Minnesota, ICE-Einsätze

Minnesota: Wähler erinnern an Good und Pretti mit Stickern

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 14:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
An den Gedenkstätten für die in Minneapolis getöteten US-Bürger Renee Good und Alex Pretti verbanden Wähler Trauer mit ihrem Gang zur Urne. Gouverneur Tim Walz besuchte die Erinnerungsorte und kündigte an, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.

Gedenken prägt den Wahltag in Minnesota

  • Viele Menschen hinterließen an den Gedenkstätten von Renee Good und Alex Pretti „I voted“-Aufkleber.
  • Good und Pretti waren US-Bürger und wurden im Januar in Minneapolis bei ICE-Einsätzen erschossen.
  • Minnesotas Gouverneur Tim Walz besuchte beide Gedenkorte und schrieb: „Wir haben nicht vergessen“.
Im Minneapolis haben Wähler am Tag der Midterms Aufkleber mit der Aufschrift «I voted» («ich habe gewählt») an den Gedenkstätten für Renee Good und Alex Pretti angebracht. - Bild: Abbie Parr/AP/dpa

Gedenkstätten für Good und Pretti werden zu Wahltagsorten

Zahlreiche Menschen im US-Bundesstaat Minnesota haben am Tag der Kongresswahlen „I voted“-Aufkleber an den Gedenkstätten für Renee Good und Alex Pretti angebracht. Die beiden US-Bürger waren im Januar in Minneapolis bei Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen worden.

Fotos der bunt beklebten Erinnerungsorte wurden von US-Medien veröffentlicht. Besucher sagten, sie wollten mit den Aufklebern an Pretti und Good erinnern und zugleich zeigen, dass ihre Stimmen politisches Gewicht haben.

Trauer und Beteiligung am Wahltag

An der Gedenkstätte für Alex Pretti sagte eine Frau, sie könne nicht ändern, was geschehen sei, werde aber weiterkämpfen. Sie habe den Aufkleber hinterlassen, weil Pretti nicht habe wählen dürfen und es wichtig sei, den eigenen Stimmen Gehör zu verschaffen.

An einem Denkmal für Renee Good sagte eine weitere Frau, sie wolle glauben, dass Goods Leben nicht umsonst gewesen sei. Good sei für sie zu einem Ankerpunkt geworden, der Menschen mobilisiert und zum Wählen bewegt habe.

Walz besucht beide Erinnerungsorte

Minnesotas demokratischer Gouverneur Tim Walz schrieb auf der Plattform X, er habe an den Gedenkstätten von Good und Pretti Halt gemacht. Er sei beeindruckt gewesen, wie viele Menschen dort Anteilnahme bekundet und einen Aufkleber hinterlassen hätten.

„Wir haben nicht vergessen“, schrieb Walz. Die Verantwortlichen würden bald zur Rechenschaft gezogen.

Tödliche ICE-Einsätze lösen Proteste aus

Das Heimatschutzministerium der Trump-Regierung hatte im vergangenen Dezember Tausende teils bewaffnete und vermummte Einsatzkräfte nach Minnesota entsandt, um die rigorose Abschiebepolitik umzusetzen. Anfang Januar wurde die 37-jährige Good bei einem ICE-Einsatz erschossen.

Die Regierung bezeichnete das Handeln des Beamten als Notwehr. Öffentlich gewordene Videoaufnahmen erwecken jedoch einen anderen Eindruck.

Am 24. Januar 2026 wurde der 37-jährige Pretti bei einem weiteren Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis getötet. Die US-Regierung stellte die Schüsse als Selbstverteidigung dar, obwohl nach Videoaufnahmen von ihm augenscheinlich keine akute Bedrohung für die Einsatzkräfte ausging.

Die Todesfälle lösten landesweit einen Aufschrei und erhebliche Kritik am Vorgehen der US-Regierung aus.

Die Gedenkorte für Renee Good und Alex Pretti sind im Umfeld der Kongresswahlen zu politischen Erinnerungsorten geworden. Die dort hinterlassenen „I voted“-Aufkleber verbinden Trauer mit der Ausübung eines Bürgerrechts, das die Unterstützer der Getöteten als besonders bedeutsam darstellen.

Beide Fälle stehen zugleich für den Streit über die Durchsetzung der US-Einwanderungspolitik. Die Einsätze von ICE in Minnesota lösten nach den tödlichen Schüssen landesweit Kritik aus, weil die offiziellen Darstellungen von Notwehr beziehungsweise Selbstverteidigung mit öffentlich gewordenen Videoaufnahmen in Spannung stehen.

Politische Bedeutung in Minnesota

Die Beteiligung an den Wahlen erhält dadurch eine konkrete lokale Dimension. Für viele Menschen geht es nicht nur um die Zusammensetzung des Kongresses, sondern auch um die Kontrolle föderaler Behörden, den Umgang mit Einwanderern und die Verantwortung staatlicher Einsatzkräfte.

Gouverneur Tim Walz’ Besuch an den Gedenkstätten unterstreicht, dass die Todesfälle politisch präsent bleiben. Seine Ankündigung, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, verweist auf die offene Frage nach der rechtlichen und politischen Aufarbeitung der Einsätze.

Offene Folgen der Todesfälle

Die Aufkleber an den Denkmälern machen sichtbar, wie eng Wahlkampf, Bürgerrechte und die Erinnerung an die Getöteten inzwischen verbunden sind. Ob daraus konkrete Änderungen bei ICE-Einsätzen oder der Einwanderungspolitik entstehen, hängt von den politischen Mehrheiten und weiteren Untersuchungen ab.

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