Klimapolitik, UN-Umweltprogramm

Klimapolitik: UN erwartet bis 2100 rund 2,8 Grad Erwärmung

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 07:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei unveränderter weltweiter Klimapolitik könnte die globale Durchschnittstemperatur bis 2100 deutlich stärker steigen als im Pariser Abkommen angestrebt. Das UN-Umweltprogramm warnt vor wachsenden Gefahren durch Extremwetter.

UN warnt vor steigenden Klimarisiken

  • UN-Umweltprogramm-Direktorin Inger Andersen verweist auf Risiken durch Fluten, Hitze und Waldbrände.
  • Die Prognose bezieht sich auf die weltweite Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts.
  • Die 2,8 Grad werden gegenüber der vorindustriellen Zeit berechnet.
Flammen lodern in einem Waldstück der Saalfelder Höhe. (Archivbild) - Bild: Daniel Vogl/dpa/dpa-tmn

UN-Prognose sieht 2,8 Grad Erwärmung

Die Erde steuert den Vereinten Nationen zufolge mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Jeder Bruchteil eines Grades über 1,5 Grad erhöhe das Risiko für tödliche Fluten, Hitzewellen und Waldbrände, sagte die Direktorin des UN-Umweltprogramms, Inger Andersen.

Warnung vor Folgen des Temperaturanstiegs

Die UN-Prognose setzt die derzeit weltweit umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen ins Verhältnis zum Temperaturziel des Pariser Abkommens. Dieses sieht vor, die Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten und Anstrengungen für eine Begrenzung auf 1,5 Grad zu unternehmen.

Die von Andersen genannten Gefahren betreffen sowohl plötzlich auftretende Extremereignisse als auch längerfristige Veränderungen. Hitzewellen können die Gesundheit besonders gefährdeter Menschen belasten, während Überschwemmungen und Waldbrände Siedlungen, Infrastruktur und natürliche Lebensräume bedrohen.

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Politik muss Emissionen schneller senken

Die Zahl von 2,8 Grad ist eine globale Projektion und keine Vorhersage für die Temperatur an einem bestimmten Ort. Sie macht jedoch sichtbar, welche Größenordnung die Folgen annehmen könnten, wenn Staaten ihre bisherigen Maßnahmen nicht deutlich verschärfen.

Für die Klimapolitik steht damit neben langfristigen Netto-null-Zielen vor allem die Umsetzung in den kommenden Jahren im Mittelpunkt. Weniger Emissionen können die spätere Erwärmung begrenzen; gleichzeitig müssen Städte, Regionen und Unternehmen ihre Vorsorge gegen unvermeidbare Klimafolgen ausbauen.

Die UN-Prognose beschreibt die Lücke zwischen den bisher angekündigten Klimaschutzmaßnahmen und dem Ziel des Pariser Abkommens, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die genannte Erwärmung von 2,8 Grad bezieht sich auf die Fortsetzung der aktuellen weltweiten Politik und nicht auf ein einzelnes Land.

Der Abstand von 1,3 Grad klingt zahlenmäßig begrenzt, hat aber erhebliche Folgen für die Risiken durch Extremwetter. Mit steigender globaler Durchschnittstemperatur nehmen Hitzebelastung, Starkregen, Dürren und Waldbrandgefahr zu. Besonders verletzlich sind Regionen mit geringer Anpassungsfähigkeit sowie dicht besiedelte Küsten- und Flussgebiete.

Entscheidend sind die nächsten Klimamaßnahmen

Für Regierungen bedeutet die Einschätzung, dass langfristige Zielerklärungen allein nicht ausreichen. Entscheidend sind kurzfristig wirksame Maßnahmen bei Energieversorgung, Verkehr, Gebäuden, Industrie und Landnutzung. Auch der Ausbau erneuerbarer Energien und die Verringerung klimaschädlicher Emissionen aus fossilen Brennstoffen bleiben zentrale Stellschrauben.

Für Deutschland und Europa betrifft die Entwicklung sowohl den Klimaschutz als auch die Anpassung an bereits unvermeidbare Folgen. Dazu gehören etwa hitzefeste Städte, ein besserer Hochwasser- und Brandschutz sowie widerstandsfähige Infrastruktur. Je langsamer die Emissionen sinken, desto größer werden voraussichtlich die späteren Anpassungskosten und die Belastungen für Gesundheit, Landwirtschaft und Ökosysteme.

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