Flydubai, Notlandung in Tabuk

Flydubai-Flug nach Tel Aviv: Pilot soll Kollegen mit Messer verletzt haben

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 13:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv ist nach einem gewaltsamen Zwischenfall im Cockpit in Saudi-Arabien notgelandet. Israel prüft den Verdacht, ob der Vorfall mit einem möglichen Absturzversuch zusammenhing.

  • Ein Flydubai-Flieger hebt in Dubai ab.  - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Ein Flydubai-Flieger hebt in Dubai ab. - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Ein Flugzeug hebt ab, während ein Flydubai-Flieger in Dubai auf dem Flughafen steht.  - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Ein Flugzeug hebt ab, während ein Flydubai-Flieger in Dubai auf dem Flughafen steht. - Bild: Uncredited/AP/dpa
Ein Flydubai-Flieger hebt in Dubai ab.  - Bild: Uncredited/AP/dpa Ein Flugzeug hebt ab, während ein Flydubai-Flieger in Dubai auf dem Flughafen steht.  - Bild: Uncredited/AP/dpa

Ein Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv ist nach einem gewaltsamen Zwischenfall im Cockpit in Saudi-Arabien notgelandet.

Maschine landet nach Notruf in Tabuk

Nach Berichten israelischer Medien soll ein Pilot seinen Kollegen mit einem Messer verletzt haben. Passagiere halfen demnach dabei, den Angreifer zu überwältigen. Die Maschine drehte über Saudi-Arabien ab und landete auf dem Flughafen Tabuk.

Israel prüft, ob der Angreifer versucht haben könnte, das Flugzeug gezielt zum Absturz zu bringen. Für Berichte, wonach Israel zunehmend von einem gescheiterten Terroranschlag ausgeht, gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.

Notfall- und Entführungscode ausgelöst

Zuvor soll die Maschine den Code 7700 für eine allgemeine Notlage und anschließend den Code 7500 für eine mögliche Flugzeugentführung gesendet haben. Flydubai bestätigte einen Vorfall an Bord.

Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, die Maschine sei zu Beginn des Vorfalls steil gesunken. Einer der Piloten habe den anderen mit Unterstützung von Passagieren daran gehindert, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Ein Pilot soll eine Stichverletzung erlitten haben.

Passagiere berichten von Panik

Israelische Passagiere schilderten Schreie, Blut im Cockpit und große Angst. Eine Passagierin sagte, einige Männer, darunter Israelis, hätten den Angreifer überwältigt. Den Passagieren gehe es inzwischen gut.

Ein weiterer Passagier berichtete in einer Videobotschaft von einem blutüberströmten Gesicht und sagte, die „Terroristen“ seien überwältigt worden. Die Landung stehe unmittelbar bevor und es werde Hilfe benötigt.

Herkunft des Tatverdächtigen unklar

Zur Herkunft der Piloten gab es widersprüchliche Angaben. „ynet“ berichtete, der tatverdächtige Copilot stamme aus dem Oman; zuvor war von einem russischen Piloten und einem ukrainischen Copiloten die Rede gewesen. Das russische Generalkonsulat in Dubai teilte mit, kein russischer Staatsbürger sei an Bord gewesen.

Befragung in Saudi-Arabien

Eine israelische Sprecherin bestätigte, dass der tatverdächtige Copilot in Saudi-Arabien befragt werde. Die israelischen Passagiere warteten auf ihre Heimreise. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erklärte, die Lage sei unter Kontrolle und man arbeite an einer sicheren Rückkehr.

Die Emirate hatten Israel 2020 im Rahmen eines Annäherungsabkommens anerkannt. Saudi-Arabien und Israel unterhalten dagegen weiterhin keine diplomatischen Beziehungen. Eine mögliche Normalisierung gilt seit dem Gaza-Krieg als schwieriger.

Alarm über einer politisch sensiblen Route

Der Vorfall ereignete sich auf einer Verbindung zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel. Seit dem Annäherungsabkommen von 2020 bestehen zwischen Israel und den Emiraten offizielle Beziehungen; Dubai ist für israelische Reisende zu einem wichtigen Ziel geworden. Saudi-Arabien hat Israel dagegen weiterhin nicht diplomatisch anerkannt.

Für die Luftfahrt sind die Notfallcodes 7700 und 7500 von erheblicher Bedeutung. 7700 signalisiert eine allgemeine Notlage, während 7500 auf eine mögliche Entführung oder einen unrechtmäßigen Eingriff hinweist. Ein solcher Alarm kann deshalb unmittelbar militärische und sicherheitsbehördliche Reaktionen auslösen. Im Juli 2026 waren nach einem irrtümlich abgesetzten Entführungsnotruf bereits israelische Kampfjets aufgestiegen.

Folgen für Passagiere und Ermittler

Im aktuellen Fall müssen nun mehrere Fragen getrennt voneinander geklärt werden: Was geschah im Cockpit, wodurch wurde der Notruf ausgelöst und bestand tatsächlich eine Absicht, die Maschine zum Absturz zu bringen? Die Befragung des tatverdächtigen Copiloten in Saudi-Arabien sowie die Auswertung von Flug- und Cockpitdaten dürften dafür entscheidend sein.

Für die Passagiere steht zunächst die sichere Rückkehr nach Israel im Mittelpunkt. Zugleich zeigt der Fall, wie schnell ein Gewaltvorfall an Bord eines Linienflugzeugs in eine internationale Sicherheitslage übergehen kann. Besonders sensibel ist die Notlandung in Saudi-Arabien, weil direkte diplomatische Beziehungen zu Israel fehlen und die Rückführung der Passagiere daher zusätzliche Abstimmung erfordert.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „Notlandung in Saudi-Arabien: Piloten prügeln sich offenbar auf Linienflug von Dubai nach Tel Aviv“ (30.09.2026)

Der Bericht hebe anhand von Flugdaten den schnellen Höhenverlust der Maschine hervor und schildere die Panik unter den Passagieren. Anders als die dpa-Meldung betone er zudem, Flydubai wolle ein Ersatzflugzeug nach Tabuk schicken; offen bleibe weiterhin, weshalb es zu dem Angriff gekommen sei.

Tagesspiegel: „Flydubai-Flug sendete Notsignal: Streit zwischen Piloten offenbar eskaliert“ (30.09.2026)

Der Artikel bestätige die Notlandung in Tabuk und den Streit zwischen den Piloten als bisherigen Schwerpunkt der Berichterstattung. Er ordne den Alarm mit einem früheren Fehlalarm im Juli 2026 ein und verweise darauf, dass israelische Kampfjets wegen des Signals aufgestiegen seien.

Beide Berichte stellten die Notlandung und den Cockpit-Zwischenfall heraus; der Bericht des Tagesspiegels gewichte die Vorgeschichte von Fehlalarmen stärker, während der SPIEGEL die Flugdaten und die Vorgänge an Bord betone. Die Frage, ob ein gezielter Absturzversuch oder ein gescheiterter Terroranschlag vorlag, bleibe Gegenstand der Ermittlungen.

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