F-35 für Deutschland: Erster Tarnkappenjet in Texas präsentiert
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 20:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIn Texas ist der erste für Deutschland bestimmte F-35-Kampfjet präsentiert worden. Verteidigungsminister Boris Pistorius wertet die Einführung als deutliche Stärkung der Abschreckung und als Beginn einer neuen Ära für die Luftwaffe.
Erster Jet für Deutschland vorgestellt
Die Maschine wurde im texanischen Fort Worth gezeigt, wo Lockheed Martin die F-35 für mehrere Staaten produziert. Deutschland hat 35 Exemplare bestellt und dafür rund zehn Milliarden Euro eingeplant.
Nukleare Teilhabe und Tornado-Nachfolge
Die F-35 soll die betagte Tornado-Flotte ablösen und künftig eine zentrale Rolle bei der nuklearen Teilhabe Deutschlands spielen. Das Konzept der Nato sieht vor, dass Verbündete im Bündnisfall Zugriff auf US-Atombomben erhalten und dafür geeignete Trägersysteme vorhalten.
Auslieferung bis 2029 geplant
Nach den Angaben aus dem Programm läuft die Ausbildung von Piloten und Technikern in den USA bereits. Bis zum Jahresende sollen die ersten sechs Maschinen ausgeliefert werden, die ersten acht bleiben zunächst in den Vereinigten Staaten für Ausbildungszwecke.
Büchel wird umgebaut
Der Militärflugplatz Büchel in der Eifel wird derzeit für rund zwei Milliarden Euro umgebaut. Dort sollen zum Ende des kommenden Jahres die ersten F-35 stehen; die letzte Auslieferung ist für 2029 vorgesehen.
Industrielle Beteiligung aus Deutschland
Auch die deutsche Industrie ist eingebunden. Rheinmetall fertigt Rumpfmittelteile für die Flugzeuge in Deutschland und ist damit Teil der internationalen Lieferkette.
Worum es beim F-35-Programm geht
Die Einführung der F-35 markiert für die Bundeswehr einen strategischen Umbau, weil das Flugzeug nicht nur den veralteten Tornado ersetzt, sondern auch die Rolle Deutschlands in der nuklearen Teilhabe der Nato fortschreibt. Damit bleibt die Bundesrepublik in ein Abschreckungskonzept eingebunden, das auf die Fähigkeit setzt, US-Atombomben im Bündnisfall mit geeigneten Trägersystemen einsetzen zu können.
Militärischer Nutzen und politische Wirkung
Für Berlin ist die Anschaffung deshalb weit mehr als ein reines Rüstungsprojekt. Sie signalisiert den Verbündeten Verlässlichkeit, stärkt die Zusammenarbeit mit anderen F-35-Nutzern und soll zugleich gegenüber Russland abschrecken. Die politische Botschaft ist dabei ebenso wichtig wie die militärische: Deutschland bindet sich mit dem Kauf langfristig an ein US-System mit hoher technischer Abhängigkeit, aber auch mit großer Interoperabilität im Bündnis.
Folgen für Infrastruktur und Haushalt
Die Dimension zeigt sich auch an den Folgekosten. Der Umbau des Fliegerhorsts Büchel, die Ausbildung in den USA und die industrielle Beteiligung in Deutschland machen deutlich, dass das Programm über den reinen Kaufpreis hinausgeht. Für Leser ist vor allem relevant, dass sich hier ein langfristiger Kapazitätsaufbau vollzieht, der die Luftwaffe modernisiert, aber zugleich Milliarden bindet und die Einsatzplanung der kommenden Jahre prägen wird.
