Everytime soll Deutschland bei den Oscars vertreten
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 18:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deEs steht fest: Der Film "Everytime" von Sandra Wollner geht für Deutschland ins Rennen um den Oscar in der Kategorie "Bester internationaler Film".
Jurybewertung & Atmosphäre
Die Auswahl verkündete "German Films" am Dienstag, nachdem die Jury elf verschiedene Produktionen sichten durfte. Besonders hervorgehoben haben die Juror*innen Wollners Talent, mit einer ungefiltert filmischen Sprache die Schwere von Verlust greifbar zu machen – und das auf eine fast schwebende, einzigartige Art. Die Kameraführung trägt angeblich viel zu dieser Stimmung bei; statt sich in den Vordergrund zu drängen, bleibt sie nah an den Figuren, lässt Raum für Zwischentöne.
Handlung: Trauer, Familie, Wirklichkeit – alles verwoben
Im Mittelpunkt des Films steht Ella, deren Tochter Jessie gestorben ist. Sie bleibt zurück mit Jessies jüngerer Schwester – und einer Dynamik zu einem Jungen, den viele zum Sündenbock machen. Gemeinsam stolpern sie in einen Familienurlaub, den es faktisch nie gab, und alles verschwimmt: Erinnerungen und Gegenwart, Verlust und Wiederannäherung.
Neue Wettbewerbskriterien & andere Anwärter
Durch neu eingeführte Oscar-Regeln zählen nun nicht mehr nur nationale Einreichungen, sondern auch Festival-Gewinner – beispielsweise "Von Scham und Geld" (Visar Morina) und "Gelbe Briefe" (Ilker Catak) hatten sich über renommierte Preise auf die Auswahlliste geschoben.
Ausblick: Zeitplan und Erwartungen
Am 15. Dezember soll eine Shortlist von 15 Titeln veröffentlicht werden, wobei dann am 21. Januar 2027 die fünf offiziellen Nominierten folgen. Für die eigentliche Oscar-Verleihung steht bereits der 14. März 2027 fest – ein langes, spannendes Warten beginnt nun für Wollner, ihr Team und die deutsche Filmlandschaft. Ich persönlich hoffe, "Everytime" kann auf internationalem Parkett dieses leise Beben auslösen, das gute Filme hinterlassen.
Sandra Wollners Film "Everytime" ist Deutschlands diesjähriger Oscar-Kandidat in der Sparte "International Feature Film". Die Jury lobte insbesondere die feinfühlige Inszenierung und die dichte, atmosphärische Bildsprache, mit der der Film den Umgang mit Trauer auslotet. Inhaltlich geht es um eine Mutter, die nach dem Tod ihrer Tochter versucht, mit ihrer Familie und einem problematischen Jungen einen untypischen Neuanfang zu wagen.
Erweiterte Perspektiven & aktuelle Entwicklungen
Aktuell berichten Medien wie die taz und die Süddeutsche Zeitung verstärkt über Veränderungen im internationalen Filmgeschäft, darunter die größere Offenheit für Festivalfilme bei den Oscars und die laufenden Debatten um Diversität in der Filmauswahl. Besonders hervorzuheben ist das steigende internationale Interesse an deutschen Produktionen, auch wegen der jüngsten Erfolge etwa bei Berlinale und Sundance. Der deutschen Filmbranche wird in Kommentaren immer wieder Mut attestiert, sich auch mit schwierigen, gesellschaftlich relevanten Stoffen zu bewerben.
- Die taz diskutiert, wie die neuen Regeln für die Oscar-Einreichung gerade für kleinere nationale Kinematographien eine Chance bieten, ihre Produktionen einem internationalen Publikum zu präsentieren. Der Artikel analysiert zudem, dass deutsche Filme durch ihre zunehmend sozialen und politischen Themen mehr Aufmerksamkeit erregen und dies vor allem jungen Regisseur*innen Raum gibt, Experimentierfreude auszuleben Quelle: taz.
- In der Süddeutschen Zeitung wird die Auswahl von "Everytime" als mutig bewertet, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Film bewusst auf leise Töne und Zwischentöne setzt. Der Bericht hebt explizit hervor, dass der Film im Wettbewerb neben weiteren anspruchsvollen Produktionen steht, die auf internationalen Festivals prämiert wurden Quelle: Süddeutsche Zeitung.
- Spiegel Online beleuchtet die Auswahlliste für den Auslands-Oscar und stellt fest, dass das Interesse an deutschsprachigen Filmen international wächst. Im Bericht werden auch die Herausforderungen für Produktionen ohne großes Budget hervorgehoben, die dennoch künstlerisch überzeugen und auf der Oscar-Bühne mithalten wollen Quelle: Spiegel Online.
