KI-Ausbau: Fink warnt Europa vor Rückstand gegenüber China
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 06:29 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSFinks Forderung an Deutschland und Europa
- Larry Fink nimmt in dieser Woche am Investitionsgipfel der Bundesregierung in Berlin teil.
- Fink bezeichnet China als das Land, das sich am besten auf die KI-Welt vorbereitet.
- Er warnt, Europa und die USA könnten bei der Produktivität zurückfallen.
- In den USA könnte ein Moratorium laut Fink eine Rezession auslösen.
Blackrock-Chef fordert mehr KI-Investitionen
Blackrock-Chef Larry Fink spricht sich gegen eine Verlangsamung des Wettrennens um Künstliche Intelligenz aus. Den Ausbau von Datenzentren politisch über Moratorien oder andere Wege zu bremsen, sei nicht der richtige Weg, sagte Fink dem „Handelsblatt“.
Fink warnt vor Chinas Vorsprung
Eine Verlangsamung könne China die Chance geben, Rechenleistung aufzubauen und andere Länder auch auf diesem Gebiet von sich abhängig zu machen. „China bereitet sich besser auf die KI-Welt vor als jedes andere Land“, sagte Fink.
Fink wird in dieser Woche am Investitionsgipfel der Bundesregierung in Berlin teilnehmen. China baue im großen Stil Kernkraftwerke und investiere zugleich in erneuerbare Energien.
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Europa soll beim Ausbau nachlegen
„Europa und die USA dürfen nicht den Weg der Moratorien wählen“, sagte Fink. Deutschland und Europa müssten vielmehr noch stärker in den Ausbau von KI investieren.
Andernfalls fielen sie bei der Produktivität hinter Länder zurück, die beim KI-Ausbau schneller vorankämen, so Fink. Die Finanzierung von KI-Investitionen ist auch für Blackrock ein wichtiges Geschäft.
Warnung vor Folgen für die US-Wirtschaft
Fink hatte bereits in der vergangenen Woche vor einem Moratorium für den Ausbau von Datenzentren in den USA gewarnt. Ein solcher Schritt könne eine Rezession auslösen.
Das Wachstum in der größten Volkswirtschaft der Welt stamme zu einem großen Teil aus Investitionen in Technologie, begründete Fink seine Einschätzung.
Die Warnung fällt in eine Phase, in der der Ausbau von Rechenzentren zu einer zentralen industrie- und energiepolitischen Frage geworden ist. Für leistungsfähige KI-Systeme benötigen Unternehmen große Mengen an Rechenleistung, Strom und Netzanbindung. Dadurch treffen Digitalpolitik, Standortwettbewerb und Klimaschutz unmittelbar aufeinander.
Ein Moratorium könnte den Bau neuer Anlagen bremsen und damit den Druck auf Stromnetze, Flächen und lokale Infrastruktur mindern. Gleichzeitig würde eine Verzögerung Investitionen, Arbeitsplätze und den Zugang zu Rechenkapazitäten beeinflussen. Finks Argument zielt deshalb auf die strategische Seite: Wer langsamer investiert, könnte bei Produktivität und technologischer Unabhängigkeit zurückfallen.
Investitionen treffen auf Infrastrukturfragen
Für Deutschland und Europa ist entscheidend, ob zusätzliche KI-Kapazitäten mit ausreichend Strom aus verlässlichen und möglichst klimaverträglichen Quellen verbunden werden können. Der Ausbau von Kernkraft, erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern wird damit zu einem Teil der KI-Strategie. Zugleich müssen Genehmigungen, Datenschutz, Wettbewerb und die Kostenverteilung politisch geregelt werden.
Die Debatte betrifft auch Finanzmärkte: Rechenzentren, Energieversorgung und digitale Infrastruktur gehören zu den langfristigen Investitionsfeldern großer Vermögensverwalter. Finks Äußerungen verbinden daher eine geopolitische Warnung mit einem Geschäftsfeld, in dem Blackrock selbst engagiert ist. Für Bürger und Unternehmen bleibt die praktische Frage, wie Europa mehr Rechenleistung aufbaut, ohne Energiepreise, Netze und Akzeptanz zu überlasten.
