Nobelpreis Medizin geht an Deisseroth, Hegemann und Nagel
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 11:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Nobelpreis für Physiologie oder Medizin geht in diesem Jahr an Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.
Auszeichnung für drei Forscher
Mit der Entscheidung ehrt das Nobelkomitee drei Wissenschaftler, deren Arbeiten die moderne Neurobiologie maßgeblich geprägt haben. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Licht und neuronaler Aktivität.
Die dts Nachrichtenagentur kündigte weitere Informationen zur Begründung der Auszeichnung an.
Bedeutung für die Medizin
Die Forschung der drei Preisträger steht im Zusammenhang mit der Optogenetik. Diese Methode ermöglicht es, bestimmte Nervenzellen mithilfe lichtempfindlicher Proteine gezielt zu untersuchen und ihre Aktivität experimentell zu steuern.
Damit lassen sich Vorgänge in neuronalen Netzwerken präziser analysieren. Die Erkenntnisse sind insbesondere für die Grundlagenforschung zu Erkrankungen des Nervensystems relevant.
Die Auszeichnung rückt eine Forschungsmethode ins Zentrum, mit der sich Aktivität in Nervenzellen gezielt beobachten und beeinflussen lässt. Deisseroth, Hegemann und Nagel stehen dabei für entscheidende Beiträge zur Optogenetik: Lichtempfindliche Proteine aus Mikroorganismen wurden zu Werkzeugen, mit denen Forschende neuronale Prozesse in hoher zeitlicher Präzision untersuchen können.
Für die Medizin ist das vor allem deshalb bedeutsam, weil neurologische und psychiatrische Erkrankungen auf Störungen komplexer Nervennetzwerke beruhen. Optogenetische Verfahren helfen, solche Netzwerke experimentell zu entschlüsseln. Sie sind bislang überwiegend Forschungsinstrumente und keine routinemäßige Behandlungsmethode für Patientinnen und Patienten.
Von der Grundlagenforschung zur Anwendung
Die Arbeiten bilden zugleich eine Grundlage für moderne Neurotechnologien. Dazu zählen Verfahren, die Nervensignale aufzeichnen, gezielt stimulieren oder mit technischen Systemen verbinden. Solche Ansätze werden unter anderem für die Erforschung von Bewegungsstörungen, Sinnesausfällen und der Kommunikation zwischen Gehirn und Computern genutzt.
Der Nobelpreis macht damit sichtbar, wie sich Grundlagenforschung über mehrere Jahrzehnte in neue medizinische Perspektiven übersetzen kann. Zwischen einem experimentellen Werkzeug und einer zugelassenen Therapie liegen jedoch umfangreiche Prüfungen zu Wirksamkeit, Sicherheit und ethischen Fragen.
