Oman verschiebt Golf-Außenministertreffen zu Konflikt um Straße von Hormus
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 21:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das für diesen Montag vorgesehene Außenministertreffen von Staaten am Persischen Golf im Oman ist kurzfristig verschoben worden.
Außenminister al-Busaidi sagt Treffen in Salalah ab
Omans Außenminister Badr al-Busaidi teilte am späten Abend auf der Plattform X mit, dass das regionale Treffen in Salalah nicht wie geplant stattfinden werde. Im Interesse des Konsenses sei das für Montag angesetzte Treffen verschoben worden, erklärte er. Weitere Einzelheiten zu den Gründen oder einem neuen Termin nannte al-Busaidi nicht.
Geplante Vereinbarung von Iran und Oman zur Meerenge
Nach Berichten sollte bei der Zusammenkunft eine Vereinbarung vorgestellt werden, die der Iran gemeinsam mit Oman zum festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormus vorbereitet hatte. Die übrigen Golfstaaten waren demnach eingeladen, um über die Einzelheiten dieser Vereinbarung informiert zu werden. Al-Busaidi betonte, man setze sich weiterhin für einen Dialog ein, der Stabilität und dauerhafte Zusammenarbeit in der Region fördere.
Boykott aus Bahrain und reduzierte Teilnahme der Emirate
Der Inselstaat Bahrain hatte bereits zuvor angekündigt, das Treffen zu boykottieren. Bahrain war im Krieg massiven iranischen Raketenangriffen ausgesetzt, was die Beziehungen zu Teheran zusätzlich belastet. Nach Angaben des Webportals „amwaj“ gab es auch bei anderen eingeladenen Staaten Spannungen: So wollten die Vereinigten Arabischen Emirate nicht ihren Außenminister entsenden, sondern lediglich einen Staatssekretär.
Zentrale Bedeutung der Straße von Hormus im Iran-Krieg
Die Straße von Hormus ist im Iran-Krieg zu einem zentralen Streitpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Vor Beginn des Krieges lief rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch die Meerenge, ebenso werden Flüssiggas und Dünger aus den Golfstaaten über diese Route exportiert. Die Einschränkungen im Schiffsverkehr belasten die Weltwirtschaft und setzen US-Präsident Donald Trump innenpolitisch unter Druck.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Engpässen des weltweiten Energiemarkts. Vor dem aktuellen Krieg verlief ein erheblicher Teil der globalen Ölversorgung durch die Meerenge, zudem wird Flüssiggas und Dünger aus den Golfstaaten über diese Route verschifft. Eine stabile Regelung für Sicherheit und freien Schiffsverkehr hätte direkte Auswirkungen auf Energiepreise, Transportkosten und damit auf die Weltwirtschaft. Einschränkungen und Unsicherheiten in der Passage können Lieferketten stören und Investitionsentscheidungen beeinflussen.
Rolle Omans als Vermittler
Oman tritt seit Jahren als Vermittler in regionalen Konflikten auf und pflegt vergleichsweise offene Kontakte sowohl zum Iran als auch zu den arabischen Golfstaaten. Dass der Außenminister Badr al-Busaidi das Treffen „im Interesse des Konsenses“ verschiebt, zeigt den Anspruch, einen tragfähigen Kompromiss zu präsentieren, der von möglichst vielen Akteuren akzeptiert wird. Die geplante Vereinbarung zwischen Iran und Oman zum festgefahrenen Konflikt über die Straße von Hormus wäre ein weiterer Versuch, Omans Rolle als Brückenbauer zu nutzen und Spannungen zwischen Teheran und den übrigen Staaten am Golf zu entschärfen.
Spannungen zwischen Iran und Golfstaaten
Der angekündigte Boykott Bahrains und die Zurückstufung der Teilnahme durch die Vereinigten Arabischen Emirate verdeutlichen die anhaltende Skepsis gegenüber iranischen Initiativen. Bahrain war im Krieg massiven iranischen Raketenangriffen ausgesetzt und hat damit eine direkte sicherheitspolitische Erfahrung, die seine Haltung gegenüber Teheran prägt. Für Staaten wie die Emirate ist die Frage, auf welcher Grundlage der Iran Sicherheit in der Straße von Hormus garantieren will, zentral. Die Verschiebung des Treffens deutet darauf hin, dass ohne Einbindung dieser Akteure eine Vereinbarung zwar möglich, politisch aber schwer vermittelbar wäre.
Konsequenzen für USA und internationale Politik
Die Straße von Hormus ist im Iran-Krieg zum zentralen Streitpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Für die USA steht sowohl die Sicherung der Energieversorgung ihrer Verbündeten als auch die militärische Präsenz im Golf auf dem Spiel. Dass Einschränkungen im Schiffsverkehr die Weltwirtschaft belasten und US-Präsident Donald Trump politisch unter Druck setzen, zeigt die innenpolitische Dimension des Konflikts in den Vereinigten Staaten. Eine tragfähige Vereinbarung, wie sie Iran und Oman in Salalah vorstellen wollten, könnte diese Spannungen mindern – ihr Aufschub verlängert dagegen die Phase der Unsicherheit.
