Ilkay Gündogan, Mevlüde-Genç-Medaille

Ilkay Gündogan erhält Mevlüde-Genç-Medaille von Hendrik Wüst in Istanbul

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 20:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ministerpräsident Hendrik Wüst hat den früheren Nationalmannschaftskapitän Ilkay Gündogan in Istanbul mit der Mevlüde-Genç-Medaille ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt Gündogans Einsatz gegen Rassismus, Ausgrenzung und für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Gündogan sollte den Preis eigentlich schon im vergangenen Jahr bekommen. Jetzt wurde das nachgeholt. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
Gündogan sollte den Preis eigentlich schon im vergangenen Jahr bekommen. Jetzt wurde das nachgeholt. - Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Der frühere Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan ist in Istanbul von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst mit der Mevlüde-Genç-Medaille ausgezeichnet worden.

Würdigung für Engagement gegen Ausgrenzung

Wüst überreichte Gündogan den Preis bei einer Zeremonie in der Sommerresidenz der deutschen Botschafterin. In seiner Laudatio würdigte der Ministerpräsident Gündogans Einsatz gegen Anfeindungen und Diskriminierung sowie dessen Engagement für Brücken zwischen den Kulturen.

Gündogan habe seine Popularität genutzt, um Zeichen gegen Ausgrenzung, Hass und Rassismus zu setzen, sagte Wüst. Der 35-Jährige war der erste Fußballer mit Migrationshintergrund, der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft wurde.

Verleihung nach Vereinswechsel verschoben

Gündogan war die Medaille bereits im vergangenen Jahr zugesprochen worden. Die Verleihung konnte zunächst nicht stattfinden, weil er zu Galatasaray Istanbul wechselte. Wüst holte die Ehrung nun während seiner ersten Reise in die Türkei nach.

An der Zeremonie nahm auch Gündogans Galatasaray-Mannschaftskollege Leroy Sané teil. Gündogan stammt aus Gelsenkirchen und setzt sich seit Jahren für ein respektvolles Miteinander sowie für die verbindende Kraft des Fußballs ein.

Erinnerung an die Opfer von Solingen

Die Mevlüde-Genç-Medaille wird seit 2018 an Persönlichkeiten oder Gruppen verliehen, die sich für Verständigung, Toleranz und ein friedliches Miteinander einsetzen.

Sie erinnert an den rassistischen Brandanschlag vom 29. Mai 1993 in Solingen. Damals verloren Mevlüde und Durmu? Genç zwei Töchter, zwei Enkelkinder und eine Nichte; 17 Familienmitglieder wurden zum Teil schwer verletzt.

Eine Auszeichnung mit besonderer Bedeutung

Die Mevlüde-Genç-Medaille verbindet gesellschaftliches Engagement mit der Erinnerung an den rassistischen Brandanschlag von Solingen im Jahr 1993. Die Auszeichnung würdigt Menschen und Gruppen, die sich für Verständigung, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Damit steht sie zugleich für die Verantwortung, die aus der Geschichte der Einwanderungsgesellschaft erwächst.

Gündogans Biografie verleiht der Ehrung eine zusätzliche öffentliche Wirkung. Der in Gelsenkirchen geborene Fußballer mit türkischen Wurzeln war Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und erreicht durch seine sportliche Laufbahn ein Millionenpublikum in Deutschland und der Türkei. Seine Auszeichnung fällt zudem in eine Phase enger politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei.

Fußball als gesellschaftliche Brücke

Sportler können Debatten über Zugehörigkeit und Diskriminierung sichtbar machen, weil ihre öffentliche Rolle weit über den Sport hinausreicht. Gündogans Engagement gegen Rassismus und Ausgrenzung erhält durch die Medaille eine institutionelle Anerkennung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Für die Landespolitik ist die Verleihung auch im Rahmen von Wüsts Türkei-Reise bedeutsam. Nordrhein-Westfalen ist eng mit der Türkei verbunden; rund eine Million Menschen mit türkisch geprägter Familiengeschichte leben im Land. Die Ehrung setzt neben politischen und wirtschaftlichen Gesprächen ein gesellschaftspolitisches Zeichen und richtet den Blick auf respektvolles Zusammenleben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

WDR: „Auszeichnung für gesellschaftliches Engagement: Hendrik Wüst ehrt Ilkay Gündogan in Istanbul“ (28.09.2026)

Der Bericht hebe hervor, dass die Verleihung wegen Gündogans Wechsel zu Galatasaray Istanbul um ein Jahr verschoben worden sei. Anders als die dpa-Meldung ordne der WDR die Ehrung stärker in Wüsts Türkei-Reise und die Bedeutung der Medaille als Erinnerung an die Opfer des Solinger Brandanschlags ein.

Tagesspiegel: „Unterwegs mit dem Reservekanzler: Hendrik Wüsts erstaunliche Türkei-Reise“ (28.09.2026)

Der Artikel bestätige, dass Wüst Gündogan in Istanbul mit der Mevlüde-Genç-Medaille auszeichne, setze den Schwerpunkt jedoch auf die politische Bedeutung der Reise. Er stelle die Ehrung in den Zusammenhang der engen Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei sowie der Debatte über Wüsts bundespolitische Perspektiven.

Beide Berichte bestätigten den Ort und den Anlass der Auszeichnung. Der WDR betone vor allem die Verspätung und das gesellschaftliche Engagement, während der Tagesspiegel die Ehrung als Teil einer politisch weitreichenderen Türkei-Reise einordne.

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