Donald Trump, Oval Office

Oval Office: Trump erklärt Goldzimmer zum Nationaldenkmal

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 00:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Anordnung soll künftigen Präsidenten tiefgreifende Veränderungen des Arbeitszimmers erschweren. Sie betrifft auch den Kabinetts-Sitzungssaal und fällt in eine Phase neuer Mehrheitsverhältnisse im US-Kongress.

Folgen für Trumps Bauvorhaben

  • Trump bezog den benachbarten Kabinetts-Sitzungssaal ebenfalls in den Denkmal-Status ein.
  • Die Anordnung soll Veränderungen an wesentlichen architektonischen Elementen erschweren.
  • Ab Januar verfügen die Demokraten laut dpa über die Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat.
Donald Trump hat die Wände im Oval Office üppig mit Goldornamenten verzieren lassen. - Bild: Alex Brandon/AP/dpa

Trump schützt goldverziertes Oval Office

US-Präsident Donald Trump hat das großflächig mit Goldornamenten verzierte Oval Office zu einem Nationaldenkmal erklärt. Die Maßnahme soll es künftigen Präsidenten erschweren, das Arbeitszimmer ohne Zustimmung des Parlaments radikal umzubauen oder deutlich umzugestalten.

Auch Kabinettssaal einbezogen

Der Denkmal-Status gilt nach Trumps Angaben auch für den angrenzenden Kabinetts-Sitzungssaal. Dort seien unter anderem die Kronleuchter erneuert worden.

Die Anordnung soll erhebliche Veränderungen des Oval Office, des Sitzungssaals und ihrer wesentlichen architektonischen Elemente begrenzen. Trump sagte bei der Unterzeichnung im Weißen Haus, ein radikaler Umbau werde für künftige Präsidenten theoretisch unmöglich, sofern das Parlament nicht zustimme.

Goldornamente sorgen für Spott

Trump hatte das Oval Office in seiner zweiten Amtszeit umfangreich umgestalten lassen und vor allem zahlreiche Goldornamente an den Wänden angebracht. Die Ausstattung löste wiederholt Kritik und Spott aus.

Der frühere Präsident Barack Obama verglich den Raum bei einem Auftritt im Parlamentswahlkampf mit einer Kombination aus dem Stil des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein und einer Restaurantkette mit kitschigem Dekor. Obama sagte, Trump sollte eher bei einem Fernsehsender für Hausbau, Inneneinrichtung und Renovierung auftreten.

Weitere Projekte im Weißen Haus

Trump ließ bereits den Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, um Platz für einen großen Ballsaal zu schaffen. Denkmalschützer gehen gegen das Vorhaben vor, der Bau darf zunächst jedoch weitergehen.

Der Präsident will außerdem einen umstrittenen Triumphbogen errichten und einen historischen Golfplatz in Washington neu anlegen lassen. Kurz vor und nach dem Wahldebakel der Republikaner bei den US-Parlamentswahlen sprach Trump vor allem über diese Architekturprojekte.

Demokraten übernehmen Kongressmehrheit

Die Demokraten errangen bei den Midterms am Dienstag einen deutlichen Sieg. Ab Januar verfügen sie damit über die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses; bislang kontrollieren die Republikaner das Repräsentantenhaus und den Senat.

Die Erklärung des Oval Office zum Nationaldenkmal verbindet Trumps persönliche Gestaltung des Präsidentenbüros mit einem institutionellen Schutzmechanismus. Nach der Anordnung sollen nicht nur der Raum selbst, sondern auch wesentliche architektonische Elemente des angrenzenden Kabinetts-Sitzungssaals vor tiefgreifenden Veränderungen geschützt werden. Damit würde ein künftiger Präsident bei größeren Umbauten stärker auf die Zustimmung des Kongresses angewiesen sein.

Das Vorgehen steht im Zusammenhang mit einer Reihe weitreichender Bauvorhaben im Weißen Haus. Trump ließ den Ostflügel für einen geplanten Ballsaal abreißen; außerdem verfolgt er Pläne für einen Triumphbogen und die Neuanlage eines historischen Golfplatzes in Washington. Solche Projekte berühren nicht nur die Nutzung einzelner Räume, sondern auch Fragen des Denkmalschutzes, der präsidentiellen Gestaltungsfreiheit und der Kontrolle über staatliches Eigentum.

Politischer Kontext der Anordnung

Die Entscheidung fällt unmittelbar nach den US-Zwischenwahlen, bei denen die Demokraten laut dpa die Mehrheit in beiden Kongresskammern errangen. Das verändert die politischen Mehrheitsverhältnisse ab Januar und kann Trumps Vorhaben erschweren, sofern sie parlamentarische Zustimmung oder Haushaltsmittel benötigen.

Für Besucher und die Öffentlichkeit bleibt das Oval Office damit zugleich ein politischer und symbolischer Ort. Die Ausstattung des Raumes dokumentiert traditionell den Stil eines Präsidenten; Trumps goldbetonte Umgestaltung ist darüber hinaus selbst zum Gegenstand parteipolitischer Auseinandersetzungen geworden.

n-tv: „+++ 16:09 Experte sieht in Trump "einen verwundeten Grizzly" +++“ (05.11.2026)

Der Beitrag ordne Trumps Lage nach dem Wahlerfolg der Demokraten ein und bestätige den im dpa-Bericht genannten politischen Kontext der Niederlage bei den Kongresswahlen. Der Schwerpunkt liege auf den Folgen für Trump und seine Partei, nicht auf dem Schutzstatus des Oval Office.

tagesschau: „Die Ergebnisse der Midterms in den USA in Zahlen und Karten“ (04.11.2026)

Der Artikel stelle die Ergebnisse der Zwischenwahlen anhand von Zahlen und Karten dar und bestätige die künftige Mehrheit der Demokraten in mindestens einer Kongresskammer. Im Unterschied zur dpa-Meldung konzentriere er sich auf die Wahlauswertung und nicht auf Trumps Anordnung zum Oval Office.

Beide Beiträge unterstreichen den politischen Kontext der Entscheidung; offen bleibt, wie weit der neue Denkmalstatus konkrete Umbauten künftig tatsächlich begrenzen wird.

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