Kalifornien: Newsom wandelt 548 Todesurteile in Haftstrafen um
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 02:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNewsoms Amtszeit endet im Januar
- Gavin Newsom kann in Kalifornien nicht für eine weitere Amtszeit als Gouverneur antreten.
- In Fällen mit mehr als einer Verurteilung muss das Oberste Gericht des Bundesstaates tätig werden.
- Die Umwandlung soll lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer Begnadigung vorsehen.
Kalifornien beendet 548 Todesurteile
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom will alle 548 Todesurteile im Bundesstaat in lebenslange Haftstrafen umwandeln. Er begründet den Schritt mit seiner Überzeugung, dass staatlich sanktionierte Tötungen nicht mit kalifornischen Werten vereinbar seien und die Grundfesten des Rechtssystems unterminierten.
Seit 2006 keine Hinrichtungen
In Kalifornien wurde seit 2006 keine Hinrichtung mehr vollstreckt. Trotzdem hat der Bundesstaat mehr zum Tode Verurteilte als jeder andere US-Bundesstaat.
Gericht muss teilweise zustimmen
In einigen Fällen muss zunächst das Oberste Gericht Kaliforniens tätig werden. Das ist nach der Rechtslage erforderlich, wenn eine Person mehr als einmal verurteilt wurde.
Newsoms Amtszeit läuft aus
Newsom kann nicht für eine weitere Amtszeit antreten und verlässt das Gouverneursamt im Januar. Er gilt als möglicher Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2028.
Auch andere Gouverneure wandelten in den vergangenen Jahren Todesstrafen in lebenslange Haft um. 2024 ordnete Präsident Joe Biden dies für einen Großteil der auf Bundesebene zum Tode Verurteilten an.
Die Entscheidung betrifft die größte Gruppe von Todesurteilen in einem US-Bundesstaat. Kalifornien verfügt damit weiterhin über ein Todesstrafensystem auf dem Papier, setzt es praktisch aber seit 2006 nicht mehr durch.
Newsoms Schritt verändert die Strafen der 548 Betroffenen: Aus Todesurteilen sollen lebenslange Haftstrafen ohne Möglichkeit einer Begnadigung werden. In Fällen mit mehreren Verurteilungen muss dafür nach kalifornischem Recht zunächst das Oberste Gericht des Bundesstaates tätig werden.
Politisches Signal über Kalifornien hinaus
Die Umwandlung steht im größeren US-Streit über die Todesstrafe. Während einzelne Bundesstaaten an Hinrichtungen festhalten, haben Gouverneure anderer Staaten Todesurteile ebenfalls in Haftstrafen umgewandelt. Auf Bundesebene ordnete Präsident Joe Biden 2024 eine entsprechende Umwandlung für einen Großteil der dort zum Tode Verurteilten an.
Für Kalifornien markiert die Entscheidung zugleich den Abschluss von Newsoms Amtszeit, die im Januar endet. Der Gouverneur kann nicht für eine weitere Amtszeit antreten und wird als möglicher demokratischer Präsidentschaftskandidat für 2028 gehandelt. Die unmittelbare Folge ist eine langjährige Inhaftierung der Betroffenen; die rechtliche Umsetzung ist in einzelnen Fällen noch nicht abgeschlossen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: „Justiz-Vorstoß: Kaliforniens Gouverneur ändert Todesurteile zu Haftstrafen“ (06.11.2026)
Der Artikel bestätige die Umwandlung aller 548 Todesurteile und stelle die rechtlichen Voraussetzungen in Fällen mit mehreren Verurteilungen heraus. Anders als die kurze Nachricht rücke er zudem Newsoms bevorstehenden Abschied vom Amt und die mögliche politische Wirkung des Schritts in den Mittelpunkt.
Stern: „Kalifornien: Gouverneur wandelt 548 Todesurteile in Haftstrafen um“ (05.11.2026)
Der Beitrag ordne die Entscheidung als symbolischen Akt ein, weil Kalifornien seit rund 20 Jahren keine Hinrichtungen mehr vollstrecke. Zudem stelle er einen Zusammenhang zur US-weiten Debatte über die Todesstrafe und zu Newsoms möglichen Ambitionen für 2028 her.
Beide Beiträge stimmten beim Kern und bei der Zahl der Betroffenen überein. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Gewichtung: Der jüngere Artikel betone die rechtlichen Abläufe, der ältere die symbolische und politische Bedeutung.
