Flydubai FZ1073, Notlandung Tabuk

Flydubai-Notlandung in Saudi-Arabien: Israel spricht von versuchtem Terroranschlag

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Auf dem Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv soll ein Pilot seinen Kollegen mit einem Messer angegriffen haben. Die Maschine landete in Tabuk, Israel wertet den Vorfall als versuchten Terroranschlag.

Zu dem Vorfall mit einer Flydubai-Maschine sind noch etliche Fragen offen. (Symbolbild) - Bild: Uncredited/AP/dpa
Zu dem Vorfall mit einer Flydubai-Maschine sind noch etliche Fragen offen. (Symbolbild) - Bild: Uncredited/AP/dpa

Ein Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv musste nach einem gewaltsamen Vorfall im Cockpit in Saudi-Arabien notlanden.

Notsignal und Landung in Tabuk

Der Flug FZ1073 setzte gegen 8.44 Uhr Ortszeit ein Notsignal ab und landete um 9.45 Uhr auf dem Flughafen Tabuk. An Bord waren rund 180 Israelis.

Flydubai bestätigte eine Auseinandersetzung im Cockpit. Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu stach einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen ein, als sich die Maschine Israel näherte.

Passagiere überwältigen Angreifer

Nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz überwältigten Passagiere den Angreifer. Netanjahu berichtete, ein Passagier und ein Besatzungsmitglied seien in das Cockpit vorgedrungen und hätten den Mann ausgeschaltet, während dieser versucht habe, Bordgeräte zu beschädigen.

Katz sprach später von einem „Versuch eines dschihadistischen Anschlags“. Netanjahu sagte, der Mann habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen.

Pilot und Copilot verletzt

Der Pilot und der Copilot wurden nach der Landung von Bord gebracht und nach Angaben des Flughafens Tabuk in ein Krankenhaus eingeliefert. Der mutmaßliche Angreifer wurde laut Netanjahu festgenommen und von saudischen Sicherheitsbehörden befragt.

Die Passagiere mussten zunächst im Flugzeug sitzen bleiben. Eine Israelin berichtete von „Schreien und Panik“; Videos aus der Kabine zeigen weinende Passagiere. Am späten Nachmittag wurden sie Medienberichten zufolge mit einem Ersatzflugzeug nach Tel Aviv gebracht.

Viele Fragen bleiben offen

Unklar war zunächst, welches konkrete Ziel der mutmaßliche Angreifer verfolgte und worauf die Einstufung als dschihadistischer Anschlag gestützt wurde. Ebenfalls offen blieb, ob der Mann allein handelte oder Verbindungen zu einer Terrororganisation oder einem Staat hatte.

Auch der genaue Ablauf im Cockpit sowie die Herkunft des Tatverdächtigen waren zunächst nicht abschließend geklärt. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, der mutmaßliche Copilot stamme aus dem Oman; eine offizielle Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor.

Ein Vorfall an einer sensiblen Route

Der Flug verband Dubai mit Tel Aviv und führte damit durch eine politisch und sicherheitspolitisch angespannte Region. Die Notlandung erfolgte in Tabuk, während Israel und Saudi-Arabien weiterhin keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Für den Luftverkehr bedeutet das, dass eine Ausweichlandung nicht nur organisatorische, sondern auch besondere staatliche und sicherheitsrelevante Abstimmungen erfordert.

Sicherheitsabläufe im Cockpit

Der Fall macht sichtbar, wie stark der zivile Luftverkehr auf die Integrität der Cockpitbesatzung angewiesen ist. Ein gewaltsamer Angriff auf einen Piloten kann unmittelbar die Flugsteuerung, die Kommunikation und die Stabilisierung der Maschine gefährden. Zugleich zeigt der Ablauf, dass Passagiere und weiteres Kabinenpersonal in einer solchen Ausnahmesituation eine entscheidende Rolle spielen können.

Offene Ermittlungen und mögliche Folgen

Die israelische Einstufung als versuchter dschihadistischer Anschlag gibt dem Vorfall eine politische Dimension. Für die Ermittlungen sind nun insbesondere das Motiv, die Herkunft und der berufliche Hintergrund des Tatverdächtigen sowie der genaue Ablauf im Cockpit entscheidend. Sollten sich die Terrorvorwürfe erhärten, könnten Sicherheitsüberprüfungen, Crew-Verfahren und die Bewertung von Flügen in der Region verschärft werden. Für die Passagiere steht zunächst die sichere Rückkehr im Vordergrund; für die Behörden die lückenlose Rekonstruktion des Geschehens.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

BR24: „Absturz versucht? Terrorverdacht nach Gewalt in Flydubai-Cockpit“ (30.09.2026)

Der Bericht bestätige den gewaltsamen Zwischenfall, die Notlandung in Tabuk und die israelische Bewertung als versuchten Terroranschlag. Er setze einen Schwerpunkt auf Flugverfolgungsdaten zum starken Sinkflug sowie auf die Erklärung der Fluggesellschaft, wonach die Hintergründe noch untersucht würden.

FOCUS online: „Boeing sendet Notruf – Kampfjets aufgestiegen“ (30.09.2026)

Der Artikel bestätige die Notlandung und die Berichte über einen Messerangriff, stelle aber die zunächst fehlende offizielle Bestätigung des Terrorverdachts heraus. Außerdem beleuchte er die widersprüchlichen Angaben zur Herkunft der Piloten sowie die sicherheitspolitische Bedeutung der Beziehungen zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien.

Beide Berichte stimmten beim Ablauf in den Grundzügen überein; offen blieben insbesondere Motiv, genaue Vorgänge im Cockpit und die Herkunft des Tatverdächtigen.

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