Golf-Außenministertreffen in Oman zur Straße von Hormus kurzfristig verschoben
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 22:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Ein für Montag geplantes Treffen der Außenminister mehrerer Staaten am Persischen Golf im omanischen Salalah ist nach Angaben aus Maskat kurzfristig verschoben worden.
Außenminister Omans verweist auf Konsens
Oman Außenminister Badr al-Busaidi erklärte auf der Plattform X, im Interesse des Konsenses sei die regionale Zusammenkunft verlegt worden. Details zu den Gründen der Absage oder zu einem neuen Termin nannte er nicht. Nach Berichten sollte bei dem Treffen eine zwischen Iran und Oman ausgearbeitete Vereinbarung im festgefahrenen Konflikt um die Straße von Hormus vorgestellt werden.
Gemeinsame Entscheidung Teherans und Maskats
Ein Vertreter des iranischen Außenministeriums bestätigte, dass Teheran und Maskat die Verschiebung gemeinsam beschlossen haben. Demnach geschah dies auf Wunsch mehrerer Länder der Region. Beide Seiten betonen nach Angaben aus Maskat und Teheran, sie setzten sich weiterhin für einen Dialog ein, der Stabilität und dauerhafte Zusammenarbeit in der Golfregion fördern solle.
Boykott und Zurückhaltung einzelner Golfstaaten
Im Vorfeld hatte Bahrain angekündigt, das Treffen zu boykottieren. Der Inselstaat war im Krieg massiven iranischen Raketenangriffen ausgesetzt. Andere Golfstaaten sollten nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr vor allem informiert werden, wie die geplante Vereinbarung zu der Meerenge aussehen sollte. Zudem berichtete das Webportal „amwaj“ von Spannungen unter den geladenen Staaten, etwa weil die Vereinigten Arabischen Emirate nicht ihren Außenminister, sondern lediglich einen Staatssekretär entsenden wollten.
Konflikt um zentrale Versorgungsroute
Die Straße von Hormus ist im Iran-Krieg zu einem zentralen Streitpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Vor Beginn des Konflikts lief rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch die schmale Meerenge. Auch Flüssiggas und Dünger aus den Golfstaaten werden über diese Route exportiert. Einschränkungen und Unsicherheiten in der Passage belasten die Weltwirtschaft und setzen die US-Regierung unter Präsident Donald Trump zusätzlich unter Druck.
Regionale Dimension des verschobenen Treffens
Die Verschiebung des Außenministertreffens in Salalah zeigt, wie fragil die politische Lage in der Golfregion bleibt. Der Iran, Oman und die übrigen eingeladenen Staaten bewegen sich in einem Umfeld, das von militärischen Spannungen, gegenseitigem Misstrauen und erheblichen wirtschaftlichen Interessen geprägt ist. In diesem Rahmen ist ein Konsens über die Zukunft der Straße von Hormus politisch wie wirtschaftlich von großer Bedeutung, aber zugleich schwer herzustellen.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Schon vor dem aktuellen Krieg lief ein erheblicher Teil der globalen Ölversorgung durch diese Meerenge, hinzu kommen Lieferungen von Flüssiggas und Düngemitteln aus den Golfstaaten. Wird der Verkehr eingeschränkt oder gar militärisch bedroht, trifft das nicht nur die Region, sondern Energie- und Rohstoffmärkte weltweit. Politische Konflikte um Kontrolle, Sicherheit und mögliche Blockaden werden daher schnell zu internationalen Krisenthemen.
Politische Spannungen und Folgen für Diplomatie
Der angekündigte Boykott Bahrains und die Zurückhaltung der Vereinigten Arabischen Emirate deuten darauf hin, dass die Staaten am Golf die geplante Vereinbarung unterschiedlich bewerten. Für manche Akteure steht die eigene Sicherheitslage im Vordergrund, für andere die Rolle Irans oder das Verhältnis zu den USA. Die Entscheidung, das Treffen zu verschieben, kann kurzfristig Eskalation vermeiden, verschiebt aber zugleich eine mögliche Verständigung über Regeln und Sicherungsmechanismen in der Straße von Hormus. Für politische Entscheidungsträger und wirtschaftliche Akteure bleibt damit die Unsicherheit hoch, wie sich Transportwege, Versicherungskosten und militärische Risiken in dieser Schlüsselregion weiter entwickeln.
