Jemen: Huthi sichern Bab al-Mandab mit Gräben und Minen
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 10:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Huthi bauen nach dpa-Informationen ihre Stellungen um die wichtige Meerenge Bab al-Mandab aus.
Ausbau an der Küste
Wie eine den Streitkräften der international anerkannten Regierung nahestehende Quelle mitteilte, hoben die Rebellen Gräben aus, um ihre kürzlich eroberten Gebiete an der jemenitischen Rotmeerküste zu verteidigen. Auch von Minen war die Rede, ob es sich um See- oder Landminen handelte, blieb dabei offen.
Strategische Meerenge
Die Huthi hatten in einer Blitzoffensive die Westküste des Jemen überrannt und strategisch gelegene Inseln erobert. Damit erlangten sie praktisch freien Zugriff auf Bab al-Mandab, die schmale Verbindung zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden.
Bedeutung für den Handel
Durch diese Passage führt eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten zwischen Europa und Asien. Die Kontrolle über das Gebiet verschärft deshalb nicht nur die militärische Lage im Jemen, sondern auch die Unsicherheit für den internationalen Seeverkehr.
Bürgerkrieg im Jemen
Die international anerkannte Regierung des Jemen steht mit ihren Verbündeten Saudi-Arabien und verschiedenen Milizen im Krieg gegen die Huthi. Die Rebellen kontrollieren seit Jahren die Hauptstadt Sanaa und weitere Landesteile; nach UN-Angaben waren infolge des Vormarschs knapp 100.000 Menschen auf der Flucht.
Regionale Sicherheitslage
Die Lage an der Meerenge Bab al-Mandab hat weit über den Jemen hinaus Bedeutung, weil der Seeweg das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet und damit zu den wichtigsten Routen des Welthandels zählt.
Folgen für den Schiffsverkehr
Wenn die Huthi ihre Positionen an der Küste mit Gräben und Minen ausbauen, erhöht das das Risiko für die zivile und militärische Schifffahrt in einem ohnehin angespannten Konfliktraum. Für Reedereien, Versicherer und Anrainerstaaten wächst damit der Druck, Sicherheitsmaßnahmen und Routenplanung anzupassen.
Konflikt mit überregionaler Tragweite
Der Jemen-Krieg ist seit Jahren nicht nur ein innerjemenitischer Machtkampf, sondern Teil eines regionalen Ringens um Einfluss. Die Entwicklung an Bab al-Mandab zeigt, wie schnell lokale Frontverschiebungen internationale Lieferketten, Energiepreise und maritime Sicherheit berühren können.
