Gelbwesten kündigen für 24. Oktober neue Proteste an
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 12:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFestnahmen prägen die Pariser Nacht
- Die Organisatoren kündigen für den 24. Oktober einen „2. Akt“ der Proteste an.
- In Dutzenden Orten sollen erneut Demonstrationen der Gelbwesten stattfinden.
- Innenminister Laurent Nuñez meldet 351 Festnahmen in Paris und der vergangenen Nacht.
- Die Regierung berät über die Lage, eine Ausgangssperre bleibt möglich.
Gelbwesten kündigen Proteste für 24. Oktober an
Frankreichs Gelbwesten wollen nach den schweren Ausschreitungen am Samstag, dem 24. Oktober, erneut demonstrieren. Die Organisatoren kündigten auf ihrer Webseite einen „2. Akt“ an, der Kundgebungen in Dutzenden Orten vorsieht.
Regierung berät über die Krise
In Paris kam die Regierung zu einer erneuten Krisensitzung zusammen. Premierminister Sébastien Lecornu wollte sich anschließend zur Lage äußern.
Der Minister für Stadtentwicklung und Wohnwesen, Vincent Jeanbrun, sagte dem Sender BFMTV, die Regierung müsse die Möglichkeit offenhalten, bei Bedarf eine Ausgangssperre zu verhängen.
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Weitere Plünderungen in Paris
Nach erneuten Ausschreitungen am Sonntag kam es in Paris auch in der Nacht wieder zu Plünderungen. Bürgermeister Emmanuel Grégoire sprach von „unerträglichen Szenen“ und erklärte, Gruppen von Plünderern hätten sich auf mehrere Stadtteile verteilt.
Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden gestern und in der Nacht in Paris 351 Menschen festgenommen. Die Gelbwesten hatten Frankreich bereits von November 2018 bis zum Frühjahr 2019 mit Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und soziale Ungerechtigkeit in Atem gehalten.
Die angekündigte Fortsetzung am 24. Oktober zeigt, dass die Proteste nicht auf das vergangene Wochenende begrenzt bleiben sollen. Die Gelbwestenbewegung knüpft damit an eine landesweite Mobilisierung an, die bereits durch hohe Teilnehmerzahlen und schwere Ausschreitungen geprägt war.
Inhaltlich verbinden die Proteste soziale und wirtschaftliche Forderungen. Hohe Lebenshaltungskosten, wahrgenommene soziale Ungleichheit und Unzufriedenheit mit staatlichen Entscheidungen bilden den gemeinsamen Kern. Dass erneut in Dutzenden Orten demonstriert werden soll, erhöht den Druck auf die Regierung über Paris hinaus.
Sicherheitslage belastet Regierung
Die Krisensitzung in Paris verdeutlicht, dass die Regierung neben politischen Antworten vor allem die öffentliche Ordnung sichern muss. Eine mögliche Ausgangssperre wäre ein außergewöhnlich weitreichender Schritt und würde den Konflikt zwischen Sicherheitsinteressen, Versammlungsfreiheit und dem Alltag der Bevölkerung verschärfen.
Für Anwohner, Geschäftsleute und Reisende entscheidet sich die praktische Bedeutung der Ankündigung an den konkreten Einsatzorten und am Umfang der Polizeimaßnahmen. Nach den Festnahmen in Paris dürfte die Regierung für den nächsten Protesttag eine stärkere Präsenz und klare Vorgaben für Demonstrationsrouten prüfen. Zugleich bleibt entscheidend, ob die Bewegung ihre Mobilisierung landesweit aufrechterhalten kann oder ob weitere Ausschreitungen die sozialen Anliegen überlagern.
