Iran-USA-Konflikt, UN-Generaldebatte

Iran-Krieg: Peseschkian weist Trump vor UN zurück – Gespräche in New York

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Irans Präsident Massud Peseschkian weist bei der UN-Generaldebatte Drohungen von US-Präsident Donald Trump zurück. Gleichzeitig führen Vertreter beider Länder in New York erstmals seit Monaten wieder Gespräche über eine mögliche Entspannung im Krieg.

  • Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich bei der UN-Generaldebatte gegen Anschuldigungen der USA gewehrt.  - Bild: Heather Khalifa/FR172147 AP/AP/dpa
    Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich bei der UN-Generaldebatte gegen Anschuldigungen der USA gewehrt. - Bild: Heather Khalifa/FR172147 AP/AP/dpa
  • Trump verkündet die erste Zusammenkunft für Gespräche zwischen den USA und dem Iran seit Monaten.  - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Trump verkündet die erste Zusammenkunft für Gespräche zwischen den USA und dem Iran seit Monaten. - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Trump drohte dem Iran während seiner Rede wiederholt. - Bild: Seth Wenig/AP/dpa
    Trump drohte dem Iran während seiner Rede wiederholt. - Bild: Seth Wenig/AP/dpa
  • Verhandeln über ein bereits abgelehntes Angebot: Im Ukraine-Krieg zeichnete sich zunächst keine Einigung ab. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
    Verhandeln über ein bereits abgelehntes Angebot: Im Ukraine-Krieg zeichnete sich zunächst keine Einigung ab. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Außenminister Johann Wadephul (l) traf auch mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi zusammen. - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Außenminister Johann Wadephul (l) traf auch mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi zusammen. - Bild: Michael Kappeler/dpa
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich bei der UN-Generaldebatte gegen Anschuldigungen der USA gewehrt.  - Bild: Heather Khalifa/FR172147 AP/AP/dpa Trump verkündet die erste Zusammenkunft für Gespräche zwischen den USA und dem Iran seit Monaten.  - Bild: Michael Kappeler/dpa Trump drohte dem Iran während seiner Rede wiederholt. - Bild: Seth Wenig/AP/dpa Verhandeln über ein bereits abgelehntes Angebot: Im Ukraine-Krieg zeichnete sich zunächst keine Einigung ab. - Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Außenminister Johann Wadephul (l) traf auch mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi zusammen. - Bild: Michael Kappeler/dpa

Irans Präsident Massud Peseschkian hat bei der UN-Generaldebatte in New York scharfe Drohungen von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, während Vertreter beider Länder am Rand der Versammlung erstmals seit Monaten wieder Gespräche führten.

Peseschkian weist Trump zurück

„Gestern sagte der Präsident der Vereinigten Staaten, wir seien Terroristen. Wir sind Opfer des Terrorismus“, sagte Peseschkian in seiner Rede. Der US-Vertreter verließ den Saal demonstrativ während des Auftritts.

Trump hatte dem Iran am Vortag zwei Optionen genannt: ein Abkommen, das dem Land wirtschaftliche Stärke ermögliche, oder die Vernichtung der Islamischen Republik. Entscheide sich Teheran für den Krieg, werde die Republik in der „Hölle“ landen, sagte der US-Präsident.

Iran pocht auf zivile Atomenergie

Peseschkian beklagte eine internationale Ordnung, in der militärische Macht an die Stelle von Legitimität und Sanktionen an die Stelle von Diplomatie träten. Drohungen gegen den Iran machten sein Land geschlossener und stärkten den Widerstand, sagte er.

Der Iran wolle mit der Welt zusammenarbeiten, werde aber die zivile Nutzung der Kernenergie nicht aufgeben. Peseschkian forderte zudem eine Sicherheitsordnung, die gemeinsam geschaffen werde.

Gespräche über den Krieg

Trotz der öffentlichen Konfrontation kamen am Dienstag am Rand der UN-Generalversammlung Vertreter der USA und des Iran zu einer dreistündigen Gesprächsrunde zusammen. Nach Angaben Trumps nahmen für die USA sein Unterhändler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner teil; iranische Staatsmedien bestätigten den Austausch.

Konkrete Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. Witkoff schrieb, die Gespräche hätten über Vermittler stattgefunden und könnten sich als konstruktiv erweisen.

Teheran stellt Bedingungen für Hormus-Öffnung

Iranische Staatsmedien berichteten, das Gespräch sei auf Bitten Witkoffs zustande gekommen. Teheran habe unter anderem die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade, die Auszahlung eingefrorener iranischer Vermögenswerte und ein Ende des Kriegs an allen Fronten als Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus genannt.

Als Vermittler der neuen Gesprächsrunde wurden Pakistan und Katar genannt. Trump stellte eine baldige Fortsetzung der Gespräche in Aussicht, nannte aber keine Einzelheiten.

Wadephul fordert freie Schifffahrt

Bundesaußenminister Johann Wadephul traf sich mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi und forderte Teheran auf, die Blockade der Straße von Hormus zu beenden. Iran müsse sich konstruktiv an Verhandlungen beteiligen und den „Würgegriff“ lösen, sagte Wadephul.

Die für den internationalen Öl- und Flüssiggashandel wichtige Meerenge bleibt damit ein zentraler Streitpunkt. Gesprächsrunden zwischen den USA und dem Iran hatte es zuletzt Anfang Juli in Doha getrennt mit Vermittlern aus Katar und Pakistan gegeben.

Ukraine-Krieg bei der UN-Generaldebatte

Neben dem Iran-Konflikt rückte auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine in den Fokus. Am Abend wurde eine Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erwartet; zudem trafen sich die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Marco Rubio.

Rubio teilte mit, die USA hätten den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen. Wadephul begrüßte die Gespräche, falls sie den Weg zu Verhandlungen über ein Ende des Kriegs ebnen könnten.

Diplomatie und Druck zugleich

Die Auftritte von Donald Trump und Massud Peseschkian vor der UN-Generalversammlung markieren die scharfe öffentliche Konfrontation zwischen Washington und Teheran. Gleichzeitig zeigt das Gespräch am Rand der Versammlung, dass beide Seiten trotz ihrer Drohungen Kanäle für indirekte Diplomatie offenhalten. Vermittler aus der Region bleiben dabei zentral, weil ein direktes Treffen politisch besonders schwer durchsetzbar ist.

Der wichtigste praktische Streitpunkt ist die Straße von Hormus. Durch die Meerenge wird normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung transportiert. Eine anhaltende Einschränkung des Schiffsverkehrs kann deshalb nicht nur die Versorgung im Persischen Golf belasten, sondern auch Energiepreise, Versicherungsprämien und Lieferketten weltweit beeinflussen.

Hohe Hürden für eine Einigung

Teheran verbindet eine mögliche Öffnung der Passage mit Forderungen nach dem Ende der US-Seeblockade, der Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und einem Ende der Kampfhandlungen. Washington stellt dagegen weiterhin sicherheitspolitische Bedingungen, insbesondere mit Blick auf Irans Atomprogramm. Die Positionen liegen damit weit auseinander, auch wenn die dreistündige Gesprächsrunde einen begrenzten diplomatischen Ansatzpunkt bietet.

Für Deutschland steht neben der Deeskalation die freie Schifffahrt im Mittelpunkt. Wadephuls Gespräche mit beiden Seiten spiegeln den europäischen Versuch, politischen Einfluss auszuüben, ohne selbst zur Kriegspartei zu werden. Konkrete Fortschritte würden zunächst an einer überprüfbaren Entspannung in der Meerenge und an belastbaren Folgetreffen erkennbar.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Merkur: „Iran will die Straße von Hormus in sieben Tagen öffnen – aber Trump muss dafür einen Preis zahlen“ (23.09.2026)

Der Bericht schildere, Teheran signalisiere über Vermittler Verhandlungsbereitschaft und knüpfe eine Öffnung der Straße von Hormus an Bedingungen gegenüber Washington. Anders als die dpa-Meldung richte der Artikel den Schwerpunkt auf einen konkreten Sieben-Tage-Plan sowie innenpolitische Widerstände gegen Gespräche; offen bleibe, ob daraus ein direktes Treffen entstehe.

Deutschlandfunk: „UN-Vollversammlung: Außenminister hofft auf Bewegung im Irankrieg“ (23.09.2026)

Das Interview bestätige die Gespräche zwischen US-amerikanischen und iranischen Vertretern und hebe Wadephuls Forderung nach einer Freigabe der Straße von Hormus hervor. Der Beitrag setze damit einen deutschen und europäischen Akzent, während die dpa-Meldung zusätzlich die Reden, Drohungen und Bedingungen der Konfliktparteien beleuchte.

Beide Beiträge stellten die Wiederaufnahme diplomatischer Kontakte als wichtigen Ansatzpunkt dar. Unterschiede lägen vor allem im Schwerpunkt zwischen Teherans Bedingungen und dem deutschen Druck auf freie Schifffahrt; konkrete Ergebnisse und eine dauerhafte politische Vereinbarung seien weiterhin offen.

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