersten Frankreich-Besuch seit seiner Wahl im vergangenen Jahr in dem Land auf. Am späten Nachmittag sollte er in den Marien-Wallfahrtsort Lourdes im Südwesten Frankreichs weiterreisen.
Am Samstag hatte Leo zunächst ein Sozialzentrum besucht und sich anschließend mit Erwachsenen getroffen, die erst kürzlich getauft worden waren. Er appellierte an sie, sich im Glauben an Christus nicht beirren zu lassen und ihn weiterzuverbreiten.
Mehr erwachsene Taufen
Nach Angaben der französischen Bischofskonferenz haben sich in Frankreich im laufenden Jahr 13.000 Erwachsene taufen lassen. Das sind dreimal so viele wie vor zehn Jahren. Zugleich hat sich die Zahl der Kindertaufen seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert.
Katholiken bilden in dem Land mit rund 69 Millionen Einwohnern weiterhin die größte religiöse Gruppe. Der Anteil der Muslime ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen; viele Menschen bekennen sich überhaupt nicht mehr zu einer Religion.
Begeisterung trotz Laizität
In Frankreich gilt – abgesehen von einigen Regionen im Osten – eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Trotzdem wurde der Papstbesuch von vielen Menschen begeistert aufgenommen. Chöre sangen vor Beginn der Messe, einige Besucher trugen Trikots der französischen Fußball-Nationalmannschaft mit dem Aufdruck „Pape Léon“ und der Rückennummer 14.
Die Umgebung der Champs-Élysées war aus Sicherheitsgründen bis auf die andere Seite der Seine weiträumig abgesperrt. Zuletzt hatte der deutsche Papst Benedikt XVI. Paris im Jahr 2008 besucht.
Reise führt nach Metz
Unter den Besuchern waren auch Kirchengruppen aus Deutschland. Einen Termin für einen Deutschland-Besuch von Leo XIV. gibt es bislang nicht. Letzte Station seiner Frankreich-Reise soll am Montag Metz nahe der deutsch-französischen Grenze sein, wo der Papst eine Rede über Europa halten will.
Laizität trifft sichtbare religiöse Resonanz
Der Empfang in Paris verbindet zwei Entwicklungen, die in Frankreich nebeneinander bestehen: Der Staat hält an der strikten Laizität fest, während katholische Großereignisse weiterhin erhebliche öffentliche Resonanz erzeugen können. Die große Zahl angemeldeter Teilnehmer und die langen Warteschlangen machen den Papstbesuch zu einem gesellschaftlich sichtbaren Ereignis, unabhängig davon, wie viele Menschen regelmäßig am kirchlichen Leben teilnehmen.
Die dpa-Meldung verweist zugleich auf einen gegenläufigen Trend. Erwachsene lassen sich wieder häufiger taufen; nach Angaben der französischen Bischofskonferenz sind es im laufenden Jahr 13.000, dreimal so viele wie vor zehn Jahren. Gleichzeitig ist die Zahl der Kindertaufen seit 2000 deutlich gesunken. Das spricht eher für eine Veränderung religiöser Bindungen als für eine einfache Rückkehr zu früheren Verhältnissen.
Politische und gesellschaftliche Bedeutung
Der Besuch fällt in ein Umfeld, in dem Fragen zu Sterbehilfe, Abtreibung, Künstlicher Intelligenz, Aufrüstung und Europas Zukunft besondere politische Bedeutung haben. Leo XIV. kann diese Themen mit einer religiösen Botschaft verbinden, ohne dass daraus eine institutionelle Nähe zwischen Kirche und Staat folgt.
Für Paris bedeutet die Messe zudem eine erhebliche organisatorische Aufgabe: Sicherheitsabsperrungen, Zugangskontrollen und Verkehrsmaßnahmen prägen weite Teile des Stadtzentrums. Lourdes und die für Montag geplante Europa-Rede in Metz erweitern den Besuch anschließend von einem religiösen Großereignis zu einer Reise mit internationaler und europapolitischer Ausstrahlung.
