Flughafen Riad, Huthi-Miliz

Flughafen Riad: Angriff fordert zwölf Tote und 300 Verletzte

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 17:39 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei dem Angriff auf den King-Chalid-Flughafen wurden mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Der Flugverkehr bleibt zunächst unterbrochen, während die Huthi weitere Attacken androhen.

  • Hunderte Menschen wurden laut saudi-arabischen Angaben bei dem Angriff verletzt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Hunderte Menschen wurden laut saudi-arabischen Angaben bei dem Angriff verletzt. - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Rauchsäule über dem Airport in Riad. - Bild: Uncredited/UGC via AP/dpa
    Rauchsäule über dem Airport in Riad. - Bild: Uncredited/UGC via AP/dpa
  • Der Betrieb am Flughafen wurde vorübergehend eingestellt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Der Betrieb am Flughafen wurde vorübergehend eingestellt. - Bild: Uncredited/AP/dpa
  • Der Streit um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild)  - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa
    Der Streit um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild) - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa
Hunderte Menschen wurden laut saudi-arabischen Angaben bei dem Angriff verletzt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa Rauchsäule über dem Airport in Riad. - Bild: Uncredited/UGC via AP/dpa Der Betrieb am Flughafen wurde vorübergehend eingestellt.   - Bild: Uncredited/AP/dpa Der Streit um die Straße von Hormus dauert an. (Archivbild)  - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa

Flugverkehr in Riad bleibt unterbrochen

  • Der Angriff traf den internationalen Flughafen King Chalid in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad.
  • Der Flugverkehr wurde bis Sonntag um Mitternacht Ortszeit eingestellt.
  • Die Huthi drohten mit weiteren Angriffen auf saudische Flughäfen und den Luftraum.

Beim bisher schwersten Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad sind nach offiziellen Angaben mindestens zwölf Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden.

Rauch und Panik in den Terminals

In sozialen Medien verbreiteten sich Videos, die zerstörte Flughafenbereiche und Reisende zeigen sollen, die durch dichten Rauch fliehen. Die Echtheit der Aufnahmen konnte nicht überprüft werden.

Nach Angaben des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses wurde ein Passagierterminal getroffen. Sprecher Turki al-Maliki bezeichnete den Angriff als „regelrechtes Kriegsverbrechen“ und kündigte eine entschlossene Antwort an.

Weitere Geschosse abgefangen

Al-Maliki berichtete von einem weiteren Geschoss, das ein Terminal getroffen und einen Brand ausgelöst habe. In der Nähe des Flughafens sei zudem ein Marschflugkörper abgefangen worden.

Riad machte die Huthi-Miliz im Jemen für den Angriff verantwortlich. Die Miliz drohte mit neuen Attacken auf saudische Flughäfen und den saudischen Luftraum. Mekka und Medina nahm sie von ihrer Warnung aus.

Internationale Warnungen vor Eskalation

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich zutiefst schockiert und verwies auf den Schutz ziviler Infrastruktur nach dem Völkerrecht. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer gefährlichen Eskalation.

Der Flughafen war bereits am Donnerstag angegriffen worden; dabei starben drei Menschen. Die US-Vertretung forderte ihre Landsleute auf, den Flughafen und die umliegenden Gebiete zu meiden.

USA prüfen mögliche Militärschläge

Saudi-Arabien kämpft seit mehr als zehn Jahren mit Verbündeten gegen die vom Iran unterstützten Huthi. Der Jemenkrieg ist im Zuge des Iran-Krieges erneut eskaliert.

US-Präsident Donald Trump sagte, neue Militärschläge im Jemen würden geprüft. Die USA haben Truppen in Saudi-Arabien stationiert und sind ein wichtiger Waffenlieferant des Königreichs.

Pakistan signalisiert Unterstützung

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte den Angriff und erklärte, sein Land werde keine Aggression dulden. Pakistan, Saudi-Arabien und die Türkei hatten im August einen Verteidigungspakt mit einer Beistandsklausel unterzeichnet.

Nach Angaben des von den Huthi kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden seit Anfang September bei saudischen Angriffen im Jemen mehr als 90 Menschen getötet und mehr als 160 verletzt. Zugleich meldete die britische Behörde UKMTO einen weiteren Angriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus.

Vom Jemenkrieg zum regionalen Konflikt

Der Angriff trifft Saudi-Arabien in einer Phase, in der der seit mehr als zehn Jahren andauernde Jemenkrieg erneut deutlich an Intensität gewonnen hat. Die Huthi kontrollieren große Teile des Jemen einschließlich der Hauptstadt Sanaa und werden vom Iran unterstützt. Saudi-Arabien steht dagegen hinter der international anerkannten jemenitischen Regierung und führt die Militärkoalition gegen die Rebellen an.

Der Flughafen King Chalid ist dabei nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein Symbol für die Verwundbarkeit ziviler Infrastruktur. Bereits am Donnerstag waren dort drei Menschen getötet worden. Die wiederholten Angriffe erhöhen den Druck auf Fluggesellschaften, Reisende und die saudische Luftabwehr. Für den internationalen Luftverkehr bedeutet die zeitweise Schließung des Flughafens Umleitungen, Ausfälle und zusätzliche Sicherheitsprüfungen.

Risiko einer weiteren Ausweitung

Politisch besonders folgenreich ist die angekündigte Reaktion des von Riad geführten Militärbündnisses. US-Präsident Donald Trump lässt zudem prüfen, ob Washington Saudi-Arabien militärisch unterstützen könnte. Ein direktes Eingreifen der USA würde den Jemenkonflikt enger mit dem Krieg gegen den Iran und den Spannungen rund um die Straße von Hormus verknüpfen.

Die Drohungen der Huthi gegen saudische Flughäfen verschärfen zugleich die Lage für Zivilisten. Saudi-Arabien, die USA und europäische Staaten müssen nun zwischen Schutzmaßnahmen für den Flugverkehr und einer militärischen Antwort abwägen. Für Reisende ist der konkrete Effekt unmittelbar: Der Flugbetrieb in Riad bleibt zunächst bis Sonntagabend Ortszeit ausgesetzt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Saudi-Arabien Viele Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad“ (11.10.2026)

Der Bericht bestätige zwölf Tote und mindestens 309 Verletzte sowie die vorübergehende Einstellung des Flughafenbetriebs. Anders als die dpa-Meldung stelle er die Urheberschaft vorsichtiger als ungeklärt dar, während die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition die Huthi verantwortlich mache.

Tagesspiegel: „Saudi-Arabien macht Huthis verantwortlich: Zwölf Tote und mehr als 300 Verletzte bei Angriff auf Flughafen von Riad“ (11.10.2026)

Der Artikel bestätige die Opferzahlen, die Drohungen der Huthi und die Verantwortung, die Riad der Miliz zuschreibe. Er setze zusätzliche Schwerpunkte auf die Warnung der Bundesregierung, die Nationalitäten der Getöteten und mögliche weitere Reaktionen der USA.

Beide Berichte stimmten beim tödlichen Angriff, den zahlreichen Verletzten und den Folgen für den Flugverkehr überein. Unterschiede gebe es vor allem bei der Bewertung der Urheberschaft und bei der Frage, wie unmittelbar eine militärische Antwort Saudi-Arabiens oder der USA bevorstehe.

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