Papst Leo XIV., Lungenkrebs

Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs: Rechter Lungenlappen entfernt

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 13:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei Papst Leo XIV. bestätigte eine Gewebeuntersuchung nach dem Eingriff ein Lungenadenokarzinom. Für die Prognose fehlen bislang Angaben zu Tumorgröße, Lymphknoten und möglichen Metastasen.

Operation und nächste Termine des Kirchenoberhaupts

  • Bei einer Routinekontrolle wurde bei Leo XIV. ein Knoten in der rechten Lunge entdeckt.
  • Ärzte entfernten in der Gemelli-Klinik den unteren Lappen der rechten Lunge.
  • Bis einschließlich 20. Oktober wurden die Audienzen des Papstes abgesagt.
  • Nach der Operation soll sich der Papst nun zunächst ausruhen.  - Bild: Andrew Medichini/AP/dpa
    Nach der Operation soll sich der Papst nun zunächst ausruhen. - Bild: Andrew Medichini/AP/dpa
  • Dem an Lungenkrebs erkrankten Papst wurde vorsorglich ein Stück der Lunge entfernt. - Bild: Alessandra Tarantino/AP/dpa
    Dem an Lungenkrebs erkrankten Papst wurde vorsorglich ein Stück der Lunge entfernt. - Bild: Alessandra Tarantino/AP/dpa
Nach der Operation soll sich der Papst nun zunächst ausruhen.  - Bild: Andrew Medichini/AP/dpa Dem an Lungenkrebs erkrankten Papst wurde vorsorglich ein Stück der Lunge entfernt. - Bild: Alessandra Tarantino/AP/dpa

Papst Leo XIV. erhält Krebsdiagnose nach Lungenoperation

Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs. Bei einer Operation wurde ihm der untere Lappen der rechten Lunge entfernt, nachdem Ärzte bei einer Routineuntersuchung einen Knoten entdeckt hatten.

Diagnose nach dem Eingriff bestätigt

Die Untersuchung ergab ein Lungenadenokarzinom, eine bösartige und häufige Form von Lungenkrebs. Der Vatikan hatte zunächst nicht mitgeteilt, wie groß der Tumor war, ob weitere Knoten im entfernten Lappen lagen oder ob Lymphknoten befallen sind.

Nach Einschätzung der Pneumologen Jürgen Behr und Torsten Bauer muss der Verlust eines Lungenlappens bei zuvor normaler Lungenfunktion nicht zu einer erheblichen Einschränkung führen. Behr bezifferte den möglichen Leistungsverlust der Lunge auf etwa 10 bis 20 Prozent, was im Alltag oft kaum auffalle.

Molekularanalyse bestimmt mögliche Behandlung

Für die weitere Einschätzung wird die molekulare Signatur des Tumors untersucht. Dabei suchen die Ärzte unter anderem nach Treibermutationen, die sich mit zielgerichteten Medikamenten blockieren lassen.

Fehlt eine behandelbare Mutation, können je nach Befund Chemotherapie und/oder Immuntherapie infrage kommen. Die Analyse kann nach Angaben der Meldung innerhalb von ein bis drei Tagen vorliegen.

Stadium bleibt entscheidend

Leo hatte den Knoten vor der Operation als Befund in einem „sehr frühen Stadium“ bezeichnet. Ob bereits nach Metastasen gesucht wurde, war zunächst nicht bekannt; mögliche Ableger können unter anderem in Nebenniere, Gehirn, Leber oder Knochen auftreten.

Bei einer einzelnen Metastase sind weitere Behandlungen möglich. Bei mehreren Metastasen gilt eine Heilung laut der zitierten medizinischen Einschätzung als sehr unwahrscheinlich; dann stehen häufig Lebensverlängerung und die Linderung von Beschwerden im Vordergrund.

Audienzen abgesagt, Reise weiter geplant

Wegen des Krankenhausaufenthalts wurden bis Mitte der folgenden Woche sämtliche Papstaudienzen abgesagt. Anfang November ist weiterhin eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru vorgesehen.

Zum geplanten Programm gehört ein Besuch im peruanischen Cusco auf rund 3.400 Metern Höhe. Der Pneumologe Torsten Bauer hält eine so lange Reise einen Monat nach dem Eingriff für nicht optimal und rät, sie nach Möglichkeit um zwei oder drei Monate zu verschieben.

Routinekontrolle entdeckt Knoten

Lungenkrebs verursacht anfangs oft keine Beschwerden. Anhaltender oder veränderter Husten, Atemnot und Brustschmerzen können Symptome sein, bei denen eine ärztliche Abklärung empfohlen wird.

In Deutschland sterben laut Krebsregister jährlich rund 45.000 Menschen an Lungenkrebs. Seit April gibt es für starke und ehemalige starke Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren ein Niedrigdosis-CT zur Früherkennung, dessen Kosten die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen.

Die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms erlaubt noch keine verlässliche Aussage über die individuelle Heilungschance. Entscheidend sind die Größe des Tumors, ein möglicher Befall von Lymphknoten und die Frage, ob sich Metastasen gebildet haben. Diese Informationen lagen zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht vollständig vor.

Die Entfernung eines einzelnen Lungenlappens ist bei einem lokal begrenzten Tumor ein etablierter chirurgischer Behandlungsschritt. Nach Einschätzung der in der Meldung genannten Fachleute kann der Verlust eines Lappens bei zuvor normaler Lungenfunktion im Alltag oft wenig auffallen. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Operation allein in jedem Fall ausreicht.

Weitere Befunde entscheiden über die Therapie

Die Gewebe- und Molekularanalyse kann zeigen, ob bestimmte Treibermutationen vorliegen. Davon hängt ab, ob eine zielgerichtete Behandlung infrage kommt; je nach Stadium können außerdem Chemotherapie oder Immuntherapie eingesetzt werden. Ohne Angaben zum Tumorstadium bleibt die Prognose deshalb eine Spannbreite und keine konkrete Zahl.

Für den Papst hat die Erkrankung neben der medizinischen auch eine organisatorische Bedeutung. Bis Mitte der folgenden Woche wurden Audienzen abgesagt, während die geplante Südamerikareise im November zunächst weiter im Kalender steht. Ob und in welchem Umfang sie stattfinden kann, hängt von Genesung, Nachbehandlung und Belastbarkeit ab.

Früherkennung bleibt zentral

Der Fall zeigt zugleich, warum Lungenkrebs häufig erst spät entdeckt wird: Ein Knoten verursacht anfangs oft keine Beschwerden. In Deutschland steht für starke und ehemalige starke Raucher zwischen 50 und 75 Jahren seit April ein Niedrigdosis-CT zur Früherkennung zur Verfügung; bei Leo wurde der Befund nach der Meldung bei einer Routinekontrolle entdeckt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Nach OP: Lungenkrebs bei Papst Leo XIV. festgestellt“ (14.10.2026)

Der Beitrag bestätigt die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms und die Entfernung des rechten unteren Lungenlappens. Er legt den Schwerpunkt zusätzlich auf die allgemein günstigen Behandlungsaussichten bei früher Entdeckung und auf die noch ausstehenden Untersuchungen.

tagesschau: „Katholisches Kirchenoberhaupt Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs“ (14.10.2026)

Auch dieser Bericht bestätigt den komplikationslosen Eingriff und die anschließende Erholung des Papstes. Anders als der ZDF-Beitrag richtet er den Blick stärker auf die abgesagten Audienzen, die geplante Südamerikareise und die weltweite Bedeutung des Kirchenoberhaupts.

Übereinstimmend ist der bösartige Befund nach der Operation; offen bleiben vor allem das genaue Stadium, die weitere Therapie und die Belastbarkeit für die Reise im November.

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