Kramatorsk, Busangriff

Kramatorsk: Mindestens 30 Tote bei russischem Angriff auf Bus

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 12:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem russischen Angriff auf einen Bus in Kramatorsk sind nach Angaben der ukrainischen Behörden mindestens 30 Menschen getötet und 18 verletzt worden. Wegen der verschärften Sicherheitslage wird der öffentliche Nahverkehr in Kramatorsk und Slowjansk eingestellt.

Die ostukrainische Frontstadt Kramatorsk erlebt immer wieder schwere russische Angriffe. (Archivbild) - Bild: Cameron Jones-Manley/ZUMA Press Wire/dpa
Die ostukrainische Frontstadt Kramatorsk erlebt immer wieder schwere russische Angriffe. (Archivbild) - Bild: Cameron Jones-Manley/ZUMA Press Wire/dpa

Bei einem russischen Angriff auf einen Bus in der ostukrainischen Frontstadt Kramatorsk sind nach Angaben des Donezker Militärgouverneurs Wadym Filaschkin mindestens 30 Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden.

Behörden rufen zur Flucht auf

Filaschkin teilte die Opferzahl mit und veröffentlichte Fotos eines ausgebrannten Busses. Zuvor war von zwölf Toten und 14 Verletzten die Rede gewesen. Die Angaben zum Angriff und zu den Opferzahlen sind von unabhängiger Seite unmittelbar nicht überprüfbar.

Der Gouverneur rief die noch im Gebiet Donezk lebenden Menschen auf, in sicherere Regionen der Ukraine zu fliehen. Er warf der russischen Armee vor, gezielt Zivilisten anzugreifen, und erklärte, für einen solchen Angriff gebe es keine Rechtfertigung.

Nahverkehr in zwei Städten eingestellt

Wegen einer drastischen Verschlechterung der Sicherheitslage wies Filaschkin die städtischen Militärverwaltungen von Kramatorsk und Slowjansk an, den öffentlichen Nahverkehr einzustellen. Das Leben von Fahrgästen und Fahrern dürfe nicht gefährdet werden.

Kramatorsk gehört zu den Eroberungszielen Russlands im Gebiet Donezk. Die ukrainischen Streitkräfte verteidigen die Stadt mit westlicher Militärhilfe. Viele Bewohner weigern sich trotz wiederholter Evakuierungsappelle, ihr Hab und Gut zurückzulassen.

Russland führt Angriffskrieg gegen die Ukraine

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Zu den Kriegszielen Moskaus gehört nach ukrainischer Darstellung die vollständige Eroberung des Gebiets Donezk.

Kramatorsk als Frontstadt

Kramatorsk gehört neben Slowjansk zu den letzten großen Städten im ukrainisch kontrollierten Teil des Gebiets Donezk. Vor Beginn des russischen Großangriffs lebten dort rund 150.000 Menschen. Die Stadt ist zugleich ein wichtiger logistischer Knotenpunkt für die ukrainischen Streitkräfte an der Front.

Der Angriff auf den Bus trifft damit eine Stadt, in der zivile Mobilität und militärische Versorgung eng mit der Sicherheitslage verbunden sind. Die von Wadym Filaschkin angeordnete Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs in Kramatorsk und Slowjansk schränkt den Alltag erheblich ein, soll aber weitere Gefährdungen von Fahrgästen und Fahrern verhindern.

Evakuierung unter Kriegsbedingungen

Der erneute Evakuierungsaufruf verdeutlicht den wachsenden Druck auf die verbliebene Zivilbevölkerung im Donbass. Viele Menschen halten trotz wiederholter Angriffe an ihren Wohnungen und ihrem Besitz fest. Für sie bedeutet eine Flucht nicht nur den Verlust des vertrauten Umfelds, sondern auch die schwierige Suche nach Unterkunft, Einkommen und medizinischer Versorgung in sichereren Regionen.

Die Opferzahl macht zudem sichtbar, wie stark Angriffe hinter der unmittelbaren Front zivile Infrastruktur erreichen. Neben Wohnhäusern, Energieanlagen und Verkehrsknoten geraten auch Busse als alltägliche Transportmittel ins Risiko. Für die Bevölkerung bedeutet die Einstellung des Nahverkehrs deshalb nicht nur weniger Bewegungsfreiheit, sondern auch schlechtere Möglichkeiten, Schutzräume, Krankenhäuser oder Ausreiseorte zu erreichen.

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