UN-Generaldebatte, Iran-Krieg

Iran-Krieg und Grönland-Abkommen: Trump setzt bei UN-Generaldebatte auf außenpolitische Bühne

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 05:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Präsident Donald Trump startet in New York in die zentrale UN-Woche des Jahres – überschattet vom anhaltenden Krieg gegen den Iran und flankiert von einem umstrittenen Grönland-Abkommen. Zugleich stehen Gespräche mit Ukraine, Golfstaaten und weiteren Partnern auf der Agenda.

  • Trumps Rede wird am ersten Tag der UN-Generaldebatte erwartet. (Archivbild) - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
    Trumps Rede wird am ersten Tag der UN-Generaldebatte erwartet. (Archivbild) - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
  • Der Iran hat mit seiner weitestgehenden Blockade der Schifffahrt in der Straße von Hormus ein Druckmittel gegenüber Washington erlangt. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
    Der Iran hat mit seiner weitestgehenden Blockade der Schifffahrt in der Straße von Hormus ein Druckmittel gegenüber Washington erlangt. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
  • Rund 120 Staats- und Regierungschefs werden in New York erwartet. (Symbolbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
    Rund 120 Staats- und Regierungschefs werden in New York erwartet. (Symbolbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa
  • Mit seinen Drohungen, Grönland zu annektieren, brüskierte Trump etliche Verbündete. (Archivbild) - Bild: Julia Wäschenbach/dpa
    Mit seinen Drohungen, Grönland zu annektieren, brüskierte Trump etliche Verbündete. (Archivbild) - Bild: Julia Wäschenbach/dpa
Trumps Rede wird am ersten Tag der UN-Generaldebatte erwartet. (Archivbild) - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa Der Iran hat mit seiner weitestgehenden Blockade der Schifffahrt in der Straße von Hormus ein Druckmittel gegenüber Washington erlangt. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa Rund 120 Staats- und Regierungschefs werden in New York erwartet. (Symbolbild) - Bild: Michael Kappeler/dpa Mit seinen Drohungen, Grönland zu annektieren, brüskierte Trump etliche Verbündete. (Archivbild) - Bild: Julia Wäschenbach/dpa

US-Präsident Donald Trump eröffnet heute in New York die Generaldebatte der Vereinten Nationen – begleitet vom anhaltenden Iran-Krieg und einem kurz vor der Unterzeichnung stehenden Abkommen im Grönland-Streit.

Trump-Auftritt im Schatten des Iran-Kriegs

Bei seiner Rede zum Auftakt der wichtigsten UN-Woche des Jahres dürfte Trumps Selbstbild als Friedensstifter vor allem durch den Krieg gegen den Iran überlagert werden, den er vor fast sieben Monaten gemeinsam mit Israel begonnen hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich der US-Präsident zu dem Konflikt äußert und ob ein geplantes Treffen mit Vertretern der Golfstaaten am Rande der UN-Veranstaltungen Bewegung in die festgefahrene Lage bringen kann.

Der Iran hatte den Schiffsverkehr in der für den internationalen Ölhandel zentralen Straße von Hormus kurz nach Kriegsbeginn durch Drohungen und Angriffe nahezu zum Erliegen gebracht. Die Folge waren weltweit steigende Öl- und Treibstoffpreise, von denen viele der in New York anwesenden Staats- und Regierungschefs unmittelbar betroffen sind. Irans Präsident Massud Peseschkian wird ebenfalls zur UN-Woche erwartet, Hinweise auf ein direktes Gespräch mit Trump gab es zunächst nicht.

Russland-Ukraine-Krieg und Grönland-Abkommen im Fokus

Neben dem Iran-Krieg rückt auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine in den Vordergrund. Für Dienstag ist ein Treffen zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorgesehen, bei dem unter anderem eine mögliche Teilwaffenruhe zur Diskussion stehen soll, die Einschränkungen für Angriffe auf Energieanlagen und zur See umfasst. Trumps frühere Behauptung, er könne den Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden, blieb bisher ohne sichtbare Umsetzung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das erwartete Abkommen im Grönland-Streit. Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach mit einer Annexion Grönlands gedroht und damit den Nato-Partner Dänemark verärgert sowie Fragen nach der Verlässlichkeit der Allianz ausgelöst. Nach einem langen Konflikt um die strategisch bedeutende Arktisinsel meldeten die USA, Dänemark und Grönland vor wenigen Tagen einen Durchbruch, die Unterzeichnung ist für diesen Dienstag geplant.

Strategische Bedeutung der Arktisinsel

Trump zufolge sichern sich die USA mit der Vereinbarung weitreichende Befugnisse und Kontrolle über die größte Insel der Welt, um das Gebiet gegen Einfluss Russlands und Chinas zu schützen und damit auch die eigene Sicherheit zu stärken. Die dänische und grönländische Seite bestätigte diese Darstellung bislang nicht und sprach von einem Deal, der „auch gut für die Nato und Europa ist“. In New York wird erwartet, dass weitere Details zu dem Abkommen bekanntwerden, die die tatsächliche Reichweite der Vereinbarung verdeutlichen.

Geplante Treffen mit Selenskyj, Burnham und Rodríguez

Am Rande der Generaldebatte ist für Dienstag Berichten zufolge ein Treffen zwischen Trump und Selenskyj angesetzt, bei dem eine Teilwaffenruhe im Krieg mit Russland Thema sein soll. Bisherige Vermittlungsbemühungen der USA haben jedoch keine entscheidenden Fortschritte im Konflikt gebracht. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass Trump erstmals in einem bilateralen Rahmen mit dem britischen Premierminister Andy Burnham und Venezuelas geschäftsführender Präsidentin Delcy Rodríguez zusammenkommt.

Das US-Militär hatte Venezuelas autoritären Staatschef Nicolás Maduro im Januar bei einem Militäreinsatz in Caracas festgenommen. Seither arbeitet Trumps Regierung enger mit Rodríguez zusammen, auch mit Blick auf den Zugang zu Venezuelas umfangreichen Ölvorkommen, die die USA zu ihren Gunsten nutzen wollen. Die Gespräche in New York dürften auch diese energiepolitische Dimension berühren.

Weitere Reden und Treffen am ersten UN-Tag

Zum Auftakt der Generaldebatte sollen neben Trump unter anderem die Präsidenten der Türkei, Brasiliens und Frankreichs sprechen. Großbritannien, Frankreich und Kanada planen darüber hinaus ein Treffen zur Zweistaatenlösung im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Die drei Staaten hatten Palästina bereits vor einem Jahr als Staat anerkannt und in der Folge weitere Schritte gegen den israelischen Siedlungsbau im Westjordanland beschlossen, darunter Importverbote und Sanktionen.

Insgesamt werden rund 120 Staats- und Regierungschefs zur UN-Woche in New York erwartet, nach Angaben des UN-Generalsekretariats sind mindestens 1.500 bilaterale Gespräche angefragt worden. Deutschland ist in diesem Jahr durch Außenminister Johann Wadephul (CDU), Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (beide SPD) vertreten; Bundeskanzler Friedrich Merz sagte seine Teilnahme vor dem Hintergrund von Spekulationen über einen möglichen Wechsel an der Regierungsspitze kurzfristig ab.

UN-Woche im Zeichen mehrerer Kriege

Die Generaldebatte der Vereinten Nationen findet in einer Phase statt, in der gleich mehrere große Konflikte die internationale Agenda bestimmen. Der seit fast sieben Monaten andauernde Krieg zwischen den USA und Iran belastet die globale Energieversorgung, weil der Iran die Straße von Hormus weitgehend blockiert und damit einen zentralen Knotenpunkt für den Ölhandel unter Kontrolle hält. Gleichzeitig laufen diplomatische Bemühungen über Vermittlerstaaten, bei denen Teheran Bedingungen für ein Ende der Kämpfe und eine Wiederöffnung der Seeverbindung formuliert hat.

Parallel bleibt der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ein Schwerpunkt der Weltpolitik. Das angekündigte Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande der UN-Vollversammlung gilt als wichtiger Test, ob die von beiden Seiten betonte „diplomatische Dynamik“ tatsächlich in konkrete Schritte zur Deeskalation münden kann. Diskutiert werden unter anderem begrenzte Waffenruhen, etwa mit Blick auf Energieanlagen und Transporte zur See, während direkte Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau unter US-Vermittlung im Raum stehen.

Grönland-Abkommen als Signal an Verbündete

Mit dem angekündigten Abkommen zwischen den USA, Dänemark und Grönland versucht Trump zugleich, einen von ihm ausgelösten Konflikt zu schließen. Nach den Drohungen, Grönland zu annektieren, hatten sich Zweifel an der Geschlossenheit der Nato und am Umgang der USA mit kleineren Verbündeten verstärkt. Die Vereinbarung über eine erweiterte US-Präsenz auf der arktischen Insel wird als strategischer Schritt zur Absicherung gegen Russland und China gewertet, wirft aber Fragen nach der tatsächlichen Balance der Interessen zwischen Washington, Kopenhagen und Nuuk auf.

Signalwirkung für Energie- und Sicherheitsordnung

Für Leserinnen und Leser ist die Bedeutung dieser UN-Woche vor allem mit Blick auf Energiepreise und Sicherheitspolitik groß. Die Entwicklungen im Iran-Krieg, die US-Strategie in Grönland und der Umgang mit den ukrainischen und venezolanischen Ölvorkommen beeinflussen mittelbar die Kosten für Energie, die Stabilität der Finanzmärkte und die Handlungsfähigkeit Europas. Zugleich zeigen die vielen bilateralen Treffen, dass die Vereinten Nationen trotz blockierter Konflikte weiterhin zentrale Bühne für Verhandlungen sind – von Waffenruhen über die Zweistaatenlösung im Nahostkonflikt bis hin zu neuen Rohstoff- und Sicherheitsabkommen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Marktbericht: Entspannung am Ölmarkt stützt den DAX“ (21.09.2026)

Der Bericht hebe hervor, dass die Aussicht auf Gespräche zwischen US-Präsident Trump und Irans Präsident Massud Peseschkian am Rande der UN-Generalversammlung Hoffnungen auf eine Entspannung im Iran-Konflikt und sinkende Ölpreise wecke. Zugleich werde betont, dass beide Seiten sich unter Bedingungen offen für Gespräche zeigten, eine nachhaltige Entspannung aber noch unsicher sei. Damit bestätige der Artikel die zentrale Rolle des Iran-Kriegs für die Finanzmärkte, setze jedoch einen stärkeren Schwerpunkt auf die unmittelbaren Auswirkungen auf den DAX und die Anlegerstimmung.

tagesschau.de: „Selenskyj kündigt Treffen mit Trump diese Woche in New York an“ (21.09.2026)

Nach Darstellung des Beitrags habe der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Treffen mit Trump in New York angekündigt und betone, dieses könne mit Blick auf neue Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs viel bewirken. Der Bericht stelle die „diplomatische Dynamik“ und mögliche Deeskalationsmaßnahmen in den Vordergrund, während militärische Details einer möglichen Teilwaffenruhe weniger ausgeführt würden. Im Vergleich zur dpa-Meldung liege der Fokus stärker auf der Chance für neue Verhandlungen als auf der bisherigen Erfolgsbilanz der US-Vermittlungsversuche.

Tagesspiegel: „Dänemark und USA verkünden Durchbruch im Grönland-Streit“ (20.09.2026)

Der Artikel schildere, dass die Regierungen von Dänemark und Grönland einen Durchbruch im Streit um die Arktisinsel bekanntgegeben hätten und in der kommenden Woche ein Abkommen mit den USA erwartet werde. Es werde berichtet, Trump habe bereits von einem besiegelten Deal gesprochen, während die dänische und grönländische Seite zurückhaltender formuliere. Der Beitrag hebe den strategischen Charakter der Vereinbarung hervor und ordne sie als Schritt zur Beilegung eines transatlantischen Konflikts ein, während er die von Trump betonte Reichweite amerikanischer Befugnisse eher relativiere.

Medienübergreifend werde übereinstimmend herausgestellt, dass der Iran-Krieg, der Ukraine-Konflikt und das Grönland-Abkommen die UN-Woche prägen. Unterschiede zeigten sich in der Gewichtung: Wirtschaftsberichte stellten die Marktreaktionen und Energiepreise in den Vordergrund, außenpolitische Analysen betonten die Chancen neuer Verhandlungen und die strategische Bedeutung der Arktis, während offen bleibe, wie belastbar die von Trump angekündigten Fortschritte tatsächlich seien.

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