Nicolás Maduro, Cilia Flores

Maduro weist Foltervorwurf vor New Yorker Gericht zurück

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 20:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nicolás Maduro und Cilia Flores weisen vor einem New Yorker Gericht auch den neu erhobenen Vorwurf der Verschwörung zur Folter zurück. Der Prozess soll im Juni 2027 beginnen.

Folgen für Verfahren und Venezuela

  • Richter Alvin Hellerstein nahm die Unschuldsplädoyers von Nicolás Maduro und Cilia Flores entgegen.
  • Die Folteranklage bezieht sich auf mehr als ein Dutzend US-Bürger in venezolanischen Gefängnissen.
  • Der Prozessbeginn ist für den 1. Juni 2027 vorgesehen.
Dem Ehepaar Maduro ist in den USA nun auch wegen Folter angeklagt. (Archivfoto) - Bild: Kyle Mazza-Cnp/Zuma Press/dpa

Maduro und Flores weisen Foltervorwurf zurück

Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores haben vor einem Gericht in New York die Foltervorwürfe der US-Justiz zurückgewiesen. Beide plädierten vor Richter Alvin Hellerstein auf nicht schuldig.

Vorwürfe gegen das Ehepaar

Maduro bezeichnete die Anschuldigungen als falsch. Flores erklärte, sie sei vollständig unschuldig und nicht schuldig.

Die USA hatten das Ehepaar zunächst unter anderem wegen des Vorwurfs des Drogenterrorismus angeklagt. Auch diesen Vorwurf hatten Maduro und Flores zurückgewiesen.

Neue Anklage wegen Verschwörung

Vor rund einer Woche kam der Vorwurf der Verschwörung zur Folter hinzu. Er bezieht sich auf die unrechtmäßige Inhaftierung und Folter von mehr als einem Dutzend US-Bürgern in venezolanischen Gefängnissen während Maduros Amtszeit.

Festnahme in Caracas

US-Spezialkräfte hatten Maduro und Flores im Januar in Caracas gefangen genommen und in die Vereinigten Staaten gebracht. Seitdem sitzen beide in einem Gefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn.

Maduro hatte Venezuela von 2013 bis 2026 an der Spitze einer sozialistischen Regierung autoritär geführt. Kritiker bezeichneten die US-Aktion als Verstoß gegen das Völkerrecht.

Rodríguez führt Venezuela

Nach Maduros Festnahme übernahm die frühere Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die geschäftsführende Führung Venezuelas. Caracas und Washington weiteten anschließend ihre Zusammenarbeit aus, insbesondere im Ölsektor.

Die Wirtschaft des einst wohlhabenden Landes mit den größten nachgewiesenen Erdölvorkommen der Welt leidet unter Missmanagement, Korruption und Sanktionen. Der Prozess gegen Maduro und Flores soll am 1. Juni 2027 beginnen.

Das Verfahren gegen Nicolás Maduro und Cilia Flores verbindet Vorwürfe schwerer Menschenrechtsverletzungen mit einem außergewöhnlichen politischen Vorgang: Beide wurden im Januar in Caracas von US-Spezialkräften festgenommen und anschließend in die Vereinigten Staaten gebracht. Die Anklage wegen einer Verschwörung zur Folter erweitert die bereits erhobenen Vorwürfe des sogenannten Drogenterrorismus.

Im Mittelpunkt stehen nach den Angaben der dpa mehr als ein Dutzend US-Bürger, die während Maduros Amtszeit in Venezuela unrechtmäßig inhaftiert und gefoltert worden sein sollen. Der Vorwurf richtet sich damit nicht nur gegen politische Entscheidungen der venezolanischen Führung, sondern gegen eine mögliche persönliche strafrechtliche Verantwortung des Ehepaars.

Politische Folgen für Venezuela

Die Festnahme veränderte zugleich die Machtverhältnisse in Caracas. Delcy Rodríguez führt Venezuela seither geschäftsführend, während sich die Zusammenarbeit zwischen Caracas und Washington insbesondere im Ölsektor ausweitete. Für die Bevölkerung bleibt die wirtschaftliche Lage prägend: Das Land verfügt über sehr große Erdölreserven, leidet aber unter Missmanagement, Korruption und internationalen Sanktionen.

Der für den 1. Juni 2027 angesetzte Prozess dürfte deshalb über die individuelle Schuldfrage hinausreichen. Erwartbar sind Auseinandersetzungen über die Beweislage, die Behandlung mutmaßlicher Opfer und die Rechtmäßigkeit der US-Operation. Zugleich könnte das Verfahren die Beziehungen zwischen Venezuela und den USA weiter belasten, obwohl beide Staaten wirtschaftlich wieder enger zusammenarbeiten.

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