Iran-USA-Konflikt, Modschtaba Chamenei

Iran: Chamenei droht USA und Israel mit weltweiter Antwort

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 12:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Irans oberster Führer fordert maximale Abschreckung und lässt die Streitkräfte mögliche Ziele der USA und Israels erfassen. Die Ansage erfolgt vor dem Hintergrund neuer Spekulationen über US-Militärschläge und diplomatische Vermittlung.

Irans Streitkräfte bereiten Zieloptionen vor

  • Modschtaba Chamenei wies die iranischen Streitkräfte nach einem Treffen mit Kommandeuren zu sofortiger Reaktion an.
  • Iran will sich bei einer militärischen Antwort ausdrücklich nicht auf die Golfregion beschränken.
  • Die Streitkräfte sollen materielle und immaterielle Vermögenswerte der USA und Israels erfassen.
Irans oberster Führer, Modschtaba Chamenei, legt Vorgehen im Kriegsfall fest. (Archivbild) - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa

Chamenei ordnet iranischen Streitkräften Reaktion ohne geografische Grenzen an

Irans Religionsführer Modschtaba Chamenei hat die Streitkräfte des Landes angewiesen, auf jede Bedrohung sofort und wirksam zu reagieren. Nach einem Treffen mit Kommandeuren kündigten iranische Medien an, eine militärische Antwort werde nicht auf die Golfregion begrenzt.

Maximale Abschreckung als Ziel

Chamenei habe die Anweisung mit dem Ziel einer maximalen Abschreckung verbunden. Im Fall eines Angriffs werde der Iran Zeitpunkt und Bedingungen für dessen Ende diktieren, hieß es in den Berichten.

Zudem sollten die Zieldatenbanken aktualisiert werden. Erfasst werden sollten alle Arten materieller und immaterieller Vermögenswerte der USA und Israels, die in Reichweite der iranischen Streitkräfte liegen.

Chamenei kontrolliert zentrale Sicherheitsentscheidungen

Als oberster Führer verfügt Chamenei über die weitreichendsten verfassungsrechtlichen Machtbefugnisse im Iran. Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte, bestimmt die grundlegende Politik und kontrolliert zentrale staatliche Institutionen.

Der Präsident und die Regierung sind ihm in wesentlichen strategischen Fragen untergeordnet. Seine Anweisung hat deshalb unmittelbare Bedeutung für die politische und militärische Ausrichtung des Landes.

Trump ließ militärische Optionen darlegen

Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge bei einem seltenen persönlichen Treffen mit dem Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten, Admiral Brad Cooper, militärische Optionen im Iran darlegen lassen.

Das Treffen wurde als mögliches Zeichen für einen bevorstehenden bedeutenden Einsatz der US-Streitkräfte gewertet. Zugleich gab es Berichte über diplomatische Bemühungen, eine neue militärische Eskalation zu verhindern.

Die Anweisung von Modschtaba Chamenei fällt in eine Phase, in der sich der Konflikt zwischen Iran, den USA und Israel zugleich militärisch und diplomatisch zuspitzt. Der iranische Religionsführer verbindet die Forderung nach sofortiger Reaktion mit dem ausdrücklichen Verzicht auf geografische Begrenzungen. Damit reicht die politische Botschaft über den unmittelbaren Schutz iranischen Territoriums hinaus und bezieht potenziell US-amerikanische und israelische Einrichtungen sowie deren Vermögenswerte ein.

Besondere Bedeutung hat die geforderte Aktualisierung der Zieldatenbank. Sie deutet auf den Versuch hin, militärische Planung und verfügbare Zielinformationen systematisch auf den Fall eines neuen Angriffs auszurichten. Für Staaten und Streitkräfte in der Region erhöht eine solche Ansage den Druck, Schutzmaßnahmen, Aufklärung und Krisenkommunikation zu verstärken.

Militärischer Druck und Diplomatie

Parallel zu den iranischen Drohungen standen zuletzt mögliche US- und israelische Militärschläge sowie diplomatische Bemühungen im Mittelpunkt. US-Vizepräsident JD Vance soll nach Medienberichten sondiert haben, ob sich ein Wiederaufflammen des Krieges noch diplomatisch verhindern lässt. Als mögliche Streitpunkte gelten dabei Irans Atomprogramm, der Zugang internationaler Inspektoren und eine Lockerung von Sanktionen.

Ein persönliches Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und Centcom-Chef Brad Cooper über militärische Optionen verlieh den Spekulationen über eine neue US-Operation zusätzliches Gewicht. Für die Region wären Angriffe und Gegenangriffe mit Risiken für die Schifffahrt, Energieversorgung und die Sicherheit verbündeter Staaten verbunden. Die iranische Anweisung verschärft damit vor allem die Abschreckungslogik, ohne bereits einen konkreten Angriff oder dessen Zeitpunkt festzulegen.

FOCUS online: „Medien: Militärchef berät Trump persönlich über Optionen im Iran-Krieg“ (30.10.2026)

Der Beitrag berichtet, US-Präsident Donald Trump habe sich mit Centcom-Chef Brad Cooper über militärische Optionen im Iran beraten lassen. Er setzt damit einen Schwerpunkt auf die US-amerikanische Einsatzplanung und bestätigt den im dpa-Bericht genannten Gesprächskontext, während die iranische Reaktion im Mittelpunkt der aktuellen Meldung steht.

n-tv: „Vor möglichen neuen Angriffen: Vance sucht diplomatischen Ausweg aus Iran-Krieg“ (29.10.2026)

Der Artikel beschreibt parallele Bemühungen um eine diplomatische Lösung und nennt als mögliche Verhandlungsthemen das Atomprogramm, Inspektionen und Sanktionen. Anders als die Anweisung Chameneis richtet sich der Schwerpunkt auf Deeskalation; offen bleibt, ob diese Initiativen einen neuen militärischen Schlag verhindern können.

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