FIFA: Infantino will externe Prüfung nach Investorenplan starten
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 22:34 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Fifa-Präsident Gianni Infantino hat sich offen für Reformen gezeigt und eine unabhängige externe Überprüfung der Entscheidungsprozesse des Weltfußballverbandes vorgeschlagen.
In einem Schreiben an den Fifa-Rat und die Präsidenten der 211 Mitgliedsverbände erklärte Infantino, dass das Vorgehen bei einem inzwischen zurückgezogenen Investitionsvorschlag Bedenken ausgelöst habe.
Infantino will Entscheidungswege prüfen lassen
Infantino erklärte weiter, dass er den Rat fragen werde, ob eine unabhängige externe Überprüfung des aktuellen Governance-Rahmens für wichtige strategische Initiativen in Auftrag gegeben werden solle.
Zudem wolle er Gespräche mit Konföderationen, Mitgliedsverbänden und anderen Interessengruppen führen, um die Entscheidungsprozesse der FIFA zu stärken.
Mehr Transparenz und Verantwortlichkeit
Die Überprüfung solle klären, wer die Autorität über bedeutende Initiativen habe und wie Transparenz und Verantwortlichkeit verbessert werden könnten.
Der Vorschlag kam, nachdem Infantino wegen seines Plans, 20 Prozent der kommerziellen Rechte der FIFA an private Investoren zu verkaufen, auf heftige Kritik gestoßen war.
Zurückgezogener Investorenplan
Der Plan wurde im Juli nach Widerstand und Boykottdrohungen zurückgezogen.
Infantino erklärte, dass der Vorschlag nie vollständig dem Rat und den Mitgliedsverbänden präsentiert worden sei und dass er nun zurückgezogen wurde.
Er sagte, dass die Ansichten der Mitgliedsverbände zu Vorschlägen oder Governance-Fragen keinen Einfluss darauf hätten, wie sie von der FIFA behandelt würden.
Infantino koppelt den zurückgezogenen Investorenplan damit an eine Debatte über Macht, Transparenz und Zuständigkeiten in der FIFA. Der Kern ist nicht nur der gescheiterte Verkauf von 20 Prozent kommerzieller Rechte, sondern die Frage, wie weit zentrale strategische Entscheidungen künftig stärker kontrolliert werden sollen.
Für den Weltverband ist das heikel, weil Geschäftsmodell und Governance eng miteinander verbunden sind. Kommerzielle Rechte finanzieren Turniere, Entwicklungsprogramme und Ausschüttungen an Verbände; zugleich sorgt jede Diskussion über private Geldgeber sofort für Misstrauen, wenn Entscheidungswege unklar wirken. Genau an diesem Punkt setzt Infantinos Vorstoß für eine externe Überprüfung an.
Warum der Schritt Gewicht hat
Die FIFA steht seit Jahren unter besonderer Beobachtung, sobald es um Finanzierung, Rechenschaft und Einflussverteilung geht. Eine unabhängige Prüfung des Governance-Rahmens würde deshalb nicht nur ein einzelnes Projekt betreffen, sondern die Frage, wer innerhalb des Verbands strategische Initiativen steuert und wer sie kontrolliert.
Folgen für die Verbände
Für die Mitgliedsverbände dürfte vor allem entscheidend sein, ob mehr Beteiligung an Entscheidungen und mehr Transparenz folgen. Sollte die Überprüfung tatsächlich zustande kommen, könnte das den Umgang mit künftigen Großprojekten verändern und den Druck erhöhen, Entscheidungen früher und breiter abzustimmen.
