Nidal Hasan, Fort Hood

Nidal Hasan: Trump genehmigt erste Militärhinrichtung seit 1961

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 09:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Präsident Donald Trump hat die Hinrichtung des früheren Armeepsychiaters Nidal Hasan genehmigt. Hasan hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood 13 Menschen getötet und 32 verletzt; vorgesehen ist ein Erschießungskommando.

Im November 2009 tötete ein Militärpsychiater 13 Menschen und verletzte Dutzende weitere auf dem Stützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas. (Archivbild)  - Bild: picture alliance / dpa
Im November 2009 tötete ein Militärpsychiater 13 Menschen und verletzte Dutzende weitere auf dem Stützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa

US-Präsident Donald Trump hat die Hinrichtung des früheren Armeepsychiaters Nidal Hasan genehmigt, der 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen tötete und 32 verletzte.

Erschießungskommando vorgesehen

Nach Angaben des Pentagons soll Hasan durch ein Erschießungskommando der US-Armee hingerichtet werden. Der frühere Major habe damals auf unbewaffnete amerikanische Soldaten geschossen und dabei „Allahu Akbar“ gerufen, schrieb Pentagon-Sprecher Sean Parnell auf der Plattform X.

Verteidigungsminister Pete Hegseth habe die Hinrichtung empfohlen, Trump habe sie genehmigt. Ein Ort und ein Termin stehen den Angaben zufolge noch nicht fest.

Erste Militärhinrichtung seit 1961

Sollte das Todesurteil vollstreckt werden, wäre es die erste Militärhinrichtung in den USA seit 1961. Damals wurde ein Armeeangehöriger hingerichtet, der wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen Mädchen während seines Einsatzes in Österreich zum Tode verurteilt worden war.

Nach den Vorgaben der US-Armee muss die Vollstreckung spätestens 150 Tage nach der Genehmigung durch den Präsidenten erfolgen. Frühestens ist sie nach 60 Tagen möglich. Weitere rechtliche Schritte könnten die Hinrichtung jedoch noch verhindern.

Debatte nach gescheitertem Hinrichtungsversuch

Trump genehmigte die Hinrichtung wenige Tage nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch im Bundesstaat Tennessee. Die wegen Mordes verurteilte Christa Pike überlebte zwei Giftspritzen und befand sich anschließend in kritischem Zustand. Der Fall befeuerte die Debatte über die Todesstrafe und die Methoden ihrer Vollstreckung.

Eine Hinrichtung Hasans wäre zugleich die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021. In den letzten Wochen seiner ersten Amtszeit hatte Trump damals 13 Häftlinge hinrichten lassen.

Das Massaker von Fort Hood

Hasan eröffnete im November 2009 als Armeepsychiater auf dem Stützpunkt Fort Hood das Feuer. Er tötete zwölf Soldaten und einen Zivilisten, bevor er selbst angeschossen und festgenommen wurde.

Nach seiner Verurteilung zum Tod erklärte Hasan, er habe den Angriff im Namen des Dschihad verübt und die Kriege in Afghanistan und im Irak als illegal bezeichnet. Der in den USA als Sohn palästinensischer Eltern geborene Armeepsychiater habe sich vor dem Anschlag zunehmend radikalisiert.

Hasan zeigte nach Angaben aus dem Verfahren keine Reue und äußerte den Wunsch, bei dem Anschlag selbst zu sterben, um als Märtyrer zu gelten. Er gehört zu den vier Todeskandidaten im US-Militärjustizsystem.

Todesstrafe als politisches Signal

Die Genehmigung fällt in eine Phase, in der die Todesstrafe in den USA erneut politisch aufgewertet wird. Donald Trump hat seit Beginn seiner zweiten Amtszeit Schritte für eine umfassendere Anwendung der Bundesstrafe unterstützt. Bis Ende 2025 stieg die Zahl der Hinrichtungen in den USA auf den höchsten Stand seit 16 Jahren; 47 Menschen wurden landesweit exekutiert.

Der Fall Hasan besitzt darüber hinaus eine besondere rechtliche Dimension. Bei Militärangehörigen muss der Präsident ein Todesurteil bestätigen. Damit verbindet sich die Entscheidung unmittelbar mit der politischen Führung des Landes und nicht nur mit einem einzelnen Militärgericht. Die vorgesehenen Fristen lassen zwar eine Vollstreckung innerhalb eines begrenzten Zeitraums zu, weitere rechtliche Schritte können den Ablauf jedoch beeinflussen.

Streit über die Vollstreckungsmethode

Die geplante Erschießung unterscheidet sich deutlich von der Giftspritze, die in den meisten US-Bundesstaaten als moderne Standardmethode gilt. Der jüngste gescheiterte Versuch an Christa Pike in Tennessee hat die Debatte über Schmerzen, medizinische Risiken und die Zuverlässigkeit von Hinrichtungen neu belebt. Fachleute bewerten keine Methode einheitlich als frei von möglichem Leiden.

Für die Öffentlichkeit ist der Vorgang deshalb über den Einzelfall hinaus bedeutsam: Er verknüpft die Aufarbeitung eines Anschlags auf einem US-Militärstützpunkt mit einer Grundsatzentscheidung über staatliche Gewalt. Sollte die Exekution stattfinden, würde sie zugleich einen historischen Einschnitt in der US-Militärjustiz markieren.

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