Flydubai-Flug, Cockpit-Angriff

Flydubai-Flug nach Tel Aviv: Pilot angegriffen – Notlandung in Saudi-Arabien

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 06:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Auf einem Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv soll ein Pilot seinen Kollegen mit einem Messer angegriffen haben. Passagiere überwältigten den mutmaßlichen Angreifer, die Maschine landete in Saudi-Arabien; Israel spricht von einem versuchten Terroranschlag.

  • Diese Ersatzmaschine brachte die Passagiere nach Tel Aviv. - Bild: Jamal Awad/dpa
    Diese Ersatzmaschine brachte die Passagiere nach Tel Aviv. - Bild: Jamal Awad/dpa
  • Yaniv Hayun gehörte zu den Männern, die an Bord des Flugzeugs eingriffen. - Bild: Jamal Awad/dpa
    Yaniv Hayun gehörte zu den Männern, die an Bord des Flugzeugs eingriffen. - Bild: Jamal Awad/dpa
  • Netanjahu lobte den angegriffenen Piloten und einen mutigen Passagier. - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
    Netanjahu lobte den angegriffenen Piloten und einen mutigen Passagier. - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
Diese Ersatzmaschine brachte die Passagiere nach Tel Aviv. - Bild: Jamal Awad/dpa Yaniv Hayun gehörte zu den Männern, die an Bord des Flugzeugs eingriffen. - Bild: Jamal Awad/dpa Netanjahu lobte den angegriffenen Piloten und einen mutigen Passagier. - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Auf einem Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv soll ein Pilot seinen Kollegen schwer verletzt haben, bevor Passagiere den mutmaßlichen Angreifer überwältigten und die Maschine in Saudi-Arabien notlandete.

Netanjahu und Modi würdigen Piloten

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Indiens Premier Narendra Modi würdigten den angegriffenen indischen Kapitän als Helden. Nach Angaben Netanjahus habe der Pilot trotz schwerer Stichverletzungen Widerstand geleistet, die Cockpittür geöffnet und so Passagieren ermöglicht, den Angreifer zu überwältigen.

Modi erklärte, Indien sei stolz auf den Piloten. Die indische Botschaft in Saudi-Arabien teilte mit, sein Zustand sei stabil. Netanjahu sagte, der Mann habe dazu beigetragen, das Leben von 174 Menschen zu retten.

Notlandung in Saudi-Arabien

Der Flug war am Mittwoch von Dubai nach Tel Aviv unterwegs, als es im Cockpit zu der Auseinandersetzung kam. Nach früheren Angaben Netanjahus habe einer der beiden Piloten auf seinen Kollegen eingestochen, als sich die Maschine Israel näherte.

Das Flugzeug geriet nach übereinstimmenden Berichten in einen Sturzflug. Nachdem Passagiere den mutmaßlichen Angreifer überwältigt hatten, übernahm eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitreiste, die Steuerung. Die Maschine landete im saudi-arabischen Tabuk.

Passagiere erreichen Tel Aviv

Die Passagiere wurden später mit einem Ersatzflug von Tabuk nach Tel Aviv gebracht. Dort wurden sie von Angehörigen empfangen. Direkte Flüge zwischen Saudi-Arabien und Israel sind selten, da beide Länder keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.

Eine Passagierin berichtete der Zeitung „Times of Israel“ von „zwei Wundern“: Israelis an Bord hätten den Angreifer überwältigt, und weitere Piloten hätten die Maschine landen können.

Netanjahu spricht von verhindertem Anschlag

Netanjahu traf am Flughafen von Tel Aviv den Passagier Yaniv Hayun, der beim Eingreifen geholfen hatte. Hayun sagte, er habe den Angreifer in den Würgegriff genommen und aus dem Cockpit gezogen. Anschließend habe er während des Sturzflugs im Cockpit die Steuerung ergriffen, bis ein Pilot übernahm.

Nach Angaben Netanjahus wurde der Angreifer festgenommen und von saudi-arabischen Sicherheitsbehörden befragt. Der Regierungschef sagte dem US-Sender Fox News, der Einsatz habe einen weiteren Anschlag wie am 11. September verhindert.

Motiv und Hintergründe noch offen

Israels Regierung geht von einem versuchten dschihadistischen Terroranschlag aus. Nach israelischer Einschätzung soll der mutmaßliche Angreifer aus dem Oman stammen und als Einzeltäter gehandelt haben. Gesicherte Angaben zum Motiv und zur konkreten Absicht liegen bislang nicht vor.

Auf die Frage nach einer möglichen Verwicklung des Iran verwies Netanjahu auf die bekannte Gegnerschaft des Landes zu Israel, sagte aber zugleich, man wisse es noch nicht. Flydubai setzte Flüge von und nach Israel aus, solange die Untersuchungen andauern.

Reaktionen aus dem Ausland

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte jeden Akt, der das Leben von Zivilisten und die Sicherheit der zivilen Luftfahrt gefährde. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul zeigte sich nach einem Gespräch mit Israels Außenminister Gideon Saar erleichtert, dass eine Entführung und möglicherweise Schlimmeres verhindert worden seien.

Wadephul forderte eine schnelle und vollständige Aufklärung. Ein Absturz hätte angesichts der angespannten Lage in der Region und der bevorstehenden Parlamentswahl in Israel Ende Oktober zusätzliche Unruhe auslösen können.

Sicherheitslage im Luftverkehr

Der Vorfall verbindet einen Angriff im Cockpit mit einer möglichen Gefährdung des gesamten Flugzeugs. Für die Ermittlungen ist deshalb entscheidend, ob der mutmaßliche Angreifer gezielt die Kontrolle über die Maschine übernehmen wollte oder ob ein persönliches Motiv vorlag. Die israelische Regierung bewertet das Geschehen als versuchten dschihadistischen Terroranschlag; die Fluggesellschaft Flydubai verweist zugleich auf laufende Untersuchungen und bislang ungeklärte Hintergründe.

Besondere Route durch eine angespannte Region

Die Verbindung von Dubai nach Tel Aviv steht im politischen Umfeld der Abraham-Abkommen, mit denen Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate 2020 ihre Beziehungen normalisierten. Saudi-Arabien und Israel unterhalten dagegen weiterhin keine diplomatischen Beziehungen. Dass die Maschine in Tabuk landen und die Passagiere von dort direkt nach Tel Aviv weiterfliegen konnten, unterstreicht die praktische Bedeutung bestehender Kontakte trotz fehlender offizieller Beziehungen.

Folgen für Passagiere und Airlines

Flydubai setzte Flüge von und nach Israel bis zum Abschluss der Untersuchungen aus. Für Reisende bedeutet der Schritt kurzfristig weniger direkte Verbindungen und mögliche Umwege. Für die Luftfahrtbehörden stehen die Sicherung des Cockpits, die Kontrolle von Besatzungszugängen und die Aufklärung der Notfallabläufe im Mittelpunkt. Der Vorfall zeigt zudem, wie stark einzelne Ereignisse auf einer regional politisch sensiblen Route die zivile Luftfahrt und das Sicherheitsgefühl der Passagiere beeinflussen können.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau.de: „Israel vermutet Anschlagsversuch Was ist auf dem Flydubai-Flug nach Tel Aviv passiert?“ (30.09.2026)

Der Bericht fasse den Ablauf des Vorfalls zusammen und hebe hervor, dass ein Pilot seinen Kollegen verletzt haben solle, Passagiere eingegriffen hätten und die Maschine in Saudi-Arabien notgelandet sei. Zugleich betone er, Flydubai habe Motive und Hintergründe als ungeklärt bezeichnet; damit setze der Artikel einen stärker abwägenden Schwerpunkt als die politische Einstufung als Terroranschlag.

Berliner Zeitung: „Flydubai-Flug: Messerattacke im Cockpit – Crew und Passagiere verhindern offenbar Absturz“ (30.09.2026)

Der Artikel stelle zusätzlich Flugdaten und die verwendeten Notfallcodes dar und berichte von einem kurzzeitigen starken Höhenverlust. Er unterstreiche damit die technische Dramatik des Geschehens, weise aber ebenfalls darauf hin, dass eine offizielle saudische oder emiratische Feststellung zu einem terroristischen Motiv noch ausstehe.

Medienübergreifend werde der Angriff im Cockpit, die Notlandung in Tabuk und das Eingreifen von Passagieren und Besatzung bestätigt. Unterschiede bestünden vor allem bei der Gewichtung politischer Terrorvorwürfe und technischer Einzelheiten; Motiv, Auftraggeber und genaue Abläufe blieben offen.

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