Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs nach OP in Rom
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 10:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSOperation und Krankenhausaufenthalt in Rom
- Der 71-Jährige verbrachte nach dem Eingriff eine ruhige Nacht in der Gemelli-Klinik.
- Die Operation dauerte etwa drei Stunden und erfolgte mit video-assistierter Technik.
- Leo soll sich voraussichtlich etwa eine Woche im Krankenhaus erholen.
Papst Leo XIV. ist an Lungenkrebs erkrankt und hat die Operation im römischen Gemelli-Krankenhaus nach Angaben der behandelnden Ärzte erfolgreich und ohne Komplikationen überstanden.
Bösartiger Tumor entdeckt
Bei dem 71-Jährigen wurde am Dienstag der untere Lappen der rechten Lunge entfernt. Die Untersuchung des Knotens ergab ein Lungenadenokarzinom, eine bösartige Form von Lungenkrebs.
Der Eingriff dauerte nach Angaben des Ärzteteams etwa drei Stunden. Der Papst kehrte nach dem Aufwachen in sein Zimmer im zehnten Stock zurück, wo im Krankenhaus ein eigener Trakt für Päpste eingerichtet ist.
Weitere Behandlung bleibt offen
Wie die Therapie weitergeht, hängt davon ab, ob noch Krebszellen im Körper vorhanden sind. Auch nach einer erfolgreichen Operation besteht das Risiko eines Rückfalls; der Vatikan machte dazu zunächst keine weiteren Angaben.
Leo hatte den Lungenknoten erst am Sonntag öffentlich gemacht. Er sprach von einem Befund in einem sehr frühen Stadium. Nach der Gewebeuntersuchung bestätigte sich nun der Verdacht auf Krebs.
Termine des Papstes abgesagt
Wegen des Krankenhausaufenthalts wurden alle Audienzen bis Mitte nächster Woche abgesagt. Betroffen ist auch eine geplante Begegnung mit der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger sowie ein Gottesdienst am Mittwoch auf dem Petersplatz.
Unklar ist zudem, ob Leo im November wie geplant nach Uruguay, Argentinien und Peru reisen kann. Die fast zweiwöchige Reise sieht unter anderem einen Besuch im peruanischen Cusco auf 3.400 Metern Höhe vor.
Gemelli-Klinik behandelt Päpste
In der Gemelli-Klinik wurden bereits mehrere Päpste behandelt, darunter Johannes Paul II. und Leos unmittelbarer Vorgänger Franziskus. Viele Menschen beteten vor dem Krankenhaus für Leo, wie bereits im vergangenen Jahr für Franziskus.
Frühe Diagnose und nächste Behandlungsschritte
Die Operation hat den auffälligen Knoten aus dem rechten unteren Lungenlappen entfernt. Für die weitere Behandlung ist entscheidend, ob sich Krebszellen über den entfernten Bereich hinaus ausgebreitet haben. Erst zusätzliche Untersuchungen können klären, ob der Eingriff allein ausreicht oder weitere Therapien notwendig werden.
Die frühe Entdeckung verbessert grundsätzlich die medizinischen Aussichten. Sie ersetzt jedoch nicht die Nachsorge: Regelmäßige Kontrollen sollen zeigen, ob die Erkrankung vollständig beseitigt ist oder erneut auftritt. Der Vatikan hat zu diesem weiteren Vorgehen zunächst keine Einzelheiten mitgeteilt.
Folgen für das Pontifikat
Unmittelbar betroffen ist zunächst der Kalender des Kirchenoberhaupts. Audienzen und ein Gottesdienst wurden abgesagt, während Leo sich im Gemelli-Krankenhaus erholt. Damit verlagert sich der öffentliche Schwerpunkt des Vatikans vorübergehend von Terminen auf Gesundheitsinformationen.
Größere Unsicherheit betrifft die für November geplante Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru. Der Besuch in Cusco auf 3.400 Metern Höhe wäre nach einer Lungenoperation eine besondere organisatorische und medizinische Herausforderung. Ob die Reise stattfindet, hängt vom Genesungsverlauf und der weiteren Behandlung ab.
Offener Umgang mit der Erkrankung
Leo hat die Entdeckung des Knotens selbst öffentlich gemacht und damit früh über seinen Gesundheitszustand informiert. Das unterscheidet den aktuellen Umgang von früheren Gepflogenheiten des Vatikans, die Krankheiten von Päpsten häufig möglichst lange nicht öffentlich thematisierten.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Gewissheit nach Operation: Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs“ (13.10.2026)
Der Bericht bestätige die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms und die komplikationslose Entfernung des rechten unteren Lungenlappens. Er setze zusätzlich einen Schwerpunkt auf die abgesagten Termine, die geplante Südamerikareise und Leos offenen Umgang mit seiner Erkrankung; die weitere Therapie bleibe offen.
merkur.de: „Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs: Ärzte äußern sich zu Chemotherapie“ (14.10.2026)
Der Artikel hebe neben der Diagnose hervor, der Tumor sei nach Darstellung der behandelnden Ärzte vollständig entfernt worden und eine Chemotherapie werde nicht erwogen. Damit setze er einen medizinischen Schwerpunkt, während der weitere Behandlungsplan in der dpa-Meldung noch offen bleibe.
Beide Berichte bestätigten den Eingriff, die Krebsdiagnose und die geplante Erholung im Krankenhaus. Unterschiede bestünden vor allem bei der Gewichtung der medizinischen Folgefragen; offen bleibe, welche Therapie und welche langfristigen Termine der Vatikan festlegen werde.
