Israel-Wahl, Benjamin Netanjahu

Israel-Wahl: Netanjahus Block führt mit 54 Sitzen ohne Mehrheit

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 09:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach der Auszählung von rund zwei Dritteln der Stimmen zeichnet sich in Israel keine regierungsfähige Mehrheit ab. Die arabischen Parteien könnten rechnerisch eine zentrale Rolle spielen, doch ihre Einbindung ist politisch umstritten.

Mandate und Mehrheitsfrage in der Knesset

  • Nach Auszählung von rund 66 Prozent der Stimmen führt Netanjahus rechtsreligiöser Block mit 54 Sitzen.
  • Gadi Eisenkots Mitte-Partei Jaschar kommt auf 21 Sitze und führt das gegnerische Lager an.
  • Für die Wahl eines Regierungschefs und eine Regierungsbildung sind mindestens 61 der 120 Sitze nötig.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach der Wahl in Israel zur Bildung einer starken rechtsgerichteten Regierung aufgerufen. - Bild: Olivier Fitoussi/dpa

Netanjahus Block führt ohne Mehrheit

Nach der Parlamentswahl in Israel liegt der rechtsreligiöse Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Auszählung von rund 66 Prozent der Stimmen vorn. Mit 54 der 120 Sitze bleibt das Lager aber unter der erforderlichen Mehrheit von 61 Mandaten.

Likud stärkste Einzelpartei

Nach den vorläufigen Zahlen wurde Netanjahus Likud mit 27 Sitzen stärkste Kraft. Dahinter folgt die Mitte-Partei Jaschar von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot mit 21 Sitzen.

Arabische Parteien als möglicher Schlüssel

Die arabischen Parteien kommen demnach zusammen auf 18 Sitze. Eisenkot wäre für die Bildung einer Regierung auf ihre Unterstützung angewiesen, mehrere Parteien der Opposition lehnen dies jedoch bislang ab.

Netanjahu rief zur Bildung einer starken rechtsgerichteten Regierung ohne Beteiligung arabischer Parteien auf. Wer künftig die Regierung stellen und Ministerpräsident werden wird, bleibt daher offen.

Die vorläufigen Zahlen zeigen ein Parlament ohne klare Mehrheitsoption. Für eine Regierungsbildung sind mindestens 61 der 120 Knesset-Sitze erforderlich; Netanjahus Block liegt nach der dpa-Meldung deutlich darunter. Auch Eisenkots Lager kann ohne zusätzliche Partner keine Regierung tragen.

Koalitionen werden entscheidend

Damit rücken kleinere Parteien und die arabischen Listen ins Zentrum der Verhandlungen. Eisenkot wäre rechnerisch auf deren Unterstützung angewiesen, doch mehrere Oppositionsparteien lehnen eine solche Zusammenarbeit bislang ab. Netanjahu wiederum wirbt für eine rechtsgerichtete Regierung ohne Beteiligung arabischer Parteien.

Die Wahl findet in einem stark polarisierten politischen Umfeld statt. Zu den zentralen Streitpunkten zählen der Umgang mit den Folgen des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023, die Gewalt im Westjordanland und der Wehrdienst für ultraorthodoxe Juden.

Unsicherheit bis zum Endergebnis

Die Auszählung kann die Sitzverteilung noch verändern. Bei der vorherigen Teilauszählung, über die Medien am Mittwoch berichteten, führte Netanjahus Block ebenfalls, während Nachwahlbefragungen ein enges Rennen ohne Mehrheit nahelegten. Entscheidend werden deshalb die endgültigen Mandatszahlen und die Frage sein, welche Parteien bereit sind, einem der beiden Lager zur Mehrheit zu verhelfen.

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