Huthi-Angriff, Riad

Huthi treffen Aramco-Tower im Zentrum von Riad

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 15:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das Verwaltungsgebäude des saudischen Ölkonzerns wurde im Zentrum der Hauptstadt von herabfallenden Trümmern getroffen. Menschen kamen nach Behördenangaben nicht zu Schaden; zugleich wurden weitere Geschosse abgefangen.

Folgen für Riad und den Jemenkrieg

  • Der Aramco-Tower steht im zentralen Geschäftsbezirk von Riad und ist 34 Stockwerke hoch.
  • Huthi-Sprecher Jahja Sari bestätigte Angriffe auf das Bankenviertel, den Flughafen und weitere Aramco-Ziele.
  • Nach Angaben des Yemen Data Project wurden im Oktober 140 Zivilisten getötet und mehr als 280 verletzt.
Der Aramco Tower liegt im Geschäftsbezirk von Riad. (Archivbild) - Bild: Martina Herzog/dpa

Aramco-Tower in Riad wird bei Huthi-Angriff beschädigt

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat im Zentrum der saudischen Hauptstadt Riad einen bekannten Wolkenkratzer angegriffen. Das Verwaltungsgebäude des staatlichen Ölkonzerns Aramco wurde nach Angaben des saudischen Energieministeriums von Trümmern getroffen; dabei entstand begrenzter Schaden.

Keine Toten oder Verletzten

Nach Angaben der saudischen Behörden gab es keine Toten oder Verletzten. Im Internet verbreitete Aufnahmen zeigten demnach schwere Schäden an der Glasfassade über mehrere Stockwerke; das 34 Stockwerke hohe Gebäude liegt im zentralen Geschäftsbezirk der Hauptstadt.

Huthi bestätigen Attacke auf Geschäftsbezirk

Huthi-Militärsprecher Jahja Sari bestätigte den Angriff. Er erklärte, die Miliz habe unter anderem das Bankenviertel von Riad, den internationalen Flughafen der Hauptstadt, Aramco-Ziele im Osten Saudi-Arabiens und saudische Truppen im Jemen angegriffen.

Drohnen und Marschflugkörper abgefangen

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition teilte mit, Drohnen und Marschflugkörper seien in Riad und im Süden des Landes abgefangen worden. Der saudische Zivilschutz gab für die Hauptstadt erneut Warnungen heraus.

Neue Opferzahlen aus Sanaa

Saudi-Arabien setzte nach Huthi-Angaben seine Luftangriffe im Jemen fort. Nach Angaben des von den Huthi kontrollierten Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Todesopfer nach einem Luftangriff in Sanaa auf 33, darunter 13 Kinder; 39 weitere Menschen seien verletzt worden.

Angriffe verschärfen alten Konflikt

Saudi-Arabien begann 2015 mit Verbündeten, Stellungen der Huthi im Jemen zu bombardieren. Nach einer Waffenruhe ab 2022 eskalierten die Kämpfe im Zuge des Iran-Kriegs erneut.

140 getötete Zivilisten im Oktober

Das unabhängige Yemen Data Project zählte im Oktober mindestens 140 getötete Zivilisten und mehr als 280 Verletzte durch saudische Angriffe. Insgesamt registrierte das Projekt in dem Monat mehr als 430 saudische Bombardierungen im Jemen.

Der Angriff markiert eine räumliche Ausweitung der seit Monaten verschärften Auseinandersetzungen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi. Nicht nur Flughäfen, Häfen und Anlagen der Ölindustrie geraten ins Visier, sondern nun auch ein markantes Gebäude im zentralen Geschäftsbezirk der Hauptstadt.

Riad steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Die saudische Führung muss die Bevölkerung und kritische Infrastruktur schützen und zugleich den Eindruck eines verlässlichen Standorts für Unternehmen, Finanzgeschäfte und Tourismus aufrechterhalten. Der Aramco Tower besitzt dabei eine besondere symbolische Bedeutung, weil der staatliche Ölkonzern zu den wichtigsten Unternehmen des Landes gehört und das Gebäude für den wirtschaftlichen Modernisierungskurs Saudi-Arabiens steht.

Vorgeschichte des Konflikts

Saudi-Arabien griff 2015 gemeinsam mit Verbündeten in den Jemenkrieg ein, um die international anerkannte Regierung zu unterstützen. Eine 2022 vereinbarte Waffenruhe hatte die Kämpfe zunächst eingedämmt; im Zuge der aktuellen regionalen Eskalation nahmen die Angriffe wieder zu.

Für die weitere Entwicklung ist entscheidend, ob die gegenseitigen Attacken auf Infrastruktur und Städte anhalten. Jeder zusätzliche Treffer oder größere Abfangvorgang erhöht den Druck auf Riad, während die zivilen Opfer im Jemen die humanitären und politischen Kosten des Konflikts weiter verschärfen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

taz: „+++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Huthi-Angriffe in Saudi-Arabien“ (08.11.2026)

Der Beitrag ordne den beschädigten Aramco-Tower in eine Serie verstärkter Huthi-Angriffe auf Flughäfen, Häfen und Ölanlagen ein. Anders als die dpa-Meldung betone er zusätzlich die abgefangenen Geschosse und die regionale Eskalation; offen bleibe der genaue Umfang der Gebäudeschäden.

Deutschlandfunk: „Saudi-Arabien Gebäude des saudischen Ölkonzerns Aramco bei Huthi-Angriff beschädigt“ (08.11.2026)

Der Bericht bestätige den Gebäudeschaden und die fehlenden Verletzten. Er setze einen anderen Schwerpunkt auf die saudische Darstellung, wonach zwei ballistische Raketen abgefangen worden seien, sowie auf Augenzeugenberichte über Explosionen in Riad.

Beide Beiträge bestätigten den Angriff und den begrenzten Personenschaden. Unterschiede lägen vor allem bei der Darstellung der militärischen Abwehr und bei der Einordnung in die breitere regionale Eskalation.

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